Training rettet Leben

Pilsacher Feuerwehrler üben Drohnenfliegen und spüren Kitze auf

10.6.2021, 10:19 Uhr
In der Rehkitzsaison hat die Feuerwehr Pilsach den Drohneneinsatz geübt und dabei vielen Kitzen vor der Mahd das Leben gerettet.

In der Rehkitzsaison hat die Feuerwehr Pilsach den Drohneneinsatz geübt und dabei vielen Kitzen vor der Mahd das Leben gerettet. © Stefan Renner/FF Pilsach

Jedes Jahr zur gleichen Zeit treffen zwei Ereignisse zusammen. Die Landwirte müssen mit der Mahd beginnen und Rehkitze werden in den Wiesen geboren. In Deutschland kommen so circa 100000 Kitze auf den rund 2,3 Millionen Hektar Wiesenfläche zur Welt, die direkt vom Mähtod gefährdet sind.

Auf der anderen Seite ist es für Feuerwehren, welche über eine Wärmebilddrohne verfügen, immer ein großer Aufwand, deren Einsatz mit realistischen Szenarien zu üben. Deshalb hatte die Freiwillige Feuerwehr Pilsach die Idee, diese Art von Einsatz zu üben und gleichzeitig etwas Gutes zu tun. Denn was eignet sich besser als ein Rehkitz, das versteckt in Wiesen liegt und eine natürliche Wärmequelle darstellt.

Viele Landwirte meldeten sich

„Wir wollen mit der Aktion zeigen, dass es auch möglich ist, mit den verfügbaren technischen Mitteln, Übungen mit sinnvollen Tätigkeiten wie der Rettung von Rehkitzen zu verbinden“, sagt Stefan Renner, Leiter der Taktischen Einheit Drohne der FFW Pilsach. Aus der Idee wurde schnell ein voller Erfolg, da sich viele Landwirte gemeldet haben, die das Angebot der ehrenamtlichen Rehkitzrettung gerne annahmen.


Auch in Velburg ist ein Drohnenpilot als Kitzretter aktiv


Und die Statistik kann sich sehen lassen: „Insgesamt wurden mehr als 100 Hektar Fläche abgesucht und dabei 19 Rehkitze gefunden, welche wohlbehütet von ihren Müttern im Wald wieder aufgenommen wurden. Sowohl für die Tiere als auch für die Piloten, die den Umgang mit Wärmebild- und Flugtechnik dadurch sehr vertiefen konnten, ein voller Erfolg“, bilanziert Renner.