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Neue Antenne behagt den Nachbarn nicht

An der Milchhofstraße wird ein Mobilfunkmast installiert — Telekom-Mann spricht von sicherer Technik - 17.07.2014 16:00 Uhr

Der Mobilfunkmast an der Milchhofstraße steht schon, doch die Installation der technischen Anlage dauert noch bis zum Herbst. Verbessern soll sie vor allem die Datenübertragung in dem Gebiet. Foto: Fritz-Wolfgang Etzold © Fritz-Wolfgang Etzold


Mobilfunk sei eine „absolut sichere Technik“, meint Markus Jodl von der Telekom. Die geltenden Richtwerte für elektrische Felder würden stets unterschritten. Proteste gegen Mobilfunkmasten habe er immer wieder erlebt, doch seit einigen Jahren „flaut das ab, das ist Normalität geworden, und fast jeder hat ein Handy und will nicht mehr darauf verzichten.“

Eines seiner Hauptargumente: Je gleichmäßiger und engmaschiger das Netz an Handymasten sei, desto geringer die Emissionen. Denn das Handy regle sich selbstständig mit dem nächstgelegenen Masten auf die niedrigstmögliche Leistung, um möglichst wenig Kapazitäten zu besetzen.

Ersatz für Lammsbräu-Mast

Der Mast an der Milchhofstraße werde zum einen als Ersatz für den gebaut, der bis vor fünf Jahren auf einem der Lammsbräu-Gebäude angebracht war: Zur Unternehmensphilosophie der Neumarkter Bio-Firma passe das nicht.

Doch zum anderen geht es nicht nur ums Telefonieren, macht Jodl von der Telekom klar: Neben dem Reden sei Datenübertragung immer mehr das, was der Kunde mit seinem Smartphone machen will. „Schauen Sie mal an einer Bushaltestelle, was die Leute da machen: Fotos verschicken, im Internet surfen, Videos anschauen.“ Daher seien mit dem neuen Masten auch die Mobilfunkstandards LTE (Long Term Evolution) und UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) möglich, die auch größere Datenmengen schnell übertragen; dazu ist GSM (Global System for Mobile Communications) möglich, das vor allem für Telefonate und SMS-Verschicken genutzt wird. Bisher habe man im Areal um die Milchhofstraße gut telefonieren können, aber Datenübertragung sei schwierig gewesen, so Jodl. Wohl im Herbst werde der Mast ins Netz integriert sein, denn die technische Einbettung sei komplex.

Auch Michael Gottschalk, im Landratsamt Neumarkt zuständig für Kreisentwicklung, kennt die Zwickmühle: „Einerseits wollen wir in einer Umgebung leben, die so unberührt wie möglich ist, und andererseits wollen wir die Errungenschaften der modernen Technik ausschöpfen.“

Mobilfunk-Versorgung sei wichtig, „das ist inzwischen Teil der Daseinsvorsorge, ganz ohne werden wir nicht auskommen“, findet er. Und LTE sei für Gebiete, die trotz der aktuellen Breitband-Förderung kein schnelles Internet bekommen, eine wichtige Alternative. „Im ländlichen Raum habe ich es insofern etwas leichter, weil man da von der Wohnbebauung etwas weiter weggehen kann“, signalisiert Gottschalk Verständnis für die gesundheitlichen Bedenken der Nachbarn an der Milchhofstraße, die die Antenne direkt vor der Nase haben.

Der Antennenbau dort wird nicht von der Kommune genehmigt, wenn der Aufbau weniger als zehn Meter hoch ist. Die Bundesnetzagentur prüft den Standort, „eine Art Antennen-Tüv“, nennt das Jodl von der Telekom. Die Stadt und der Landkreis Neumarkt erhalten lediglich eine Information darüber, dass dort gebaut wird.  

MAGDALENA KAYSER

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