Raiffeisenbank wächst in schwierigem Umfeld

24.6.2016, 13:30 Uhr
Symbolbild Geld

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Starke staatliche Regulierung, Digitalisierung und die anhaltend niedrigen Zinsen der EZB – diese Themen nahm Vorstandssprecher Dieter Betz bei der Vertreterversammlung im Parsberger Burgsaal zum Anlass, die geldpolitischen Maßnahmen der Europäischen Zentralbank einzuschätzen.

Er kam zu dem Ergebnis, dass einschneidende Kurskorrekturen notwendig sind, um Deutschlands gut funktionierendes Dreisäulenmodell aus Privatbanken sowie öffentlich-rechtlichen und genossenschaftlichen Kreditinstituten nicht zu beschädigen.

Vorstandsmitglied Martin Reindl teilte mit, dass die Bank zum Bilanzstichtag 5896 Mitglieder verzeichnete, 22 mehr als im Vorjahr. Die Zahl der Kunden betrug 14053. Und die sind laut Reindl zufrieden mit ihrer Bank. Einer Umfrage zufolge liegt die Zufriedenheit bei 83,1 Prozent.

161 Millionen Kredite

Beim Kundengesamtvolumen hat die Bank um mehr als neun Prozent zugelegt und erreichte 618,9 Millionen Euro. Die Kredite an Firmen- und Privatkunden beliefen sich insgesamt auf 161,9 Millionen Euro. Die Steigerung betrug 14,2 Prozent. Im regionalen Kundenkreditgeschäft ist die Bank um 6,7 Prozent gewachsen.

Die ausgegeben Kredite stiegen auf einen Rekordwert von 52,8 Millionen Euro. Davon entfielen 12,5 Millionen Euro auf Privatkunden und 40,3 Millionen Euro auf Firmenkunden. Die Forderungen an Kreditinstitute haben zugenommen. Hier unterhält die Bank Tages- und Festgelder zum Liquiditätsausgleich bei der Zentralbank. Die Geldanlagen betrugen 33,3 Millionen Euro.

Beweis des Vertrauens

Die Kundeneinlagen erhöhten sich um 12,2 Millionen Euro auf 293,1 Millionen Euro. „Ich sehe dies gerade im Hinblick auf das Niedrigzinsniveau als einen Vertrauensbeweis“, sagte Reindl. Die täglich fälligen Einlagen nahmen um 17,8 Millionen Euro auf 181,9 Millionen Euro zu.

Die Gesamtsumme der befristeten Einlagen verminderte sich dagegen um 3,5 Millionen Euro auf 10,2 Millionen Euro. Bei den Spareinlagen verzeichnete die Bank einen leichten Rückgang von 2,1 Millionen Euro auf 101 Millionen Euro.

Bei der Bausparkasse Schwäbisch Hall, der Investmentgesellschaft Union Investment, der R+V und der Allianz-Versicherung sowie in den Wertpapierdepots halten die Kunden nochmals Gelder in der Größenordnung von über 139,1 Millionen Euro. Die Geschäftsguthaben der Mitglieder addierten sich zum Jahresende auf 2,7 Millionen Euro.

Die Ergebnisrücklagen sind auf 32,05 Millionen Euro gestiegen. Zusammen mit dem Bilanzgewinn beläuft sich das bilanzielle Eigenkapital auf 35,016 Millionen Euro. Der Zinsüberschuss belief sich auf 6,9 Millionen Euro, ein Minus von 3,8 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Die allgemeinen Verwaltungsaufwendungen stiegen von 5,26 Millionen Euro auf 5,61 Millionen Euro. Die Aufwand-Ertrag-Relation stieg von 58,4 Prozent auf 64,4 Prozent. Diese Zahl gibt Auskunft wie viel prozentual für einen Euro Ertrag aufgewendet werden muss. „Also je niedriger, desto besser“, so der Bankvorstand. Die Raiffeisenbank kann einen Jahresüberschuss nach Steuern von 1,446 Millionen Euro ausweisen.

Dividende erhöht

Vorstand und Aufsichtsrat schlugen eine Dividende von einem Prozent auf die Geschäftsguthaben der Mitglieder vor. Hinzu kommt noch der individuelle Mitgliederbonus. Hier kann jedes Mitglied in Abhängigkeit von der Intensität der Geschäftsverbindung zur Bank eine Gesamtverzinsung von elf Prozent auf das Geschäftsguthaben erreichen. Im Durchschnitt erreichen die Mitglieder eine Verzinsung von 5,65 Prozent durch Dividende und Bonus. Der Vorschlag wurde angenommen.

Neben dem Bankgeschäft betreibt die Genossenschaft auch das Warengeschäft. Hier konnte der Umsatz mit 6,623 Millionen Euro trotz deutlich niedrigerer Erzeugerpreise und auch Erntemengen gegenüber dem Vorjahr stabil gehalten werden. Vergangenes Jahr erreichte das Spendenvolumen der Bank mit 45 890 Euro erneut einen Rekordwert. Erstmals wurde der VR-Förderpreis im Gesamtvolumen von 15000 Euro vergeben.

Die Vertreterversammlung entlastete einstimmig den Vorstand und den Aufsichtsrat. Es wurde mitgeteilt, dass Roland Pirzer mit Wirkung zum 1. Juli als neues Mitglied in den Vorstand bestellt wurde. Satzungsgemäß schieden die Aufsichtsratsmitglieder Heinrich Riel und Franz Ehrensberger aus.

Die Versammlung für die Geschäftsstellen Parsberg, Lupburg und Hohenfels findet am 28. Juni im Gasthaus Nutz in Hamberg statt. Für die Bereiche der Geschäftsstellen Velburg und Seubersdorf findet die Veranstaltung am 29. Juni im Gasthaus zur Adelburg in Hollerstetten statt. Neben den Geschäftszahlen werden dort die Mitglieder auch zum Thema „Richtig erben und Vererben“ informiert.

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