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Mal wieder raus: Neumarkter wollen was erleben

Bei den Reisebüros und -veranstaltern sind vor allem Ziele in Deutschland gefragt - 31.07.2020 13:43 Uhr

Deutschlandurlaub ist angesagt, viele entdecken ihre Heimat derzeit völlig neu. Beispielsweise hier der Dampfzug der Harzer Schmalspurbahnen GmbH (HSB) auf der Strecke von Drei Annen Hohne (Sachsen-Anhalt) Richtung Brocken.

© Foto: Julian Stratenschulte/dpa


Gleichzeitig zeigen die Infektionszahlen, dass von Entwarnung keine Rede sein kann. Das spüren auch die Reiseveranstalter und -büros im Landkreis Neumarkt.

Lieber im Bus als im Flugzeug seien ihre Kunden unterwegs, beobachtet Sabine Laub von Merz Reisen in Gnadenberg: Weniger weit fahren, dafür sicher ohne Quarantäne-Sorgen wieder heimkehren, ist oft die Devise. Ziele innerhalb Deutschlands sind daher gefragt, ob in den Harz oder nach Ostfriesland. Auch in die Schweiz, nach Basel zur Edward-Hopper-Ausstellung oder nach Davos, werden Touren gebucht.

Laub erinnert sich an die erste Fahrt nach dem Lockdown, da ging es vom 12. bis 15. Juli nach Potsdam – da lief alles gut und sogar ein paar Pluspunkte seien zu erleben: In Ausstellungen oder bei Führungen sei insgesamt eher weniger los.

Gleichzeitig raus aus dem Alltag, aber sicher und gut aufgehoben, so erlebt Laub die Bedürfnisse der Reisenden im Moment – fest vereinbarte Führungen oder Zeiten in Museen sowie vorab gebuchte Mahlzeiten in Restaurants sind für ihre Kunden da wichtig. In den Bussen mit großem Sitzabstand und festem Platz sei das Sicherheitsgefühl gegeben, sagt Laub.

Wer bei ihnen nach Reisen fragt, sei vorab schon gut informiert, so ist der Eindruck von Anja Lehner vom Reisebüro Urlaubsinsel Lufthansa City Center in Postbauer-Heng – die Kunden haben dann schon mögliche Ziele im Visier und wissen genau, wo sie nicht hinwollen. Für manche sei das Fliegen ein Problem, andere nehmen einen Flug von zwei Stunden locker in Kauf.

Tegernsee und Erzgebirge

Kurzfristig fragen viele an, "innerhalb von sieben bis 14 Tagen ist immer was drin". Viele interessieren sich für innerdeutsche Ziele, Nord- und Ostsee, aber auch ins Erzgebirge wollen viele reisen oder auch an die großen Seen wie nach Mecklenburg oder an den Tegernsee, sagt Lehner.

Gerade aktive Reisen in die Natur seien im Moment beliebt, beobachtet Antonia Stiegler von Steidl Reisen in Neumarkt. Wandern und Radeln liegen im Trend, ob Wandern in bayerisch-Kanada entlang des schwarzen Regens im Bayerischen Wald oder eine Tour auf dem Altmühlradweg von Gunzenhausen nach Eichstätt. "Auch eine Erlebnisschifffahrt zu Starnberger, Spitzing- und Schliersee war stark nachgefragt", so Stiegler.

Einige Kunden seien sehr vorsichtig und machen gern vom Angebot Gebrauch, bis zu 30 Tage vor Reiseantritt kostenlos umzubuchen. Andere, bemerkt Stiegler, finden, sie seien so lange zuhause gewesen und eingeschränkt, die wollen wieder was erleben. "Da ist eine Tagesfahrt geeignet, um sich heranzutasten, was wieder geht", sagt Stiegler.

Ein verlässliches Netzwerk an Partnern ist ihr in diesen Zeiten besonders wichtig, sagt Stefanie Sippl von Sippl-Reisen aus Deining: Wenn man Restaurants und Hotels habe, "die verstehen, was läuft", sei viel gewonnen. Ebenso seien die Stammkunden wichtig, die sich oft untereinander kennen, die vernünftig agieren: "Da hat jeder seine Maske dabei", nennt Sippl als Beispiel. Gefahren wird dann in die Wildschönau oder nach Husum, das sei gut gebucht.

Dass 2020 nicht annähernd ein normales Reisejahr wird, ist allen klar – "wir freuen uns über jeden, der einsteigt", fasst Stefanie Sippl zusammen.

MAGDALENA KAYSER

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