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Klinikum Neumarkt steht gut da

Talk der Landrats-Kandidaten: Das Aus für Parsberg sei unvermeidlich gewesen - "Zu wenig Parkplätze" - 19.02.2020 16:18 Uhr

Im Wirtshaus am Stammtisch, ohne Mikrofon, ohne Verstärker: So sah der „Talk im Kaiser“ aus, bei dem sich die drei Landratskandidaten mit NN-Redakteuren und Zuhörern unterhielten. Den Gästen hat es in der urigen Wirtsstube gut gefallen, die Kandidaten fühlten sich am runden Tisch wohl. © Foto: André De Geare


Landrat Willibald Gailler sagte, das Aus für Parsberg sei nicht überraschend früh gekommen – die Belegungszahlen seien immer weiter nach unten gegangen, und als sieben Ärzte gekündigt haben, habe man nicht weitermachen können. "Alle wollen beste Qualität und fahren dafür lieber ein paar Kilometer weiter", so Gailler auf eine Frage aus dem Publikum, warum Parsberg dichtmachen musste. Dort habe es nur 30 Betten gegeben, es sei wegen fehlender Voraussetzungen kein Notfallkrankenhaus gewesen. Mit der Psychosomatik und der Kurzzeit- und Tagespflege habe man in Parsberg weiter wichtige Angebote.

Landrat Willibald Gailler sagte, das Neumarkter Klinikum mit 17 Fachabteilungen stehe gut da, das Parsberger Haus mit 30 Betten sei nicht mehr gut angenommen worden. © André De Geare


Insgesamt stellte er die Situation der Kliniken im Landkreis positiv dar, man habe in den vergangenen zwölf Jahren 12 Millionen Euro erwirtschaftet, davon aber die Hälfte für das Defizit in Parsberg gebraucht. Er geht für 2020 von einer schwarzen Zahl als Ergebnis aus. Das Klinikum habe 17 Fachabteilungen, .

Auch was die Facharzt-Abedekckung angeht, sei der Landkreis gut dabei. Es gebe keine Unterversorgung, 91 Hausärzte tun hier Dienst, 68 im Bereich Neumarkt, dort sind 5,5 Stellen unbesetzt, und 23 in der Region Parsberg, wo es keine freien Stellen gebe.

22 neue Gesetze in ztwei Jahren

Der SPD-Bewerber Dirk Lippmann sitzt als Kreisrat mit im Verwaltungsrat der Kliniken und hat die einstimmige Entscheidung über Parsberg mitgetragen. Er fügt an, der Gesundheitsmarkt wandle sich stark, seit Jens Spahn im März 2018 als Gesundheitsminister antrat, habe es 22 neue Gesetze im Bereich der Kliniken gegeben. Daher seien starke Kooperationspartner wichtig, die bei Themen wie Digitalisierung oder Datenschutz kompetent sind. Wenn im Oktober der Klinikumsvorstand Peter Weymayr geht, würden per Managementverträgen mehrere Fachleute verschiedene Gebiete abdecken.

Das Neumarker Klinikum, so Lippmann, stehe gut da, sei stark gewachsen und müsse nun austarieren, welche Angebote wie zugeschnitten werden. Neumarkter Chefärzte würden auch von anderen Einrichtungen als Zweitmeinung angefragt – das sei ein Indikator für die hohe Qualität der Arbeit.

Haus- und Fachärzte sollten sich nicht nur auf Neumarkt und Parsberg, sondern bestenfalls auf alle Landkreisgemeinde verteilen. Da sei jede einzelne Kommune gefragt, viele Gespräche zu führen und individuelle Lösungen zu finden.

Auch Sebastian Schauer setzt. sagte er in der Runde, vor allem auf Kontakte. Aus seiner Arbeit als Leiter der Neumarkter Jurawerkstätten habe er immer wieder mit dem Bezirk und dessen medizinischen Einrichtungen zu tun. "Ich bin ein Netzwerker", sagt er. Das Personal sei die Basis der medizinischen Versorgung, daher würde er auch mit Fachschulen kooperieren, darüber hinaus mit niedergelassenen Ärzten und der Ärztekammer.

Aus dem Publikum kam die Frage nach "einer 18. Fachabteilung fürs Klinikum Neumarkt, nämlich gescheite Parkmöglichkeiten". Gailler antwortete, mit dem privaten Anbieter an der Nürnberger Straße habe sich die Situation entschärft, man hätte langfristig dort gern ein Parkdeck oder Parkhaus, dazu müsse aber die Stadt mitmachen. Lippmann sagte, ein Shuttle vom Bahnhof zum Klinikum könne ein Anreiz sein.

MAGDALENA KAYSER

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