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Neumarkter CSU-Kandidaten laufen sich warm für Bundestag

Susanne Hierl und Marco Gmelch bewerben sich um die Direktkandidatur im September - 03.03.2021 06:00 Uhr

Susanne Hierl und Marco Gmelch streben die Direktkandidatur für den Bundestag an.

03.03.2021 © Hierl/Wittmann


Susanne Hierl, 46 Jahre alte Partnerin der Großkanzlei Rödl & Partner in Nürnberg, seit zwei Jahren Vorsitzende des Kreisverbands, und der Neumarkter Stadtverbandsvorsitzende Marco Gmelch, Projektleiter bei einer Versicherung und mit 33 Jahren im JU-Alter, haben ihren Hut in den Ring geworfen. Sie bewerben sich um die Nachfolge von Alois Karl, der am 26. September nicht mehr antritt.

Die Entscheidung fällt wahrscheinlich am Samstag, 20. März. Der Termin steht allerdings noch unter Corona-Vorbehalt. "Niemand kann sagen, ob in einem Monat eine Präsenzveranstaltung möglich ist, wie sie das Wahlgesetz vorschreibt", sagt Hierl.

 

Corona setzt auch den Rahmen für den innerparteilichen Wahlkampf. Alleine in den vergangenen Wochen sind ungezählte Feiern und Fischessen ausgefallen, bei denen sich die beiden der Basis hätten präsentieren können. Zurzeit wählen noch die über 90 Ortsverbände ihre Vertreter für die Versammlung. Auch diese kleinen Bühnen gibt es nicht.

Der Plenarsaal des deutschen Bundestags: Dort wollen Susanne Hierl und Marco Gmelch nach der Wahl im September als Abgeordnete auf einem der blauen Stühle Platz nehmen.

02.03.2021 © Foto: imago images/Christian Spicker


"Es ist ungewohnt. Aber das gilt für alle gleichermaßen", sagt die Kreisvorsitzende Hierl. Sitzungen finden seit Monaten online statt. Es werde viel telefoniert. Die Konkurrenzsituation beunruhigt die 46-Jährige nicht. "Das gehört dazu." Schließlich hat sie bei der Wahl zur Kreisverbandsvorsitzenden drei Mitbewerber aus dem Feld geschlagen. Und die Frauenfrage, ist das Geschlecht ein Vorteil? "Ich glaube nicht, dass mich jemand wählt, nur weil ich eine Frau bin."

Gut vernetzt

Auch Marco Gmelch zeigt sich zuversichtlich. Über die Hälfte seines Lebens ist er in der Partei, hat die sogenannte "Ochsentour" mit Energie absolviert: Plakate kleben, Versammlungen, Geburtstage und Info-Abende gehören seit 18 Jahren zu seinem Leben. Entsprechend gut ist Gmelch vernetzt, nicht nur in der Stadt Neumarkt.

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"Man muss für die Politik brennen und sich mit voller Kraft für seine Wähler einsetzen", sagt Gmelch. Auch er hat festgestellt: "Es ist in diesem Jahr ein komplett anderer Wahlkampf ohne die direkten persönlichen Kontakte."

Es scheint also ein offenes Rennen, ob sich die Delegierten der Kreis-Versammlung für Hierl oder Gmelch aussprechen werden. Oder jemand ganz anderes? Schließlich ist eine Bewerbung bis zuletzt möglich.


Das sind die Kandidaten im Wahlkreis Amberg-Neumarkt


Die Siegerin oder der Sieger ist allerdings noch nicht CSU-Direktkandidat im Wahlkreis 232. Dieser umfasst neben dem Landkreis Neumarkt auch die kreisfreie Stadt Amberg und den Landkreis Amberg-Sulzbach. Alle drei CSU-Gliederungen bestimmen Ende Mai zusammen einen gemeinsamen Direktkandidaten.

Chancen stehen gut

Nach der Wahl ist also vor der Wahl. Doch die Chancen des Neumarkter Bewerbers stehen gut. Denn in der Wahlkreisversammlung stellen sie 83 von insgesamt 163 Delegierten. Ob dieser leichte Vorteil ausreicht, hängt von der Geschlossenheit der Delegierten aus dem Neumarkter Kreisverband ab. Und womöglich vom Gegenkandidaten.

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© Matthias Niese

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Frage 2/10:

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Frage 3/10:

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© Michael Matejka

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Frage 4/10:

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© Hermann J. Knippertz via www.imago-images.de, imago images/Hermann J. Knippertz

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© Günter Distler

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Frage 6/10:

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© Wolfgang Kumm/dpa

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Frage 7/10:

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Bisher halten sich alle Bewerber aus der Stadt und aus dem Landkreis in Amberg-Sulzbach bedeckt. Gehandelt werden die Amberger Stadtverbandsvorsitzende Michaela Frauendorfer, der stellvertretende Kreisvorsitzende Patrick Fröhlich, die Auerbacher Stadt- und Kreisrätin Birgit Barth, Andreas Otterbein aus Kastl und auch Kastls Bürgermeister Stefan Braun. Doch bisher traut sich niemand aus der Deckung.

 

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