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Oberpfälzer Vielfalt aufs Ohr beim Nordgautag in Neumarkt

Beim Nordgautag in Neumarkt gab es E- und Volksmusik und Hoerburgers Antwort auf Dada - 25.06.2016 06:30 Uhr

Die Gautrachtenkapelle spielte beim Glossnerbräu Volksmusik zum Tanz. © Fotos (3): Günter Distler


So macht ein wamperter Li-la-leberknödel der schönen Salzbrezel den Hof: Beste Oberpfälzer Dada-Kunst, Texte auf „schnubiglbairisch“ von Felix Hoerburger, bot Beate Himmelstoß im Oberen Ganskeller dar, musikalisch flankiert vom Gitarren-Trio „Verzupft“. Das Schnubiglbairische hat Hoerburger erfunden, „mit Wörtern, die wo nur so tun, als ob es sie geben tät“, erklärt Himmelstoß. Aber klingen tun‘s gut.

Zünftig unter Bäumen ging es mit Zwiadfach und Siassa Sempf beim Kaiser zu.


Der 100. Geburtstag der Musik-Ethnologen, der in Regensburg wirkte, war der Anlass, ihn auf dem Nordgautag zu würdigen – und seinen Siauschnaucherln und Halbschnalzerlneine Bühne zu geben, vor einem kleinen, aber aufmerksamen Publikum im heißen Oberen Ganskeller.

Der Sindlbacher Kreis und Trio Collegio sorgten im Oberen Ganskeller für „Feine Mundart“.


Ein kleines Nonsenserl ist immer wieder eine Wohltat, hat Hoerburger festgestellt, denn dann dreht sich der ganze Hirnverstand einmal im Hirnkasterl herum: Er hat in seinen Texten zum Beispiel drüber nachgedacht, was ein „Hosnzambeibiegl“ kosten darf — also einer mit Schnuznbuffedidl und Faxnwannstmeimugl. Vastehst? Egal, denn klar ist: „Nix wissmer mia ned – also lasst uns schnubigln“, gab Beate Himmelstoß als Motto aus.

Wenn Beate Himmelstoß schnubiglt, was Felix Hoerburgers Texte hergeben, geht es rund — die Musik dazu stammt vom Trio „Verzupft“. © Foto: Günter Distler


Im Historischen Reitstadel gab es zum Auftakt des 41. Bayerischen Nordgautages ein Festkonzert oberpfälzischer Komponisten. Der Kammermusikkreis unter der Leitung von Studiendirektor Wolfgang Müller und das Vokalensemble „Jungbrunnen ´97“ boten die Fülle musikalischen Schaffens aus vier Jahrhunderten Als Komponisten, die im Landkreis Neumarkt zur Welt kamen, durften natürlich Christoph Willibald Gluck und Jean Paul Egide Martini jeweils mit einer Sinfonia nicht fehlen. Franz Gleißner (1761-1818) und Caspar Othmayr (1515-1553) gehören zu den eher Unbekannten, die neu entdeckt wurden. Werke des Weideners Max Reger, dessen 100. Todestag heuer begangen wird, interpretierte das Vokalensemble mit großer Hingabe.

Wolfgang Müller ist nicht nur Musiklehrer am Willibald-Gluck-Gymnasium, sondern auch Komponist, und – aus Weiden gebürtig – auch Oberpfälzer. Schon als 19-Jähriger setzte er eine Suite für Streichorchester mit sechs kurzen Sätzen in Noten. Vor drei Jahren gab Müller dem Werk den letzten Schliff. Wolfram Scharrer recherchierte zu den einzelnen Komponisten und hatte manch augenzwinkernde Verknüpfung zwischen den Musikern parat. Viel Applaus war der Lohn für mehr als zwei Stunden Einblicke in den Reichtum der Kultur der Oberpfalz.

Auch die tänzerische und volksmusikalische Seele der Oberpfalz tobte sich reichlich aus in verschiedenen Biergärten der Stadt: zwiefach und zünftig. 

kay/fxm

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