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Montag, 27.05.2019

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Naturbad Postbauer-Heng: Das große Becken bleibt zu

Das hat nicht nur den Kiosk-Pächter überrascht: Das große Becken ist heuer geschlossen - 17.04.2019 13:00 Uhr

Keine Kräuselung und kein Wasserring stört das Spiegelbild auf der Oberfläche des Naturbads in Postbauer-Heng. So wird es die meiste Zeit in diesem Sommer sein, denn das Becken ist für den Badebetrieb gesperrt. Nur in „Nikos Strandbar“ ist ab heute bestimmt mehr los als auf diesem Foto. © Wolfgang Fellner


In diesem Jahr können die Besucher also nicht schwimmen, aber immerhin plantschen. Denn das Babybecken ist weiter zugänglich. Es bekommt ein Sonnensegel und wird täglich gereinigt.

Nikos Strandbar ist geöffnet

Seit gestern ist auch "Nikos Strandbar" wieder geöffnet. Pächter Nikos Pantechakis wurde mitten in der Vorbereitung auf die Saison kalt erwischt von der Aussetzung des Badebetriebs. "Erst letzte Woche habe ich davon erfahren."

Kein Badebetrieb heißt für ihn: Wahrscheinlich verkauft er weniger Eis und Limo an die Laufkundschaft. Zum Glück hat Pantechakis viele Stammgäste, die nicht unbedingt zum Schwimmen in das Freizeitgelände gehen. Viele von ihnen haben schon gefragt, wann es endlich losgeht.

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Für die Schließung des Badebetriebs gibt es mehrere Gründe, sagt geschäftsführender Beamter Himml. Den letzten Anstoß habe die Kommunalversicherung gegeben. Sie teilte der Marktgemeinde mit, dass das Naturbad während der gesamten Öffnungszeiten von mindestens einem Rettungsschwimmer überwacht werden müsse. Ein Schild "Baden auf eigene Gefahr" wie bisher reiche nicht aus. Zudem müsse das gesamte Naturbadgelände eingezäunt werden.

Die Gemeinde müsse also zwei bis drei Personen täglich abstellen für das Naturfreibad. Denn neben der Aufsicht gibt es ja noch das Algenproblem, das eine tägliche gründliche Reinigung erforderlich macht.

Vor über zehn Jahren wurde das Bad saniert und mit einer biologischen Reinigungsstufe ausgestattet. Nur leider hat die nie richtig funktioniert. Ein glitschiger Algenteppich verwandelt den Boden und die Treppenstufen in Rutschbahnen.

Algenproblem: Schlichtung in Sicht

Seit vielen Jahren schon streiten sich Marktgemeinde, Architekt und Baufirma vor Gericht darum, wer die Verantwortung trägt, und wer die Kosten für den erheblichen Mehraufwand bei der Wasserreinigung tragen muss. Es wurden bereits mehrere Gutachten erstellt. Jetzt ist ein Gesamtgutachten fällig, dass die bisherigen Ergebnisse zusammenführt, wodurch noch einige Jahre ins Land ziehen könnten.

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Doch mittlerweile wollen alle drei Parteien den Fall vom Tisch haben, sagt Himml. Ein Schlichtungsverfahren soll die Einigung bringen. Die Marktgemeinde Postbauer-Heng möchte erreichen, dass sie mit einem möglichen Schadenersatz das Naturbad und die Reinigungstechnik auf den neuesten Stand bringt – der dann auch für klare Verhältnisse im Wasser sorgt.

"In Laufe dieses Jahres wird es hoffentlich rechtliche Klarheit geben", sagt Himml. Die Marktgemeinde könne dann über die Art und den Umfang der Sanierungsarbeiten entscheiden und womöglich auch schon damit anfangen. Auch in diesem Fall hätte man das Große Becken schließen müssen.

Es gibt übrigens eine Möglichkeit, den Badebetrieb ohne störende Auflagen aufrecht zu erhalten: Aus dem Naturfreibad wird ein Badeweiher. Dazu müsste nicht neu gebaut werden, sondern abgerissen. Wenn Umkleiden, Duschen und WC verschwinden ist auch keine Aufsicht mehr notwendig. Aber das ist keine Option für die Marktgemeinde. "Wir wollen den Freizeitcharakter des Geländes uneingeschränkt erhalten", sagt Himml. 

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