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Montag, 14.10.2019

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Lothar-Fischer-Preis 2019 für Benjamin Houlihan

Jury entschied sich für den 44-jährigen Bildhauer aus Düsseldorf - 15.05.2019 10:57 Uhr

Fischer-Preisträger Benjamin Houlihan wurde 1975 in Olpe geboren. Heute lebt er in Düsseldorf, wo er auch von 2000 bis 2007 an der Kunstakademie studierte.


Er geht dieses Jahr an den 1975 in Olpe geborenen Künstler Benjamin Houlihan. Heute lebt und arbeitet Houlihan in Düsseldorf, wo er auch von 2000 bis 2007 an der Kunstakademie Düsseldorf bei Georg Herold und Peter Kleemann studierte.

Für das zweistufige Wettbewerbsverfahren werden die Künstler für den Preis von einem externen Vorschlagsgremium nominiert und anschließend von Mitgliedern der Stiftungsgremien ermittelt. Die Vorschläge kamen 2019 von Stefan Borchardt, Direktor Kunsthalle Emden, Marion Bornscheuer, Direktorin Museum Moderner Kunst Wörlen, Passau, Johan Holten, Direktor Staatliche Kunsthalle Baden-Baden, Barbara Leicht, Amt für Kultur Neumarkt, Olaf Metzel, Künstler aus München, und Leunora Salihu, Lothar-Fischer-Preisträgerin 2017 aus Düsseldorf.

Die vorgeschlagenen Künstler sollen in lose Verbindung zum Werk des Museumsstifters gebracht werden können und dem Profil des Hauses entsprechen. Lothar Fischer, selbst ab 1975 Professor für Bildhauerei an der Hochschule der Künste in Berlin (heute Universität der Künste), war sehr an der Förderung jüngerer Bildhauer gelegen, so dass ihm die Vergabe eines Preises bereits bei Gründung der Stiftung sehr am Herzen lag. 2005 erhielt erstmals Klaus Hack die Würdigung, es folgten die Preisträger Rolf Wicker, Brigitte Schwacke, Martin Wöhrl, Felix Schramm, Stefan Rohrer und Leunora Salihu.

Den Lothar-Fischer-Preis 2019 erhält der Bildhauer Benjamin Houlihan. Sein Werk – im Bild „Miss me“ in der Kunsthalle Nürnberg – changiert zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit und stellt immer wieder die Sehgewohnheiten auf die Probe. © Foto: Hye-Mi Kim


Mit Benjamin Houlihan hat man sich für eine der interessantesten, jüngeren bildhauerischen Position in Deutschland entschieden. Mit Ironie und künstlerischer Leichtigkeit lotet Houlihan traditionelle Fragestellungen der Kunst, insbesondere der Bildhauerei, aus und bricht dabei klassische Gattungsgrenzen auf.

Raffiniert lässt er, genreübergreifend, Skulptur, Zeichnung und Malerei im Raum verwischen. So ist Skulptur bei Houlihan nicht zwingend volumenhaft und massig, sondern kann auch als filigrane Konturlinie im Raum erscheinen. Das dreidimensionale Raumobjekt wird bei ihm mitunter zur feingliedrigen, zeichnerischen Setzung.

Umgekehrt sind seine Zeichnungen unweigerlich im bildhauerischen Kontext eingebunden. Mal negiert Houlihan in seinen plastischen Arbeiten Volumen, indem er ihnen nahezu jegliche Körperlichkeit entzieht, mal setzt er, mit abstrakt-voluminösen, in den Raum hineinragenden Objekten, ganz gezielt auf Dreidimensionalität. Bei seinen Werken steht oftmals, nicht nur in der zwischen Figuration und Abstraktion bewegenden Motivik, das Ungewöhnliche und Nebensächliche des Alltags im Fokus.

Houlihan greift klug das Verhältnis von Körperlichkeit, Fläche, Maßstab, Kontur und räumlicher Verortung auf. Sein Werk, zwischen Abstraktion und Gegenständlichkeit changierend, beeindruckt durch seine facettenreiche und genreübergreifende Formensprache.

Seine vom 28. Juni bis 11. Oktober 2020 geplante Ausstellung im Museum Lothar Fischer wird sicherlich einen interessanten Beitrag zur zeitgenössischen Bildhauerei liefern.

nn

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