Freitag, 15.11.2019

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Pilsacher Schule eingeweiht: Meisterleistung in 18 Monaten

Mit der Segnung der Grund- und Volksschule Pilsach hat auch der Ort gleichzeitig seine "neue Mitte" gefunden. - 19.10.2019 12:30 Uhr

Der erste Bauabschnitt der Pilsacher Schule ist fertig, nun haben die Architekten Gudrun und Johannes Berschneider (li.) und Berschneider-Geschäftsführer und Projektleiter Peter Mederer (r.) den Schlüssel übergeben: an Bürgermeister Adolf Wolf (M.) und Rektorin Henriette Gaube-Betzien (2.v.re.). © Foto: Maria Krauß


Die Gemeinde könne stolz sein. Mit dem Schulhausumbau habe man für mehr Attraktivität in der Gemeinde gesorgt. Vor allem nutze das gut gelungene Projekt den Kindern. "Mit der Schule erweitert sich nicht nur der Wissenshorizont, sondern auch das Erfahrungsfeld."

Die ersten Gedanken zum Schulhausumbau habe es bereits 2015 gegeben, nachdem 2011 die Hauptschule aufgegeben werden musste. Die Folge waren leere Räume, die nur stellenweise verpachtet und genutzt wurden. Als der Umbau näher ins Auge gefasst wurde, gab es viele Überlegungen zur Nutzung – unter anderem auch als Therapieräume und eine Arztpraxis.

Nachdem festgelegt wurde, dass sowohl ein offener Ganztag, eine Aula, Räume für die Gemeinde und eine Bücherei mit in die Maßnahme integriert werden, ging es an die weiteren Planungen und hierbei wurde auch die damalige Schulleitung frühzeitig mit eingebunden. Nach dem Ende der Ausschreibung zugunsten des ortsansässigen Architektenbüros Berschneider + Berschneider ging es "Vollgas in die Planungsphase".

Der Schulhausumbau wurde in zwei Abschnitte geteilt, um einen geordneten Schulbetrieb zu gewährleisten; das hat trotz aufwändiger Baumaßnahmen und Einschränkungen geklappt. Wolf bedankte sich bei den Lehrern, beim ehemaligen Schulleiter Wolfgang Wittmann, bei der neuen Rektorin Henriette Gaube-Bentzien, bei Schülern und Eltern für das Verständnis und die Geduld. Auch zollte er den beteiligten Firmen, Planern, Beratern, Nachbarn Respekt und Anerkennung für das Verhalten während der Maßnahme.

Schneller als der Plan

Wolf betonte auch, wie dankbar die Gemeinde Pilsach für die Unterstützung der Regierung sei, die diese Maßnahme mit 3,5 Millionen Euro gefördert hatte. Man habe großes Glück gehabt, dass der Zeitplan sogar noch unterschritten werden konnte.

Cateringbereich, Bücherei, Mensa, Gemeinderäume oder auch der Vorplatz seien in noch nie dagewesenem Maße gestaltet worden. "Die Grundschule Pilsach ist wieder auf dem neuesten Stand", betonte das Gemeindeoberhaupt. Der zweite Bauabschnitt werde wohl rechtzeitig zum Ende des Schuljahres abgeschlossen sein.

Landrat Willibald Gailler war beeindruckt von dem "architektonisch wunderbaren Bau". Er bedankte sich bei der Gemeinde Pilsach für ihren Einsatz, denn es habe eine finanziell große Vorausleistung erbracht werden müssen. Die Schüler würden nun sicher mit noch mehr Begeisterung bei der Sache sein, so Gailler: "Wenn wir solche Schulen gehabt hätten, dann wäre aus uns was geworden."

Architekt Johannes Berschneider hob hervor, dass es für ihn als "Ureinwohner" eine Herzensangelegenheit gewesen sein, am Umbau der Schule mitzuwirken. Nach dem erfolgreichen Verfahren sei es Schlag auf Schlag gegangen, und gleichzeitig musste das Gebäude anständig angefasst werden. Man bräuchte Licht und Luft, um in der Schule für eine gute Grundstimmung zu sorgen.

Auch bat der Architekt um eine kurze Gedenkminute, für das alte, seit 1966 bestehende Gebäude. Auf die vorhandene, gute Grundstruktur habe man aufbauen können, auch wenn der Mittelteil "unzumutbar" gewesen sei. Nun sei ein Hingucker entstanden, Johannes Berschneider verwies auch auf die Arbeit von Landschaftsarchitekt Martin Kölbl.

Ebenso gut funktioniert habe die Zusammenarbeit mit dem Lehrerkollegium und allen Beteiligten. Trotz des "sportlichen" Zeitplans konnte man auch den Kostenrahmen einhalten. Dies sei in der heutigen Zeit nicht selbstverständlich, denn viele Firmen seien überlastet. Man habe ein "Gesamtareal vom Feinsten" erschaffen, sobald die Maßnahme abgeschlossen sei.

"Danke für dieses neue Schulhaus"

Johannes Berschneider selbst übernahm die offizielle Schlüsselübergabe an Schulleiterin Henriette Gaube-Bentzien. Im Anschluss daran erfolgte die Segnung der Schule durch Pfarrer Thomas Eholzer und Pfarrer Martin Hermann. Letzterer betonte, den Kindern werde hier nun die Möglichkeit gegeben, "das Wunder des Lebens in diesem Haus zu erleben". Pfarrer Thomas Eholzer freute sich über die erfolgreiche und ergiebige Zusammenarbeit von allen. Er hofft darauf, dass die Kinder sich hier gegenseitig als Mensch begegnen.

Eholzer bat um den Segen für den "neuen Anfang in dieser Schule". Neben den Räumlichkeiten wurden auch die Kreuze gesegnet, die im Schulhaus aufgehängt werden. Die musikalische Gestaltung der Feierlichkeiten übernahm der Schulchor selbst, unter anderem mit einer neuen Version von "Danke für diesen guten Morgen", das umgetauft wurde in "Danke für dieses neue Schulhaus". Im Anschluss gab es sogar noch eine richtige Schultorte.

MARIA KRAUß

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