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Sonntag, 09.08.2020

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Posse um Gehsteig in Neumarkt ist beendet

Eine Firma rückte an und baute das Stück in der Reichenberger StraSSe zurück. Vorher hatte es einen Vergleich vor Gericht gegeben. - 11.07.2020 19:24 Uhr

Deutlich schlanker als vorher: Der Gehweg auf Höhe des besagten Grundstückes in der Reichenberger Straße in Woffenbach. Am Ende ging es mit dem Rückbau schneller als ursprünglich angenommen.

© Foto: Wolfgang Fellner


Es ging, wie berichtet, um 19,3 Quadratmeter Grund und darum, wer Recht hat. Es ging um mehr als ums Prinzip. Und auch, wenn das Verfahren vor dem Landgericht in Nürnberg mit einem Vergleich endete zwischen der Stadt Neumarkt und einem Grundstücksbesitzer, sah der sich als der Sieger.

"Im November 2016 hat die Stadt Neumarkt, unter OB Thomas Thumann, bei Gehwegbau eine rechtswidrige Grenzüberbauung, auf dieses mein Grundstück, vorgenommen", steht auf dem weißen Schild, gut sichtbar für jeden Passanten und hinter Maschendraht eingehegt. "Laut Beschluss des Landgerichts Nürnberg, vom 07.01.2020, ist die Stadt Neumarkt verpflichtet den Gehweg zurück zu bauen und den Grund zurück zu geben. Max Eder", endet der Text. Der Gehsteig entlang dem Grundstück an der Reichenberger Straße in Woffenbach existiert schon länger.

Er hatte dieselbe Breite wie in der Schlossstraße und der anschließende in der Reichenberger Straße ein Stück weiter hinten. Bei Bauarbeiten war der Gehweg erstellt worden; an sich kein Problem, sagte Rechtsanwalt Johannes Gerngroß, und sein Mandant habe der Stadt auch gesagt, da könne man zusammenarbeiten. Man solle ihm halt Bescheid geben, wenn es so weit sei.

Die wieder neu gesetzten Grenzsteine markierten genau ab, wie die Besitzverhältnisse unter dem Gehsteig verliefen.

© Foto: Wolfgang Fellner


Doch eines Tages war es dafür zu spät: Die Grenzsteine entlang des alten Gehweges "waren geflogen", einen konnte Max Eder noch retten. Und beim Bau wanderte die Rabatte auf der Grundstücksseite Eders stellenweise in sein Grundstück hinein, teilweise fundamentierten die Bauarbeiter auf Eders Grundstück. Es war nicht viel Platz, der da überbaut wurde, am Ende addiert jene rund 20 Quadratmeter.

Das Vermessungsamt rückte an und maß den Gehweg aus; dabei war klar erkennbar, dass dieser oder sein Fundament auf Eders Grund lagen. Am Ende des Gerichts-Verfahrens gab es einen Kompromiss, weil, hieß es in der Verwaltung, offen war, wie alles ausgeht. Die Kommune zahlte das Verfahren, den Rechtsanwalt des Klägers und baut den Gehsteig auf ihren Grund zurück.

Stichtag für den Rückbau war eigentlich Ende des Jahres. Anfangs sah es so aus, als brauche man diesen späten Termin auch wegen der Corona-Krise. Doch dann ging es schnell: Der alte Gehsteig wurde komplett abgebaut, die Grenzsteine neu eingemessen. Und der neue Gehweg angelegt. Der ist jetzt schlanker als vorher, mit Kinderwagen wird es schon eng.

Das hätte gar nicht sein müssen. Die Stadt hätte die 20 Quadratmeter kompensieren können, in dem sie, so das Angebot Eders, diesem dieselbe Fläche an der Schlossstraße abtritt, dort gibt es öffentlichen Grund. Doch das hat die Stadt nicht gewollt.

WOLFGANG FELLNER

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