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Donnerstag, 09.07.2020

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P53 Juraleitung im Landkreis Neumarkt: Informationen über Trassenverlauf

Das "Webinar" am Freitag dürfte vor allem für Bürger von Berching und Mühlhausen interessant sein - 25.06.2020 09:20 Uhr

Verschiedene mögliche Trassen sind auf der Karte im Internet eingezeichnet. Über die Details informiert „TenneT“ bei einem „Webinar“. © Foto: TenneT


Wie dem im Internet unter "P 53 Juraleitung" zu ersehenden Kartenmaterial zu entnehmen ist, soll die Ersatzleitung nördlich von Pollanten auf die Jurahöhen klettern und bei Ernersdorf in den Bereich der bestehenden Leitungen (Bahn und Bayernwerk) münden. Die 80 Jahre alte 220 kV Leitung soll nach Fertigstellung der P 53 Ersatzleitung ein Jahr später abmontiert werden.

Mehrere Varianten

Für Mühlhausen gibt es mehrere Trassenvarianten. Eine davon verläuft im Westen des Ortskerns Mühlhausen, macht zuvor einen Bogen um Hofen und wird im Süden bei der Reismühle nach Osten nördlich von Pollanten Richtung Eismannsberg trassiert. Die zweite Variante tangiert die Gemeinde Mühlhausen weniger, denn sie biegt kurz vor Rocksdorf und Ellmannsdorf nach links ab, quert das Sulztal und kommt auf den östlichen Jurahöhen an, von wo es wiederum Richtung Ernersdorf und Winterzhofen geht.

Die dritte anvisierte Lösung ist, dass die Trasse ins Sulztal gut 200 Meter östlich des Kernorts Mühlhausen und geschätzt gut 400 Meter westlich von Weihersdorf parallel zur Bundesstraße B 299 (die in der Karte noch nicht eingezeichnet ist) verlegt und ebenfalls wieder vor Pollanten auf die Jurahöhen geleitet wird.

Bei der Sitzung des Stadtrats am Dienstag gab Bürgermeister Ludwig Eisenreich einen Sachstandsbericht zum Ersatzneubau der Juraleitung P 53 ab, bei dem er viele Details wiederholte, die er auch schon vor Mitgliedern der Berchinger BI´s angesprochen hat. Er appellierte an seine Stadtratskollegen: "Unser ablehnender Beschluss von Mitte des letzten Jahres steht immer noch. Wir sollten diesen bereits gefassten Beschluss zur Ablehnung der Juraleitung P 53 nochmals unterstreichen und bekräftigen. Eisenreich berichtete außerdem auch über ein "geschlossenes Webinar" vom 17. Juni, zu dem unter anderem Bürgermeister aus der Region Zugang hatten. Im Zuge dessen war ein "grober Planungskorridor" zum konkreten Leitungsverlauf mit verschiedenen Varianten vorgestellt worden. Er berichtete auch über Fragen und Auskünfte durch die Vertreter der Netzausbaugesellschaft.

Hier einige Auskünfte aus dem Webinar, wie sie Eisenreich wörtlich vortrug: "Die Firma TenneT hat den Auftrag, diese Juraleitung zu planen und zu bauen. Grundlage ist der Netzentwicklungsplan sowie das Bundesbedarfsplangesetz. Die jetzige 220-kV Leitung ist 80 Jahre alt und soll durch eine 380-kV-Leitung ersetzt werden. Das derzeitige durchgeführte Prozedere dient der Zwischeninformation. Es wird ein mögliches Variantennetz vorgestellt. Die nächste und vierte Informationsrunde will TenneT im Herbst, kurz vor Einleitung des Raumordnungsverfahrens, wenn bis dahin wieder möglich vor Ort durchführen.

Laut TenneT dient die Juraleitung nicht nur der Durchleitung des Stroms von Nord nach Süd, sondern auch der Regionalversorgung im Raum Nürnberg-Fürth-Erlangen sowie im Raum Regensburg. Laut TenneT kann auf die Leitung im nationalen und internationalen Stromverbund nicht verzichtet werden. Sie ist laut Bundesnetzagentur alternativlos. Was laut TenneT Deutschland trotz Energiewende ebenso benötigt, ist der europäische Austausch, falls die Sonne mal nicht scheint und der Wind mal nicht weht. Deshalb ist dieser Ersatzneubau notwendig."

Momentan gehe es um die Vorbereitung des Raumordnungsverfahrens, für das die Gemeinden derzeit noch nicht zu einer Stellungnahme aufgerufen wurden.

ANTON KARG

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