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Mittwoch, 27.05.2020

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Postbauer-Heng vergibt Millionen-Auftrag

Der Marktrat bringt das Mega-Projekt "Neumarkter Straße" voran - 21.03.2020 13:02 Uhr

Jeder Marktrat auf einem einzelnen Stuhl, mit einem weiten Abstand zu seinen Nachbarn: Der Saal des Deutschordensschlosses bietet ausreichend Raum, um der Infektionsvorsorge Genüge zu tun. © Foto: Helmut Sturm


Die vorherige Desinfektion der Hände und der empfohlene Sicherheitsabstand konnte in diesen Räumlichkeiten eingehalten werden und die technische Ausstattung erlaubte einen reibungslosen Verlauf der Sitzung.

Ein Ausfall der Sitzung hätte negative Auswirkungen auf die geplanten Bauarbeiten in der Neumarkter Straße nach sich gezogen. Die Vergabe der Leistungen musste nach derzeitiger Rechtslage in einem wirklichen Raum mit den Markträten passieren. Für eine Abstimmung aus dem virtuellen Raum heraus, also aus dem Homeoffice heraus, fehlen noch die rechtlichen Voraussetzungen, sagte Kratzer.

Baumeister Wolfgang Götz stellte im Detail das Mega-Projekt Neumarkter Straße vor. Seit annähernd zehn Jahren laufen die Planungen und Vorbereitungen für die Kanal und Wasserleitungen in diesem Bereich. Die häufigeren starken Niederschläge spielten dabei eine wesentliche Rolle und wie das Wasser ohne Schäden anzurichten wieder abgeleitet werden kann und wo hin.

Eingang in die Bauarbeiten für den Kanal und die Wasserleitungen finden auch die Forderungen der Bürger aus den Bürgerversammlungen. Gehsteige werden verbreitert, Straßenverläufe angepasst und die Ein- und Ausstiegsmöglichkeiten für die Schulbusse verbessert.

Den Löwenanteil der Maßnahme macht der Kanalbau mit 4,05 Millionen Euro aus. Die Gesamtsumme mit dem Bau von Wasserleitungen und den Kosten für Straßenbau und dem Einbau von Leerrohren beläuft sich auf 5,28 Millionen Euro. Nicht Teil der Berechnung ist der Bau des Regenrückhaltebeckens, dafür fehlen noch erforderliche Genehmigungen. Die Größenordnung des Regenwasserrückhaltebeckens fanden einige Markträte für zu klein. Baumeister Götz zeigte anhand von Plänen die Lage des Beckens und den geplanten Überlauf zum Bach hin. Dieser Bereich war nie als Bauland vorgesehen, sagte Kratzer. "Es handelt sich um Schwemmland."

Millionen-Auftrag an die Strabag

Die komplette Maßnahme wird mit Mitteln des Landes Bayern gefördert. Der Kanalbau mit 50 Prozent, die Regenrückhaltung mit 60 und die Wasserleitung mit 50 Prozent der Kosten. Der Eigenanteil der Gemeinde beläuft sich auf 3,04 Millionen Euro. Ohne Gegenstimme wurde der Auftrag über 5,28 Millionen Euro an die Firma Strabag erteilt.

Ohne weitergehenden Beschluss wurde die Planung der Arbeiten für den Tiefbrunnen 2 und die Hochbehälter am Dillberg und am Grünberg vorgestellt. Die Arbeiten am Tiefbrunnen werden mit 1,1 Millionen Euro veranschlagt und die beiden Hochbehälter liegen jeweils im Bereich von 700.000 bis 800.000 Euro. Die Kosten sind bis zu 70 Prozent förderfähig.

Eine Diskussion entwickelte sich über das Baurecht generell und die Durchsetzung desselben, beziehungsweise dessen liberale Auslegung. "Wenn jeder alles machen kann, wofür erstellen wir dann überhaupt noch einen Bebauungsplan", fragte Markträtin Gabriele Bayer.

Die Diskussion erhitze sich an einem bereits vorhandenen Neubau und der Anfrage des Nachbarn ob er dieselben Ausnahmen vom Bebauungs-Plan für sich in Anspruch nehmen könnte. Brisant ist die Angelegenheit dadurch, dass der Bauherr des bereits bestehenden Gebäudes nicht gefragt, sondern ohne Genehmigung einfach anders gebaut hat als es genehmigt war. Kratzer betonte, dass die überwiegende Mehrzahl der Bauherren sich an die Vorgaben halte. Ob es in diesem Fall zu der Anordnung eines Rückbaus oder zu einer Strafzahlung komme, bedarf noch der weiteren Klärung.

Generell informierte Bürgermeister Kratzer über den Stand der Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Bürger Postbauer-Hengs. Sieben Infizierte gebe es bis zum Stichtag Donnerstag in der Gemeinde. Die Arbeitsweise der Verwaltung wurde den angeordneten Vorsichts- und Sicherheitsmaßnahmen angepasst. Das Rathaus ist werktäglich von acht bis zwölf Uhr telefonisch zu erreichen. Bis September sind 37 Trauungen angemeldet, die aus jetziger Sicht mit einer begrenzten Anzahl an Gästen auch stattfinden können. Telefonische Absprachen gilt es vorab zu tätigen, dies gelte auch für die Durchführung von Trauerfeiern.

Notfallplan für die Verwaltung

Geschlossen hat derzeit der Bauhof. Kurzfristige Änderungen werden auf den üblichen Wegen bekanntgegeben. "Bedauerlicherweise scheinen immer noch nicht alle Bürger der Gemeinde den Ernst der Lage begriffen zu haben", bedauerte Kratzer. Anders lasse sich die Übertretung des Verbotes zur Nutzung von Spiel- und Bolzplätzen nicht erklären.

Verschoben wurde die Haushaltssitzung im April. Zum jetzigen Zeitpunkt mache es keinen Sinn über Finanzen der Zukunft zu sprechen, stellte Kratzer fest.

Für den Bereich der Verwaltung wurde ein Notfallplan ausgearbeitet, der das Funktionieren der Gemeinde sicherstellen soll.

HELMUT STURM

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