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Montag, 20.01.2020

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Mühlstraße ist die Nagelprobe für Neumarkts Verkehrspolitik

ADFC fordert eine "Verkehrswende" und hält einen Radweg für nicht weitgehend genug - 13.01.2020 05:56 Uhr

Parkende Autos am Gehweg, fahrende Pkw auf der Straße: Für Fußgänger und Radler bleibt da nicht mehr viel Platz. Der ADFC möchte, dass in der Mühlstraße die nichtmotorisierten Verkehrsteilnehmer mehr Platz bekommen. © Foto: Wolfgang Fellner


Jeden Morgen und jeden Mittag das gleiche Bild in der Mühlstraße: Trauben von Kindern und Jugendlichen gehen zu den Realschulen, auf der Straße drängen sich Busse und Autos, dazwischen wuseln Radfahrer. Kurz: es ist unübersichtlich und oft gefährlich.

Elternbeiräte der Knabenrealschule haben deshalb die Initiative "Sichere Mühlstraße" gegründet. Sie setzen sich für einen Radweg ein zwischen den beiden Schulen. Seit einigen Wochen sammelt man Unterschriften für ein Bürgerbegehren. Die SPD hat ihre Unterstützung angeboten.

"Radweg ist nicht zielführend"

Der Radlerverband ADFC begrüßt die hält den Vorschlag jedoch für rechtlich problematisch und letztendlich nicht weitreichend genug, wie es in einer Stellungnahme heißt. "Wir freuen uns sehr über die Initiative des Elternbeirats der Knabenrealschule, die Situation des nichtmotorisierten Rad- und Fußgängerverkehrs in der Mühlstraße zu verbessern", betont ADFC-Vorstandsmitglied Olaf Böttcher, der auf der Liste der Grünen für den Stadtrat kandidiert.

Doch ein einseitiger Radweg sei in der Straßenverkehrsordnung (StVO) aus Sicherheitsgründen innerorts seit längerem nicht mehr vorgesehen, so Böttcher. Auch den zeitweilig diskutierte Vorschlag, einen eigenständig geführten Weg durch den Stadtpark und entlang des Schlossweihers zu bauen, hält der ADFC nicht für zielführend. "Beide Varianten verlagern lediglich die Gefahrenpunkte an den Beginn und das Ende eines solchen Weges", so Böttcher.

 

 

Für den ADFC ist die Umgestaltung der Mühlstraße eine Nagelprobe für den Willen zu einer Verkehrswende in Neumarkt. " Die Straße muss so umgebaut werden, dass Autofahrende zwingend mitbekommen: Hoppla, hier ist Schritt-Tempo erforderlich und andere als Autos haben hier Vorrang", fordert Böttcher.

Ob das Ganze , Fahrradstraße, verkehrsberuhigter Bereich oder anders heiße, hält Böttcher für nachrangig. "Wichtiger ist der politische Wille, eine solche Lösung zu denken und zu beschließen."

Nur noch Schrittempo in der Mühlstraße?

Den Einwand, der gesamte Verkehr könnte zusammenbrechen, wenn den schwächeren Verkehrsteilnehmern Vorrang in der Mühlstraße eingeräumt wird, lässt Böttcher nicht gelten. Die Mühlstraße sei bereits seit geraumer Zeit gesperrt. Er kenne niemanden, der sich in dieser Zeit verirrt oder sein Ziel nicht erreicht habe. "Wo ist also das Problem, wenn die Straße zukünftig im Schritt-Tempo befahrbar wäre?", so Böttcher.

Grundsätzlich biete Neumarkt als "Stadt der kurzen Wege" ideale bedingungen, öfter das Auto stehen zu lassen und aufs Rad zu steigen.

 

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