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Donnerstag, 22.08.2019

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Polizei befreit bei Parsberg Geflüchtete aus einem Lkw

Männer waren 30 Stunden lang bei weit über 30 Grad zwischen Ladung eingepfercht - 27.06.2019 19:29 Uhr


Der 32-jährige Lkw-Fahrer war von Serbien nach Düsseldorf unterwegs und hatte Geräusche aus dem Innern seines verplombten Anhängers bemerkt. Daraufhin verständigte er die Polizei.

Diese kam und öffnete den Sattelauflieger. Sie fand – eingepfercht und versteckt zwischen Ladungsgut und Plastikflaschen zur Verrichtung der Notdurft – vier junge Männer aus Afghanistan. Sie sind laut eigenen Angaben 15 und 16 Jahre alt.

Die Polizisten stellten fest, dass das verplombte Verschlussseil durchtrennt und wieder verdeckt zusammengesteckt worden war.

Wasserhaushalt wieder aufgefüllt

Die jungen Männer wurden vor Ort von Rettungskräften und Notarzt, insbesondere mit Wasser, versorgt. Ärztliche Sofortmaßnahmen waren nicht erforderlich.

Anschließend wurden sie  zur Autobahnpolizeistation   Parsberg gefahren und  mit Käsesemmeln versorgt. Nach ersten Ermittlungen bezahlten die vier unbegleiteten Minderjährigen jeweils einen vierstelligen Betrag an einen unbekannten Schleuser, der sie in Belgrad auf der Ladefläche des Anhängers versteckte.

30 Stunden bei weit über 30 Grad

Dort harrten sie zwischen den geladenen WC-Reinigern für 30 Stunden und bei Temperaturen von weit über 30 Grad aus, bis der Anhänger durch die Polizei in Parsberg geöffnet worden war.
Nach Abschluss der polizeilichen Erstmaßnahmen wurden sie an das nächste Jugendamt übergeben. Die jungen Männer gaben an, keinerlei Pässe oder sonstige Dokumente mit sich zu führen und  Asyl beantragen zu wollen.

Die Ermittlungen nach dem bislang unbekannten Schleuser wurden aufgenommen. Die Ermittler gehen aktuell davon aus,  dass der Lkw-Fahrer keine Kenntnis von den Männern im Auflieger hatte. Nachdem der Zoll den Sattelauflieger neu verplombte konnte er seine Fahrt fortsetzen.

  

nn/aha

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