Sonntag, 17.11.2019

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Mysteriöser Fall aus den 70ern: Vergrabenes Auto gefunden

Am Waldrand bei Waldkirch stieß die Polizei unter der Erde auf einen VW Käfer - 08.04.2019 21:47 Uhr

Bei den Grabungen am Waldrand bei Waldkirch kam dieses halb verrottete Auto zum Vorschein. Die Suche nach den sterblichen Überresten von Monika Frischholz läuft weiter. © Armin Weigel, dpa


Jahrzehnte nach dem Verschwinden einer damals zwölfjährigen Schülerin hat die Polizei am Montag in der Oberpfalz mit Grabungen an einem möglichen Ablageort der Leiche begonnen. Gegen 13.30 Uhr wurden Teile eines Fahrzeugs gesichtet, welches anschließend gänzlich freigelegt und geborgen wurde. Dabei handelte es sich dem ersten Anschein nach um einen VW Käfer. Bislang hätten die Kriminalbeamten an dem Fahrzeug Hinweise festgestellt, "die unter Umständen relevant für unseren Fall sind", sagte ein Polizeisprecher. Genauere Angaben gab er mit Verweis auf die laufenden Ermittlungen zunächst nicht bekannt.

Monika Frischholz verschwand im Mai 1976

Der Fundort des Wagens liegt direkt an einem Forst. Stück für Stück hätten mehr als 20 Einsatzkräfte am Montagnachmittag mit Schubkarren, Schaufeln und Händen das Fahrzeug freigelegt. Es sind auch Bäume gefällt worden, um das Auto aus der Grube heben zu können. Die Kriminalbeamten der Ermittlungsgruppe Froschau wurden bei ihrer Arbeit von Spezialisten verschiedener Fachrichtungen unterstützt. So waren Kräfte des Fachkommissariats für Spurensicherung bei der Kriminalpolizeiinspektion Weiden, der Tatortgruppe des Bundeskriminalamtes, der Staatsanwaltschaft Weiden und einer technischen Einsatzeinheit der Bayerischen Bereitschaftspolizei aus Nürnberg vor Ort. Die Arbeiten werden am Dienstag fortgesetzt.

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Vor 43 Jahren verschwunden: Polizei sucht nach Mädchenleiche

Im Dezember 2018 hat die Kriminalpolizei Weiden neue Ermittlungen aufgenommen, die das Verschwinden und den möglichen Tod der seit 43 Jahren in Flossenbürg vermissten, damals 12-jährigen Monika Frischholz aufklären soll. Im April fanden Grabungsarbeiten an einem möglichen Ablageort der Leiche südlich von Flossenbürg statt, im Mai suchten Taucher dann ein Gewässer nahe Waldkirch ab und eine Scheune geriet in den Fokus.


Monika Frischholz ist vor beinahe 43 Jahren verschwunden. Den bisherigen Ermittlungen zufolge verließ die Schülerin am 25. Mai 1976 nachmittags ihr Elternhaus. Durch Zeugenaussagen aus der damaligen Zeit, aber auch durch neue Hinweise, konnte die Polizei den Fußweg des Mädchens in Teilen rekonstruieren und einen Ort südlich von Flossenbürg an der Grenze zu Tschechien ausmachen, an dem die vermisste Schülerin begraben liegen könnte.

10.000 Euro Belohnung ausgesetzt

Nähere Auskünfte über die Erkenntnisse, die zum Grabungsort geführt haben, teilte die Polizei mit Blick auf das laufende Verfahren nicht mit. "Wir wissen noch nicht, was uns erwartet", hatte Kriminalhauptkommissar Armin Bock vor Beginn der Grabungen am Montagmorgen gesagt. "Egal jedoch, wie diese erste Untersuchung verlaufen wird: Wir werden nicht aufgeben!" Primäres Ziel sei für alle beteiligten Einsatzkräfte das allem Anschein nach getötete Mädchen zu finden, sagte Bock.

Ob und inwieweit die forensische Grabung zu einer Auffindung von menschlichen Überresten oder Beweismitteln führen werden, ist weiterhin offen. Ob der Fund tatsächlich im Zusammenhang mit dem vermissten Mädchen steht, sollen weitere Untersuchen am Fahrzeug und der Grube zeigen. Inzwischen hat das Landeskriminalamt Bayern eine Belohnung ausgesetzt: 10.000 Euro sollen Menschen, die etwas über das Verschwinden von Monika Frischholz wissen, motivieren, Hinweise zur Aufklärung der Tat oder zur Ergreifung des Täters zu geben.


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dpa/Martin Regner

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