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Mitten in der dunklen Nacht leuchtete der Glaube

In der Stadtpfarrkirche trafen sich die Gläubigen zum Nightfever — Predigt hielt Bischof Hanke — Beten im Ursprung - 29.06.2014 20:00 Uhr

Nigthfever: Beten in der Kirche in der Nacht © Wolfgang Fellner


Geladen hatte das bischöfliche Jugendamt, gekommen waren aber nicht nur junge Menschen. Nightfever, nach dem Weltjugendtag in Köln im Jahre 2005 aus der Taufe gehoben, gibt es in vielen Städten. Nun auch in Neumarkt. Zum Auftakt der langen Nacht reiste gar Bischof Gregor Maria aus Eichstätt an.

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Nightfever in St. Johannes

Zu einer besonderen Gebetsnacht hat St. Johannes eingeladen.


Der Bischof war mit Diözesanjugendpfarrer Christoph Witczak, Dekanatsjugendseelsorger Clemens Mennicken, Stadtpfarrer Domkapitular Norbert Winner und weiteren Geistlichen beim Gottesdienst zu Beginn von Nightfever der Hauptzelebrant. In seiner Predigt hob das Bistumsoberhaupt hervor, dass das Fieber hier ähnlich wie beim Fußballfieber etwas Positives bedeute. „Jesus lässt sich, wenn ich einen Stich ins Herz bekomme, sei es durch eine plötzliche Todesnachricht oder eine schwere Erkrankung, ans Herz gehen, vom Leid der Welt berühren und verletzen“, sagte der Bischof. Mit der Feier der Eucharistie werde deutlich, dass die Gläubigen mehr verbinde als trenne.

Der Bischof sprach auch Cybermobbing an, wo Fehler des Einzelnen schnell in die Welt hinausposaunt werden. „Du musst also perfekt sein. Wo kann ich also noch offen über Fehler und Versagen reden?“, fragte das Diözesanoberhaupt. Im Sakrament der Beichte könne man alles vor Gott aussprechen und sei es noch so missraten. Nach dem Gottesdienst gehörte das Gotteshaus den Gläubigen. Die Säulen ausgeleuchtet, Strahler im den Gewölben, das Allerheiligste zur Anbetung auf dem Altar ausgesetzt.

Besonders viele junge Menschen kamen zum Beten, knieten oft lange vor dem Altar, entzündeten Kerzen. Auch das Angebot zur Beichte fand Echo; fast schien es, als lebe in der Finsternis der Nacht der Glaube mit neuem Feuer und neuem Eifer auf.

Es war eine ergreifende Stimmung, das leise Murmeln der Betenden, der Chor, der im Halbdunkel sang, die vielen Kerzen, die Strahler, die Finsternis. Eine Reduktion der oft auch weltlichen Kirche auf ihre Ursprünge, auf das Urchristentum, den einfachen Glauben. Junge Frauen, junge Männer, die ins Gebet versunken vor dem Allerheiligsten knien. In ihrer Entschlossenheit den gewöhnlichen Gläubigen voraus; eine Absage an die Beliebigkeit, das Einfordern der Überzeugung. Auch ein Fingerzeig zur Neuausrichtung der Kirche? Weg vom Versuch, auch die Zweifelnden mitzunehmen und die Bequemen, hin zur Konzentration auf die reine Lehre?

Mit dem Komplet, gehalten von Kaplan Clemens Mennicken, schloss die Nacht. Die Strahler verloschen, die Kerzen auch. Der Glaube, das sah man in den Gesichtern, brennt aber bei mehr jungen Menschen, als man gemeinhin glaubt.

 

FRANZ XAVER MEYER UND WOLFGANG FELLNER

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