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Montag, 10.08.2020

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Neumarkter Bauhof hat zu früh und zu eifrig gemäht

Eigentlich sollen die Grünstreifen wo möglich zu Blühstreifen werden. Doch die Ablaufpläne sind nicht rechtzeitig fertig geworden. - 05.07.2020 08:00 Uhr

Der Münchshofweg in Pölling: Das Feld ist zur rechten Zeit abgeerntet worden. Doch zwischen Acker und Flurweg sollten eigentlich noch hohes Gras und Wildblumen stehen. So wie hier wurde an vielen Stellen der Stadt zu zeitig gemäht.

© Foto: André De Geare


Auch die Stadt Neumarkt hat sich im vergangenen Mai verpflichtet, die Wege und Wiesen im Stadtgebiet zeitversetzt zu mähen. Der vom Bausenat beschlossene Antrag der SPD sieht zudem die Schaffung von Blumenwiesen anstelle von Rasenflächen vor.

Doch im Gegensatz dazu hat der Bauhof in diesem Frühjahr und Frühsommer scheinbar besonders gründlich und häufig gemäht. Etwa der Münchshofweg bei Pölling. Am langen Feldweg zum Grünberg hin wurden Anfang Juni die Randstreifen beiderseits gemäht – mitten in der Blühzeit. "Welchen Sinn hat das jetzige Abmähen dort", wollte Flitz-Stadtrat Dieter Ries in einer Anfrage an die Verwaltung wissen.

Auch an anderen Wegen, Wiesen, Grünflächen waren die Teams vom Bauhof heuer schon mehrfach aktiv. "Die müssen ihre Leute beschäftigen, weil wegen Corona die ganzen Innenstadtaktivitäten ausfallen", hieß es hinter vorgehaltener Hand.

Das sei mitnichten der Fall, sagt Pressesprecher Franz Janka: "Wegen der momentanen Situation mit corona-bedingten Schichtdiensten und Überstunden- beziehungsweise Urlaubsabbau konnten die Pläne und Listen für die Mäharbeiten in diesem Jahr allerdings bis zum Mähbeginn nicht fertiggestellt werden."

 

Falscher Zeitpunkt

 

Daher sei es an einigen Stellen zu Mäharbeiten gekommen, obwohl zu diesem Zeitpunkt im Jahr keine Mahd vorgesehen ist. Der Münchshofweg in Pölling war so ein Fall. "Nach der Umstellungsphase gehen wir davon aus, dass der Ablauf bei den Mäharbeiten künftig im gewünschten Sinne erfolgt", sagt Janka.

Aus Gründen der Verkehrssicherheit müssten die Randstreifen gemäht werden. Dafür wurde eine Rangfolge aufgestellt. Zum Beispiel soll bei Straßen ohne Gräben nur eine Mahd pro Jahr zu einem späteren Zeitpunkt im Jahr erfolgen. Bei Straßen mit einem Graben soll einmal im Jahr nur in den Graben hinab gemäht werden, um die Entwässerung zu erhalten. Erst bei der eigentlichen Mahd im Herbst wird dann alles weggenommen.

Grundsätzlich sei es das Ziel der Stadt, die biologische Vielfalt im Stadtgebiet zu erhalten beziehungsweise zu fördern. Dies gelte als Grundsatz für die Pflanzungen im Herbst und Frühjahr sowie die Mäharbeiten.

HAUKE HÖPCKE

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