Donnerstag, 19.09.2019

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,Preisanstieg ist bei Bauern nicht angekommen‘

Milchviehhalter geben Forderungskatalog im Europabüro von Albert Deß ab — Kritik an Mengensteuerung - 15.12.2012 13:00 Uhr

Landes- und Kreisvorsitzender Fritz Wienert (Mi.) und seine Neumarkter Vorstandskollegen Bernhard Hiltl (l.) und Xaver Geitner (r.) wollten die Forderungen des BDM an Albert Deß übergeben. Doch der EU-Parlamentarier war nicht da. © Etzold


Kein Problem für den BDM-Landesvorsitzenden Fritz Wienert aus Dantersdorf bei Velburg und seine drei Mitstreiter vom Kreisverband: Sie händigten einfach den Mitarbeiterinnen von Deß’ Europabüro den Katalog an der Tür aus. „Und ich würd’ mich narrisch freuen, wenn sich der Albert mal für uns Zeit nehmen würde“, sagte Wienert vorm Gehen.

Zuvor hatten sich die Milchbauern mit Heidi Rackl, der Assistentin des Straßburger Abgeordneten und selbst CSU-Kommunalpolitikerin, noch eine lebhafte Diskussion geliefert. Rackl versprach, den Katalog mit den altbekannten Forderungen an Deß weiterzureichen, meldete aber auch Zweifel an, ob Proteste wie der jüngste in Brüssel bei den Europaparlamentariern so gut ankämen.

Die BDM-Landwirte verteidigten indessen die Aktionen und machten deutlich, dass ihnen das Wasser nicht bis zum Hals, sondern schon bis Unterkante Oberlippe stehe. Sie erneuerten ihre generelle Kritik an der aktuellen Mengensteuerung. „Es sind ja nur ein bis zwei Prozent zu viel, die den Milchpreis kaputt machen“, wettert Wienert. „Die Autobauer fahren ja auch bei Bedarf ihre Produktion zurück, dasselbe Vorgehen würde bei uns Druck auf den Handel machen.“ Nun sind die Milchproduktpreise im Handel zuletzt wieder gestiegen. Doch sei von dem Plus bei den Erzeugern bisher nichts angekommen, sagt der BDM-Landesvorsitzende mit Blick auf die Molkereien. Da inzwischen Bauern in ganz Europa auf die Barrikaden gingen, wolle der BDM die EU-Parlamentarier nun in ihrer Meinungsbildung „unterstützen“.

Heidi Rackl gab zu bedenken, dass Albert Deß auch als Agrarpolitischer Sprecher nicht alle seine Vorstellungen in Sachen Milch in Straßburg durchsetzen könne. Hier gingen die Ansichten auseinander: „Bei diesem Thema gibt es keine einheitliche europäische, ja nicht einmal eine einheitliche deutsche Meinung.“

  

nd

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