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Naturbad Retteloh wird richtig teuer

Freystadt muss einen Eigenanteil von 543 000 Euro stemmen - Der Kleinkinderbereich soll bis zur Saison 2020 fertig sein - 11.04.2019 11:00 Uhr

Die Umgestaltung des Naturbades in Freystadt-Rettelloh kostet die Stadt wesentlich mehr Geld als zunächst angenommen. Es können nämlich deutlich weniger Zuschüsse aus dem Leader-Programm abgerufen werden. © Anne Schöll


Die Umgestaltung des Naturbades Rettelloh mit der Schaffung eines Kleinkinderbereiches und den Bau eines neuen Kiosks mit Sanitär- und Umkleideräumen war bereits in der Novembersitzung beschlossen worden. Nun berichtete Dorr, dass er falsch informiert worden sei und die seinerzeit ins Auge gefasste Leaderförderung von 50 Prozent über den Gesamtbetrag der Umgestaltung mit 743 000 Euro nicht möglich ist.

Lediglich 200 000 Euro Höchstförderung gebe es. Um an diese Fördermittel zu kommen, musste nochmal ein neuer Beschluss gefasst werden. Damit verbleibt bei der Stadt für die Badsanierung ein wesentlich höherer Eigenanteil in Höhe von 543 000 Euro. Dorr fügte noch an, man wolle vordringlich den Kleinkinderspielbereich bis zur Badesaison 2020 fertigstellen.

Robert Hackner, der dagegen stimmte, sagte: "Die Verwaltung hätte sich vorher über die Zuschussmodalitäten genau informieren und das Vorhaben in mehrere Bauabschnitte unterteilen müssen.

Zur überörtlichen Rechnungsprüfung teilte der Vorsitzende Rudolf Schiener mit, die Ausschussmitglieder Matthias Penkala, Renate Großhauser, Lukas Lebherz, Hans Schöll und Thomas Pietsch haben die Unterlagen des Rechnungsjahres 2017 im Januar zwei Tage lang geprüft und festgestellt, dass die Tagesabschlüsse übersichtlich geführt werden.

Säumige Hundesteuer-Zahler

Wie bei jeder Rechnungsprüfung in den vergangenen Jahren wurde bemängelt, dass das Restverzeichnis noch immer nicht abgearbeitet ist. Verjährungen müssten besser überwacht werden. Säumige Hundesteuerzahler sind nach wie vor ein Thema mit nicht bezahlten 2600 Euro. Festgestellt worden ist, dass sich die Schülerbeförderungskosten im Schulverbandsgebiet auf 451 600 Euro belaufen haben und die Reinigungskosten für die Martini-Schule mit 105 000 Euro etwa um zehn Prozent gegenüber vor zehn Jahren angestiegen sind.

Angesprochen wurden die Kosten für die Mitgliedschaften der Stadt in diversen Vereinen und Verbänden: Hier muss die Notwendigkeit beobachtet werden. Bei der Gemeindeverbindung Rumleshof-Michelbach müssen die Nachbesserungen vor Ablauf der Gewährleistungsfrist erfolgen, eine andere Forderung. Die enorme Kostenüberschreitung für einen Kleinstweg bei der Badgrabenrenaturierung, ein noch immer fehlender einheitlicher Schlüssel für die Abrechnung der Energiekosten in den großgemeindlichen Feuerwehrhäusern oder die Einrichtung einer Kleiderkammer für Feuerwehruniformen, die teilweise nur einmal gebraucht werden, waren weitere Kritikpunkte.

Kostenüberschreitung genehmigt

Kämmerer Andreas Kraus sagte zu diesen Punkten, was machbar war, habe man inzwischen bereinigt. Am Rest bleibe man dran. Auch die Kostenüberschreitungen des Jahres 2017 genehmigte der Stadtrat anschließend und die Festschreibung der Jahresrechnung für den Haushalt über insgesamt 31,4 Millionen Euro.

Bürgermeister Alexander Dorr gab die Ausschreibungsergebnisse für die rückwärtigen und seitlichen Gebäude des Stadelmann-Anwesens an der Schwallgasse inklusive der beiden Garagen des Nachbarn bekannt. Wie berichtet, ist mit dem Nachbarn eine Vereinbarung getroffen worden, wonach er einverstanden ist, dass diese auf Kosten der Stadt neu zu errichtenden Garagen seitens der Stadt mit einem Obergeschoss überbaut werden können für einen städtischen Sitzungs- und Mehrzwecksaal.

14 Firmen wurden zur Gebotsabgabe eingeladen, zwei beteiligten sich mit Offerten zwischen 67 480 Euro und 113 300 Euro (Kostenberechnung: 91 750 Euro). Den Zuschlag erhielt eine Baufirma aus Oberviechtach.

Hans Gerngroß fragte wegen des Umbaus der ehemaligen Knabenschule nach, in die das Bauamt und ein Teil der EDV ausgelagert wird. Er wollte den Sachstand für die nicht erfolgte Auftragsvergabe der Fenster wissen und dem vorliegenden Gebot von 34 000 Euro.

Fenster für die Knabenschule

Dorr sagte, man habe ein weiteres Angebot von einer Schreinerei aus dem südlichen Gemeindebereich eingeholt. Deren Angebot sei 6000 Euro höher gewesen als das vorliegende. Außerdem hätte die Schreinerei mitgeteilt, dass sie die Fenster nicht selbst fertigt, sondern aus der Nachbargemeinde bezieht.

ANNE SCHÖLL

 

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