Neues Zentrum für Menschen mit Schädel-Hirn-Trauma in Neumarkt

13.10.2018, 13:35 Uhr
Das Fachzentrum für Menschen mit Schädel-Hirn-Trauma an der Dr-Schrauth-Straße ergänzt die soziale Architektur von Stadt und Landkreis Neumarkt um einen wichtigen Baustein.

Das Fachzentrum für Menschen mit Schädel-Hirn-Trauma an der Dr-Schrauth-Straße ergänzt die soziale Architektur von Stadt und Landkreis Neumarkt um einen wichtigen Baustein. © Foto: Siegfried Mandel

"Es war ein langer Weg des Entscheidens, des Planens und des Einziehens. Nun sind wir am Ziel und bitten ins Haus", sagte Direktor und Pfarrer Rainer Remmele Eingangs seiner Predigt. Mit dem SHT-Fachzentrum sei ein echtes Leuchtturmprojekt geschaffen worden. Modellhafte Raumstruktur verbinde sich in perfekter Weise mit angemessenen Wohnformen.

"Hier wird Menschen mit SHT individuelles Leben in Einzel- oder Gemeinschaftsräumen ermöglicht", sagte Remmele. Das Fachzentrum sei ein Projekt, das von Architekten und Fachplanern in acht verschiedenen Büros auf neuestem fachlichem Stand geplant wurde. Die Baukosten von rund 8,1 Millionen Euro wurden über die Hälfte vom Freistaat und zu einem Teil von der Bezirksregierung finanziert.

Nach der Lesung von Domkapitular Norbert Winner und dem Segen für die Bewohner und Mitarbeiter dieser Einrichtung sowie den unterschiedlich gestalteten Kreuzen gingen Staatsminister der Finanzen Albert Füracker, Oberbürgermeister Thomas Thumann und Landrat Willibald Gailler auf den Werdegang des Fachzentrums an der Dr.-Schrauth-Straße in Neumarkt ein.

Mit Planungsbeginn 2010 reifte eine Einrichtung für Menschen, mit denen das Schicksal es nicht gut meinte. Auf 8700 qm entstanden Wohn- und Förderstätten in einem komplexen Bereich. "Ein großartiger Fortschritt im sozialen Leben in der Stadt und im Landkreis Neumarkt", sagte Thumann.

Architekt Georg Dordea übergab offiziell den Schlüssel an Andreas Frisch und Richard Renner, den diese umgehend an einen Hausbewohner weitereichten.

Die Festansprache hielt der stellvertretende Vorsitzende des Stiftungsvorstandes, Gerhard Reile. Er ging auf die Förderstätte im Allgemeinen und im Einzelnen ein. Es wurde ein Bau geschaffen, der über 24 Wohnplätze in zwölf Einzel- und sechs Doppelappartements und zugleich über eine integrierte Förderstätte mit 28 Plätzen verfügt. Hier wohnen Menschen, die bei einem Verkehrsunfall, einen Schlaganfall, einer Gehirnblutung oder Entzündungen eine Beeinträchtigung erlitten haben. Die erworbene Hirnschädigung oder ein SHT bedeutet für den betroffenen Menschen einen tiefen Einschnitt im Leben und häufig auch bleibende Einschränkungen.

Unterschiedliche Konzeptionen und individuelle Betreuung sollen es ermöglichen Fähigkeiten wieder zu erlernen und eine Lebensperspektive zu entwickeln. Das wichtigste bei der Bauausführung war die komplette Barrierefreiheit im Innen- und Außenbereich.

Andreas Fersch, Gesamtleiter der Regens-Wagner-Stiftung Lauterhofen,  ist überzeugt von dem Konzept, das für die Betroffenen Möglichkeiten bereitstellt, ein möglichst selbständiges und normales Leben zu führen. "So etwas für diesen Personenkreis existiert weit und breit nicht", sagte Fersch. "Es war dringend erforderlich, da die räumliche Enge in Lauterhofen einen Ausbau oder Neubau von Förderstättenräumen zwingend erforderlich machte."

Alina Schmaußer und Richard Veit sowie Anke Lopez, Dorothee Senger, Gabriela Skalet und Doreen Uhlmann gestalteten musikalisch die Veranstaltung.

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