Trauerfeier im Münster St. Johannes

Neumarkt verabschiedet sich von Alt-Landrat Löhner

1.8.2021, 10:58 Uhr
Über die Obere Marktstraße geleiteten die vielen Trauergäste den Sarg von Albert Löhner zum Friedhof in der Regensburger Straße.

Über die Obere Marktstraße geleiteten die vielen Trauergäste den Sarg von Albert Löhner zum Friedhof in der Regensburger Straße. © Günter Distler, NNZ

So eine Würdigung wird sicher nur wenigen zuteil: „Wir verabschieden uns heute von einem ganz Großen“, sagte Stadtpfarrer Norbert Winner im Requiem für Albert Löhner“, nicht nur wegen seiner Ämter, sondern auch wegen seiner Persönlichkeit, als Mensch.

Nach dem Requiem im Münster St. Johannes würdigte Landrat Willibald Gailler die großen Verdienste seines Amtsvorgängers Albert Löhner.

Nach dem Requiem im Münster St. Johannes würdigte Landrat Willibald Gailler die großen Verdienste seines Amtsvorgängers Albert Löhner. © Günter Distler, NNZ

Die Chevaulegers standen Ehrenwache neben dem Sarg des früheren Landrats, als die sechs Geistlichen, angeführt von zahlreichen Fahnenabordnungen, einzogen in das Münster St. Johannes, das – auch wegen der coronabedingten Abstandsregeln – die Trauergemeinde kaum fassen konnte, auch Vertreter vieler Vereine und Verbände, von Feuerwehr und BRK waren gekommen.

Im Münster St. Johannes verabschiedeten sich zahlreiche Weggefährten vom Neumarkter Kommunalpolitiker.

Im Münster St. Johannes verabschiedeten sich zahlreiche Weggefährten vom Neumarkter Kommunalpolitiker. © Günter Distler, NNZ

Monsignore Winner, der die Totenmesse unter anderem zusammen mit Stefan Wingen von der Hofpfarrei und dem früheren Dekan Richard Distler feierte, erinnerte an Löhners Kindheit in einfachen Verhältnissen, dessen Weg dennoch schon früh vorgezeichnet war:

„Der Bub ist g‘scheit, der Bub muss nach Eichstätt“, hatte der Pfarrer die Eltern überzeugt. Dort machte er sein Abitur, studierte danach Rechtswissenschaften und Volkswirtschaft und kam 1980 als juristischer Staatsbeamter an das Landratsamt Neumarkt.

Stadtpfarrer Norbert Winner nannte Löhner einen

Stadtpfarrer Norbert Winner nannte Löhner einen "ganz Großen". Nicht nur seiner Verdienste als Landrat wegen, sondern auch wegen seiner Persönlichkeit und Menschlichkeit. © Günter Distler, NNZ

„Er war ein Vordenker und Ideengeber“, zitierte Winner aus dem Nachruf von Landrat Willibald Gailler und erinnerte auch an den Brauch der alten Römer, auf Triumphsäulen die Heldentaten der Ihren zu preisen.

Diese Aufgabe übernahm im übertragenen Sinn Willibald Gailler, der ihm Anschluss an den Gottesdienst Löhners Lebenswerk würdigte und dabei unter anderem auch im Namen von Neumarkts Oberbürgermeister Thomas Thumann, Berchings Bürgermeister Ludwig Eisenreich und Bezirkstagspräsident Franz Löffler sprach.

Selbstverständlich war auch Finanzminister Albert Füracker zur Trauerfeier seines Parteifreundes und langjährigen Weggefährten gekommen.

Selbstverständlich war auch Finanzminister Albert Füracker zur Trauerfeier seines Parteifreundes und langjährigen Weggefährten gekommen. © Günter Distler, NNZ

Denn Löhner trat 1988 das Amt des 1. Bürgermeisters der Stadt Berching an, 1996 wurde er dann als Nachfolger von Josef Werner Bauer zum Landrat des Landkreises Neumarkt gewählt. Als er nach 18 Jahren aus Altersgründen nicht mehr kandidieren konnte, übernahm er von 2014 bis 2020 das Ehrenamt des Bürgermeisters in der Stadt Neumarkt, außerdem vertrat er den Landkreis insgesamt zehn Jahre im Bezirkstag der Oberpfalz.

Hinter der Ehrengarde der Chevaulegers wurde der Sarg aus dem Münster getragen.

Hinter der Ehrengarde der Chevaulegers wurde der Sarg aus dem Münster getragen. © Günter Distler, NNZ

Und dabei war er nach Gaillers Worten immer bestrebt, das Beste zu schaffen, habe sich außerordentlich eingesetzt und überaus verdient gemacht. Als unermüdlicher Visionär habe er immer neue Ideen verwirklicht mit dem einem großen Ziel: Die Lebensverhältnisse der Menschen auf dem Land zu verbessern.

Die Trauergäste schritten hinter dem Leichenwagen am Rathaus vorbei.

Die Trauergäste schritten hinter dem Leichenwagen am Rathaus vorbei. © Günter Distler, NNZ

Unter Löhners Ägide sei „außerordentliches entstanden“, so der jetzige Landrat. Mit seiner vorausschauenden Regionalentwicklung habe er Maßstäbe gesetzt und Pionierarbeit geleistet, wegweisende Projekte wie die Kommunalentwicklungsgesellschaft „Regina“ oder die Schule der Dorferneuerung hätten viele Nachahmer gefunden.

Besonders seien ihm auch die Zukunftschancen für die junge Generation am Herzen gelegen, viel Geld sei in die Schulen investiert worden, genauso wie in das Klinikum. Der Gesundheitssektor, so Gailler, war ein weiterer Schwerpunkt Löhners Wirken.

Der Trauerzug auf dem Weg zum Friedhof.

Der Trauerzug auf dem Weg zum Friedhof. © Günter Distler, NNZ

Darauf ging auch Erwin Baier vom Verein „Die Brücke“ ein, der betonte, dass gerade auch Menschen mit psychischen Problemen Löhner viel zu verdanken hätten. „Er konnte sehr hartnäckig sein und wenn es sein musste, konnte er auch poltern“, so Baier. Doch letztlich immer zum Wohle der Menschen.

Als langjähriger Weggefährte erinnerte sich Josef Winkler (Berching): „Sein visionäres, ganzheitliches Denken war neu. Auch wir mussten uns neu ausrichten, um mit ihm den Weg zu gehen“.