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Pyrbaum: Hubert Weikhart ist der neue Förster

Waldumbau und Naturschutz: Im Revier warten abwechslungsreiche Aufgaben - 16.05.2020 14:14 Uhr

Harald Schiller, der kommissarische Leiter des Forstbetriebs Allersberg, begrüßt Förster Hubert Weikhart (li.) an seinem neuen Arbeitsplatz. © Foto: André De Geare


Derzeit beschäftigt ihn vor allem die Aufbereitung des Waldes, nachdem Orkan Sabine im Februar auch über sein Revier gefegt ist und rund 25 000 Festmeter Holz umgedrückt hat. "Durch die Nässe im Februar waren die Böden nicht befahrbar, jetzt müssen die umgeknickten Bäume schnellstens raus, da sich seit Mitte April der Borkenkäfer in ihnen eingenistet hat", erklärt Weikhart. Blieben die Bäume liegen, würde der Schädling auf die umliegenden, gesunden Bäume überspringen.

Waldarbeiter ziehen die Stämme mit großen Forstmaschinen raus, auf die deren Räder breite Bänder aufgezogen werden, um die Schäden am Waldboden zu minimieren. Das allerdings ist schlecht für die Forstwege, "die derzeit ramponiert aussehen", weiß Weikhart. Das Beseitigen der Schäden und die Pflege der Wege werden langfristig seine Aufgaben sein.

In fünfter Generation

Hubert Weikhart stammt aus einer Försterdynastie, er übt diesen Beruf in der fünften Generation aus. Er erinnert sich noch gut an den Zeitpunkt, als er beschloss, Förster zu werden: Sein Opa nahm ihn mit in den Wald und zeigte ihm die von ihm gepflanzten Bäume, die nach einigen Jahrzehnten hiebreif waren. "Das hat mich beeindruckt", sagt Weikhart.

Hubert Weikhart (30) ist „endlich angekommen“. © Foto: André De Geare


Nach dem Studium der Forstwirtschaft in Göttigen folgte die Anwärterzeit an der Forstschule in Lohr am Main. Nach mehreren Stationen am Frostbetrieb Zusmarshausen wurde er im Sommer 2019 nach Pyrbaum abgeordnet, wo er sich nicht nur in das Revier, sondern auch seine Lebensgefährtin verliebte. "Es tut gut, endlich angekommen zu sein", sagt Weikhart.

Der 30-Jährige ist ein Vollblutförster. Mit seinen zwei Hunden – Lewi und Vicky – durchstreift er das Revier, das vornehmlich aus Kiefern und Fichten besteht. Laubbäume, vor allem Eichen und Buchen, sind noch in der Minderheit, ihr Anteil ist in den vergangenen Jahren aber gewachsen. Das war auch ein Verdienst von Weikharts Vorgänger Michael Schafferhans, der nach sieben Jahren in sein Heimatrevier Etzenricht gewechselt ist.

Diesen Waldumbau will Weikhart fortsetzen. "Durch einen stabilen Mischwald verbessert sich das Biotop", erklärt er. Sowohl der Boden als auch Bäume und Tiere profitieren vom "Vier-Baum-Konzept". Allen voran der Klimawandel macht den Umbau nötig, weil beispielsweise Fichten trockenes und heißes Wetter nicht vertragen. Hubert Weikhart freut sich auf die abwechslungsreichen Aufgaben in seinem neuen Revier, ist sich aber bewusst, dass es sich um eine "große Aufgabe" handelt.

"Mein Vorgänger hat tolle Naturschutzmaßnahmen durchgeführt und hinterlässt große Fußspuren", sagt er. Den eingeschlagenen Weg möchte er auf jeden Fall weitergehen.

PHILIP HAUCK

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