Neumarkt: Frau mit einer Spielzeug-Waffe geschockt

31.8.2018, 09:50 Uhr
Sieht echt aus, ist aber keine scharfe Waffe (Symbolbild).

© Bundespolizei München/dpa Sieht echt aus, ist aber keine scharfe Waffe (Symbolbild).

Bedrohung lautete denn auch der Vorwurf, dem er sich gestern am Amtsgericht Neumarkt stellen musste. Am 25. März dieses Jahres hatte der 39-Jährige nach einem vorausgegangenen verbalen Streit am Bahnhofsplatz in Neumarkt einer Frau eine silberne Pistole unter die Nase gehalten und gemeint: "Gleich knallt´s."

Gefährlich war das nicht, denn es handelte sich um eine Spielzeugwaffe. Aber das wusste die junge Frau nicht und erschrak sich sehr.

Hang zu Drogen

"Da waren Sie an dem Tag vermutlich nicht gut drauf", wollte Richter Würth wissen. "Im Gegenteil", widersprach der Angeklagte. "Ich habe Geburtstag gefeiert, hatte aber 0,0 Promille." Da konnte sich Rainer Würth ein spöttisches Lächeln nicht verkneifen: "Ja, ja Promille", spielte er auf den Hang des arbeitslosen Handwerkers an, sich allerlei Drogen rein zu pfeifen. Aber Würth nahm ihm ab, dass er außer "Eindruck machen" keine weiteren bösen Absichten gehegt hatte, als er mit der Pistole rumfuchtelte. "Das ist Ihnen gelungen", sagte er und der Angeklagte, der noch im Haus der Eltern wohnt, bat um Nachsicht. "Ich kann doch nichts für meine Statur".

Der Staatsanwalt kam zu dem Schluss, dass trotz der Vorstrafen und einer laufenden Bewährung in einer nicht einschlägigen Sache eine Geldstrafe die richtige Antwort sei, denn die tut in diesem Fall besonders weh. Er forderte 60 Tagessätze zu je 15 Euro.

Keine großen Sprünge

Pflichtverteidiger Christopher Lihl verwies darauf, dass sein Mandant längere Zeit nichts mehr angestellt hatte und dass er mit dem Arbeitslosengeld von 290 Euro im Monat keine großen Sprünge machen könne.

Das Urteil von Richter Würth lautete auf 60 Tagessätze zu 15 Euro, die in Raten von 45 Euro gezahlt werden können. Dazu kommen noch die Kosten des Verfahrens.

Keine Kommentare