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Freitag, 03.07.2020

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Polizei begleitete den Mundschutz-Transport

Am Tillyweg in Hohenfels laufen Ergebnisse der Corona-Bekämpfung zusammen - 14.05.2020 11:00 Uhr

Im Einsatz im BRK-Lagezentrum Hohenfels: Sabrina Liedl, zuständig für das Personal, aktualisiert die Zahlen an der Pinwand. © Foto: Werner Sturm


Zu den schwerpunktmäßigen Aufgaben des zehnköpfigen Teams während der Zeit der Pandemie gehört es vor allem, die Dienste in den angeschlossenen 16 Kreisverbänden mit Schutzmaterial zu versorgen.

Diese Woche besuchten der stellvertretende Neumarkter Landrat und Parsberger Bürgermeister Josef Bauer (CSU) sowie die beiden neu gewählten Bürgermeister Christian Schmid (CSU) aus Velburg und, sozusagen als Hausherr, Christian Graf aus Hohenfels, das Lagezentrum. Es funktioniert nicht nur als Schnittstelle für die Kreisverbände, sondern arbeitet auch eng mit den beiden Bezirksregierungen zusammen.

Weil alle Lagezentren in Bayern nach der gleichen Dienstvorschrift arbeiten, ist außerdem eine sehr gute fachliche und einsatztaktische Zusammenarbeit gesichert. Der Krisenstab wird vor Ort geleitet vom Landesbereitschaftsleiter des Roten Kreuzes, Dieter Hauenstein. Vertreten wird er von Uwe Suchomel vom Kreisverband Neumarkt, der auch die Einsätze koordiniert.

Die beiden vermittelten ihren Besuchern ein eindrucksvolles Bild vom Geschehen und von der täglichen Arbeit in der Stabsstelle, zu der auch eine eigenständige Fahrbereitschaft gehört.

Fünf Rettungswagen in Reserve

Es beginnt praktisch gleich auf dem Parkplatz vor dem Gebäude. Dort stehen fünf Rettungswagen als mobile Reserve, die jederzeit von den Kreisverbänden abgeholt werden können.

Im zentralen Stabsraum befindet sich Computer neben Computer und auf der großen Leinwand informieren sich die Mitarbeiter laufend über das aktuelle Geschehen.

Eine Telefon- und Videokonferenz, in die sich auch andere Hilfsorganisationen und die Polizei einklinken, folgt auf die andere. Täglich um 11.30 Uhr ist eine Lagebesprechung. An Pinnwänden befinden sich bunte Zettel, die die traurigen Auswirkungen des Coronavirus wiedergeben: "Landkreis Tirschenreuth 1 118 Infizierte, 127 Verstorbene, Weiden 1 095 Infizierte, 77 Tote, Landkreis Kelheim 438 Infizierte, 33 Verstorbene, Landkreis Neumarkt 372 Infizierte, 18 Tote". Die Zahlen werden nahezu stündlich aktualisiert.

"Niederbayern und die Oberpfalz sind Hotspots bei den Infizierten", erzählte Bereitschaftsleiter Hauenstein. Seinen Worten nach eignet sich das Haus in Hohenfels optimal als Lagezentrum. Außer dem Führungsraum sei für das gesamte Personal die Infrastruktur mit Übernachtungsmöglichkeiten und Verpflegung vorhanden.

Als Sicherheit für das zu Beginn ausgefallene Internet stehe Satelliten-Funk zur Verfügung und im Falle eines Stromausfalls könne man auf ein Notstromaggregat zurückgreifen.

Dieter Hauenstein und sein Vertreter Uwe Suchomel gaben den Politikern auch einige Hausaufgaben mit auf den Weg. Das größte Problem sei, so sagten sie, die Materialbeschaffung. Ob Mund- und Nasenschutz, den man begleitet von einer Polizeieskorte unter anderem schon vom Frankfurter Flughafen herbeigeschafft hat, ob Beatmungsschläuche oder Schutzkleidung und Desinfektionsmittel, der Materialmangel sei ein ständiger Begleiter.

Bestellt und nicht geliefert

"Wir haben bis heute noch nicht alles bekommen, was wir zu Beginn der Pandemie bestellt haben", sagte Bereitschaftsleiter Hauenstein. Das dürfe nicht mehr passieren, das sei Aufgabe des Staates und auch die Krankenkassen dürfe man nicht aus der Verantwortung entlassen.

Mit etwas Skepsis betrachten Hauenstein und Suchomel die aktuellen Lockerungen der Ausgangsbeschränkungen. "Wenn sich die Bevölkerung nicht an die Regeln hält, kann es schnell wieder rückwärts gehen. Ich hoffe, dass die Menschen vernünftig mit der Situation umgehen, denn wir werden noch lange mit Covid 19 leben müssen", so Hauenstein.

W. STURM

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