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Dienstag, 31.03.2020

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Neumarkter Ärztin kippt Verbot der Sterbehilfe

Karlsruhe: Bundesverfassungsgericht hat entschieden - 26.02.2020 14:06 Uhr

War bei der Urteilsverkündung dabei: Dr. Susanne Vogel. © privat


Die Neumarkterin hatte die Urteilsverkündung im Saal des Bundesverfassungsgerichtes durch den Gerichtspräsidenten Dr. Andreas Voßkuhle vor Ort miterlebt.

"Die Platzkarten waren in kürzester Zeit vergriffen", beschrieb sie das riesengroße öffentliche Interesse. Auch bei ihr selbst gab es dazu mehrere Interviewanfragen.

Wie Voßkuhle in seiner Urteilsbegründung ausführte, schließe "das Recht auf selbstbestimmtes Sterben die Freiheit ein, sich das Leben zu nehmen und dabei Angebote von Dritten in Anspruch zu nehmen." Das Verfassungsgerichtsurteil verpflichte aber keinen Arzt, "gegen seine Überzeugung Sterbehilfe zu leisten".

Gerade dieser Teil des "sehr reglemetierenden Urteils" ist der Neumarkter Palliativmedizinerin besonders wichtig. Unmittelbar nach der Urteilsverkündung betonte sie am NN-Telefon: "Ich werde keine institutionalisierten Suizidhelferdienste leisten." Nach ihrer Einschätzung hätten die Ärzte jetzt aber "Rechtssicherheit".

Dr. Vogel glaubt, dass das Verfassungsgerichtsurteil auch Auswirkungen auf die "Berufsordnung der Ärzte" habe werde. Unmittelbare Folgen für ihre Arbeit als Palliativärztin in Neumarkt werde das neue Gerichtsurteil aber nicht haben, erklärte sie.

Ihre Klage und die Fahrt nach Karlsruhe bezeichnete sie als "Erlebnis von Demokratie und Rechtssicherheit".

FRANK HEIDLER

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