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Protest gegen Stromtrasse: Mahnfeuer entzündet

Initiativen aus dem Landkreis Neumarkt waren am Aktionstag beteiligt - 30.06.2014 11:00 Uhr

Die BIs Freystadt und Meckenhausen sowie Pavelsbach-Berngau beteiligten sich am Aktionstag gegen die Monsterstromtrasse Bad Lauchstädt-Meitingen. © NN


Die Bürgerinitiativen „Gegen die Gleichstromtrasse” Freystadt, Berngau-Pavelsbach und Meckenhausen in der BI Roth beteiligten sich am trassenweiten Aktionstag.

Als idealen Standort hatten die beiden BIs Freystadt und Meckenhausen ein Grundstück unter der Autobahnbrücke bei Michelbach, direkt am Kanal gewählt, der grenzverbindend die beiden Landkreise Freystadt und Hilpoltstein sowie die Bezirke Oberpfalz und Mittelfranken tangiert.

Schon von weitem sahen die Sympathisanten den roten Heliumballon, der die Höhe der geplanten Strommasten anzeigt, im Wind baumeln.

Auf dem Veranstaltungsplatz selbst hatten die Organisatoren Zelte der Freystädter Wasserwacht sowie der Feuerwehren Michelbach und Thundorf aufgebaut, die ihnen unentgeltich zur Verfügung gestellt worden waren.

Regenwolken, die bis nach der Mittagszeit immer wieder Nässe von oben schickten, beruhigten sich am Nachmittag, so dass die Menschen, die aus allen Richtungen zum Platz strömten, sich draußen aufhalten konnten.

Gemeinsam an der Grenze

„Die Idee, etwas gemeinsam am Kanal an der Grenze zu machen, lag auf der Hand“, sagte Markus Engelmann. Zusammen mit seinen Mitinitiatoren sorgte er für Grillwürstchen. Die Frauen versorgten die Trassengegner und Besucher mit Kaffee- und Kuchen. Der Erlös aus Spenden und Verkauf gehe zu gleichen Teilen an die Bürgerinitiativen, betont Markus Engelmann.

Die Freystädter haben bereits die Genehmigung der Stadt in der Tasche, im Großgemeindegebiet 50 Reiter mit Großplakaten aufzustellen, die sie aus eigener Tasche bezahlen müssen. Den Meckenhausenern ist vor Kurzem ihr Heliumballon geplatzt.

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Alles, was Sie über die Stromtrasse wissen müssen

Der Netzbetreiber Amprion plant eine rund 450 Kilometer lange Hochspannungsleitung von Sachsen-Anhalt bis ins schwäbische Meitingen. Ursprünglich verlief der bevorzugte Trassenkorridor quer durch Ober- und Mittelfranken sowie durch die Oberpfalz. Im Juni 2015 präsentierte Wirtschaftsminister Gabriel einen neuen Verlauf.


Nicht nehmen ließ es sich Staatssekretär Albert Füracker, bei der Veranstaltung vorbeizuschauen mit Neumarkts Landrat Willibald Gailler. Von Roth war die stellvertretende Landrätin Edeltraud Stadler gekommen.

Schauplatz der Proteste der BIs Berngau und Pavelsbach war die Jagdgenossenschaftshalle am Pavelsbacher Ortsrand, nachdem der zunächst angedachte Hügel „Strassbug“ infolge des Regens ungeeignet geworden war.

Die Bürgerinitiativen hatten ein Mahnfeuer entzündet, das die anwesenden Kinder nutzten, um sich Stockbrot zu backen.

„Als wir vom Aktionstag hörten, beschlossen wir sofort, mitzuwirken“, sagte Ralph Feldbauer von der Pavelsbacher Führungsriege, der inzwischen etwa 1000 Unterstützer angehören.

„Unser Mahnfeuer steht symbolisch dafür, dass es in unserer Gegend wegen der geplanten Gleichstromtrasse brennt“. Sollte sie so kommen, würde sie hier in 200 Meter Luftlinie vorbeilaufen.

„Aufmerksamkeit erhalten“

„Wir wollen die Aufmerksamkeit der Bevölkerung aufrechterhalten“, sagt Mitstreiter Hans Pröpster, der um die gesundheitlichen Risiken für die Bevölkerung durch die Trasse fürchtet.

Gestern war Pröpster in Berlin auf Einladung der Bundesnetzagentur. Mitgebracht hat unter anderem die Nachricht: „Die wollen alle vier geplanten Trassen.“ Hans Pröpster ist sauer.

ANNE SCHÖLL

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