Neumarkt: Bewährungsstrafe für rabiate Ex-Freundin

5.4.2018, 14:38 Uhr

Nicht nur, weil diese Attacke lediglich mit einer Beule abgegangen war, kam das auch Amtsrichter Rainer Würth spanisch vor und er korrigierte die Angaben, bevor er in die Verhandlung wegen gefährlicher Körperverletzung einstieg. Es hatte sich um eine Metallstange mit einem Durchmesser von ein bis zwei Zentimetern gehandelt.

Dieses "Mordinstrument" hatte die Angeklagte unter der Kleidung verborgen, als sie im Ludwigshain in Neumarkt zu einem Treffen mit ihrem Verflossenen und Vater eines ihrer beiden Kinder kam. Die 27-Jährige war gut beraten, auf ihren Pflichtverteidiger Christopher Lihl zu hören und unumwunden zuzugeben, dass da das Temperament mit ihr durchgegangen war.

In die Arme gefallen

Ihr Opfer, ein junger Mann, der aus dem Bezirkskrankenhaus vorgeführt wurde, konnte sich an den Vorfall nicht mehr erinnern. Er sei an diesem Abend voll unter Drogen gestanden. Er wisse nur noch von einem Gerangel, bei dem auch ein Messer im Spiel war. Weder habe er den Schlag damals registriert, noch habe er heute Interesse daran, dass seine Ex verurteilt werde. Bevor ihn nach der Aussage die begleitenden Polizisten wieder mitnehmen konnten, fielen sich Zeuge und Angeklagte in die Arme.

Allerdings scheint der jungen Frau leicht der Gaul durchzugehen. Sie hat bereits fünf Eintragungen im Bundeszentralregister, drei davon wegen mehr oder minder heftiger Körperverletzung.

Angeklagte war alkoholisiert

Staatsanwalt Robin Pyka wertete das rasche Geständnis als entlastend und dass die Angeklagte nicht unerheblich alkoholisiert war. Die 27-Jährige und ihr 31 Jahre altes Opfer hätten Glück gehabt, dass der Angriff so glimpflich abgelaufen ist.

So komme nur noch eine Haftstrafe in Betracht. Die schwierige Frage sei, ob diese noch zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Die Frau ist arbeitslos und ihre beiden Kinder sind anderweitig untergebracht. Dennoch rang Pyka sich dazu durch, dass die von ihm geforderte einjährige Freiheitsstrafe auf drei Jahre zur Bewährung ausgesetzt werden könne. Die Arbeitsauflage von 100 Stunden dürfe ruhig spürbar sein.

Von einem Klassiker einer Beziehungstat sprach Richter Rainer Würth. Er verhängte ein Jahr Haft auf drei Jahre Bewährung. In dieser Zeit wird der rabiaten jungen Frau ein Bewährungshelfer zur Seite gestellt. Auch die 100 Stunden Arbeitsauflage fand der Richter als sehr sinnvoll. Der Angeklagten gab er mit auf den Weg, sich zu überlegen, ob sie nicht ein Anti-Aggressionstrainiung absolvieren möchte. "Sie haben sich nicht im Griff, wenn Sie mal anfangen zuzuschlagen".

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