Gemeinderat

Lauterhofen: Heftige Diskussion ums Wasser

12.6.2021, 08:00 Uhr
Der Antrag auf Verlegung von Wasserleitungen im Gemeindegebiet Lauterhofen löste im Marktgemeinderat eine Grundsatzdiskussion über das Wasser als Allgemeingut aus.

Der Antrag auf Verlegung von Wasserleitungen im Gemeindegebiet Lauterhofen löste im Marktgemeinderat eine Grundsatzdiskussion über das Wasser als Allgemeingut aus. © Patrick Pleul, dpa

Leidenschaftlich und teils hochemotional wurde im Marktgemeinderat Lauterhofen der Antrag des „Zweckverbandes zur Wasserversorgung Prönsdorfer Gruppe“ auf Gestattung zur Verlegung von Leitungen auf dem Gemeindegebiet Lauterhofen behandelt. Dass es bei diesem Antrag nicht um den Vertrag des Wasserverkaufes selbst ging, machte in der Diskussion kaum einen Unterschied.

„Das ist unser Wasser“, rief Ludwig Härteis und schlussfolgerte weiter, „dass wir damit ein Gewerbegebiet unterstützen, das wir gar nicht wollen“. „Wasser ist Allgemeingut“, meinte Xaver Lang (CSU) und Bürgermeister Ludwig Lang stellte richtig, dass eine gewisse Menge Wasser an andere abgegeben werden muss. Anton Preißl prangerte das Geschäftsmodell generell an: „Die Auswirkungen auf unsere Brunnen sind nicht geprüft und überhaupt, wird Wasser das Öl des nächsten Jahrhunderts sein.“

Alternativvorschläge verlangt

Julia Strobl von den Freien Wählern brachte die Diskussion wieder dahin zurück, wo sie hingehörte. Es geht bei diesem Antrag nur um die Verlegung der Leitung auf dem Gemeindegebiet Lauterhofen. Es handelt sich um eine Verbundleitung von Hartenhof nach Pfeffertshofen mit einer Abzweigung zum Gewerbegebiet Waldeck. Ihr gefiel nicht, dass die Wasserrohre in den vorhandenen, asphaltierten Radweg gerfräst werden sollen. Sie verlangte Alternativvorschläge.

Mit vier Gegenstimmen wurde der Antrag grundsätzlich genehmigt, unter der Auflage nach alternativen Verlegungsmöglichkeiten zu suchen und die Wasserrohre nicht in den Radweg zu fräsen.

Schneller ging die Bestellung des Wahlleiters und seines Vertreters zur Bundestagswahl am 26. September. Zur Wahlleiterin wurde Kathrin Heinig einstimmig bestellt. Ihr Vertreter ist Christian Heldmann.

Aufträge vergeben

Als Abschluss des öffentlichen Teils der Sitzung wurden Auftragsvergaben aus vorausgegangenen, nicht öffentlichen Sitzungen bekannt gegeben: Für den Erweiterungs- und Umbau der KiTa St. Gabriel wurde das Gewerk Faltwand an die Firma Schindler vergeben, die Estricharbeiten an die Carl GmbH, die Außenputzarbeiten an die Malerwerkstätten Hoffmann, die Trockenbauarbeiten an die Firmen Bösl und Trockenbau GmbH und die Malerarbeiten an die Firma Berschneider in Velburg.

Für die Grund- und Mittelschule wurde der Bau der Blitzschutzanlage an Blitzschutzbau Müller vergeben, die Brandmeldeanlage an Brandmeldetechnik Heinrich und das Nachtragsangebot für Raumluftanlagen an die Firma Petry.
Die Bestellung von Streusalz für den Winterdienst erhielt die Firma H&W Handels oHG.

10h-Regelung unterlaufen?

Den lautstarken Unmut von Marktrat Anton Preißl löste die Bekanntgabe der Vergabe von Planungsleistungen für die Überarbeitung des Flächennutzungs- und Landschaftsplanes der Gemeinde an die Landschaftsarchitekten Bauernschmitt und Wehner aus. Nicht notwendig, meinte er, "und wenn die Öffentlichkeit wüsste, was da dahintersteckt“, sein Argument. Er fürchtet, dass damit die 10h-Regelung für Windkraftanlagen des Freistaates unterlaufen werden soll. Ludwig Härteis vermisst jegliche Informationen: „Ich weiß nur, was in der Zeitung steht.“ Ob es bereits Anträge für weitere Windräder gebe? Nein, sagt Bürgermeister Lang, nur eine Anfrage, aber Anfragen erreichen das Rathaus täglich. Anton Preißl will einen Deckel auf die Windkraftanlagen. „Auf einer Fläche von drei mal fünf Kilometern stehen 25 Anlagen, jetzt reicht`s.“

Die KiTa St. Gabriel bekommt eine Zusatzkraft für Inklusion für zwei Wochenstunden pro Kind. Für ihre denkmalgeschützten Orgeln bekommen Deinschwang 4530 Euro, Gebertshofen 4350 Euro und Trautmannshofen 2400 Euro an Zuschüssen.

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