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Dienstag, 25.06.2019

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Lammsbrauerei süßt mit Zucker von Acker im Landkreis

Neuer Feldversuch: Bio-Bauer Thomas Sedlmeier baut in Fribertshofen Zuckerrüben für die Lammsbräu an. - 25.05.2019 11:12 Uhr

Lammsbräu-Chef Johannes Ehrnsperger (l.) und Bio-Landwirt Thomas Sedlmeier machen eine Stippvisite auf dem Feld, auf dem die Zuckerrüben sprießen. © Foto: André De Geare


Das ist im kargen Neumarkter Raum keine klassische Feldfrucht, doch Sedlmeier hat die Anregung der Neumarkter Lammsbräu an ihre Brauzutaten-Lieferanten aufgenommen und ist seither auf die Zuckerrübe gekommen. In die now-Limo kommt Invertzuckersirup, der aus Bio-Zuckerrüben gewonnen wird. Dabei hätte die Lammsbräu gerne möglichst viel Sirup aus regionaler Produktion von verbandszertifizierten Bio-Landwirten.

Die sei eine Gewinnerin des Klimawandels, sagt er auf dem Feld nahe Fribertshofen: Die Zuckerrübe braucht es warm und kommt auch mit etwas weniger Wasser aus. "Die kann die Blätter ausbreiten und ruhen, bis es wieder regnet und die Wurzeln wieder Wasser aufnehmen."

Wer keine Lust hat auf Unkrauthacken, wird allerdings beim Zuckerrübenanbau nicht glücklich. Rund 250 Arbeitsstunden pro Hektar habe die Familie im vergangenen Jahr investiert, schätzt Sedlmeier, vor allem, um die Reihen freizuhalten, bis die Blätter groß genug sind, den Boden zu bedecken. Pro Hektar ergeben sich etwa acht bis zehn Tonnen Zucker als Ertrag.

Beim Kampf gegen unerwünschtes Kraut helfen Ehefrau Anneliese und die acht Kinder. Wenn es gegen Schädlinge, etwa Läuse, geht, gibt es fliegende und krabbelnde Helferlein: Die Marienkäfer, die in der Hecke neben dem aktuellen Acker überwintern, verputzen die Läuse mit großem Appetit.

Die Blühstreifen, die Sedlmeier neben seinem Acker angelegt hat, erfüllen auch mehrere Aufgaben: Zum einen sind sie Bienen- und Insektenweide. Zum anderen schmecken den Erdflöhen, die den Zuckerrüben zusetzen können, offenbar die benachbarten Pflanzen besser, so dass sie aus dem Acker lieber zur Leibspeise am Rand wechseln.

"Je näher, desto lieber"

Mindestens zwei, besser drei oder vier Jahre Pause gönnt Sedlmeier dem Feld zwischen zwei Zuckerrüben-Jahren, dann kommen Sommergerste für die Lammsbräu, Kleegras oder anderes dazwischen dran.

Johannes Ehrnsperger, Geschäftsführer der Neumarkter Lammsbräu, freut sich über einen Bio-Zuckerrüben-Produzenten aus dem Landkreis. Generell habe die Lammsbräu die Lieferanten "je näher, desto lieber". Zuckerrüben bauen in Bayern auch Landwirte aus dem Raum Ingolstadt und um Ochsenfurt in Unterfranken an. Weitere Rüben-Tester aus der Nähe sind willkommen.

Die Rüben werden im Herbst geerntet, kommen per Zug ab Ingolstadt an den Bodensee auf die Schweizer Seite und werden dort verarbeitet. Dabei sei sichergestellt, so Ehrnsperger, dass der Sirup aus den eigenen Rüben der Erzeugergemeinschaft in Neumarkt landet. 

MAGDALENA KAYSER

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