Montag, 18.11.2019

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Ruhe, Besinnung und Begegnung

Das Konzept der dritten Nacht der offenen Kirchen in Pyrbaum kam bei den Besuchern gut an - 24.10.2019 11:30 Uhr

Bei der „Nacht der offenen Kirchen“ in Pyrbaum brannten nur wenige Kerzen in der Kirche Mater Dolorosa. Die Geschichten, die Andrea Will im fast gänzlich dunklen und voll besetzten Gotteshaus erzählte, befassten sich mit dem Thema Krieg und Frieden. © Foto: Sturm Helmut


Zur Eröffnung und Begrüßung läuteten am frühen Abend gemeinsam die Glocken der Sankt-Georgs-Kirche und der Kirche Mater Dolorosa. Beide Gotteshäuser waren von innen und außen in ungewohnt farbigem Licht angestrahlt und beleuchtet. Kerzen in Gläsern zeigten die Wege zu den jeweiligen Eingangsportalen.

Die Pfarrer Klaus Eyselein und Casimir Dosseh zeigten sich vom mehr als guten Besuch beider Kirchen beeindruckt und erfreut. "Wir wollten den Gläubigen ihre Kirchen einmal von einer anderen Sichtwei-se her näherbringen." Die Kirchen in Pyrbaum wurden so zu Orten der Begegnung und im stündlichen Wechsel zu Orten der Besinnung und der Stille. Während in der St.-Georgs-Kirche Orgelklänge von Karl-Wilhelm Oechslein zu hören waren, erwartete die Menschen in Mater Dolorosa eine nur von wenigen Kerzen erhellte Stille, um zur Ruhe zu kommen und so dem "Frieden nachspüren" zu können.

Märchen aus Persien und China

"Wir möchten den Menschen die Kirche und ihre Botschaft des Frie-dens näher bringen – besonders auch Menschen, die sich von der Kirche entfernt haben", diese Hoffnung hegten Christine Lippmann und die Erzählerin Andrea Will.

Wills Geschichten in der fast gänz-lich dunklen und voll besetzten Kirche befassten sich mit dem Thema Krieg und Frieden. "Warum es keinen Krieg geben kann", dieses chinesische Märchen war eine ihrer Erzählungen. Die andere spielte in Persien und hatte "Milch und Zucker" als neugierig machenden Titel.

"Was ist Frieden?", fragte Andrea Will. Ist Frieden bereits die Abwe-senheit von Krieg? Mit wem will ich Frieden? Oder fängt Frieden erst an, wenn ich zufrieden mit mir selbst bin? Stille und Nachdenken. Familie Fritzinger sprach das Wort "Frieden" in den vielfältigen Sprachen dieser Erde. "Es hatte immer einen guten Klang." Die Menschen hörten zu und ließen Raum, Licht und Sprache auf sich wirken. Nach den Erzählungen in Mater Dolorosa gab es Kurzfilme in St. Georg. Sie befassten sich mit der Frage "Typisch Kirche?". Zu sehen waren Kurzfilme über Gott und sein "Bodenpersonal".

Zwischen beiden Kirchen gab es an einem kleinen Stand im schwachen Licht einer Laterne kleine Stärkungen in Form von warmen Getränken und Backwaren. Auch dieser Frei-platz wurde am Sonntagabend zu einem Ort der Begegnung und des Gesprächs.

Das Konzept der dritten "Nacht der offenen Kirchen" in Pyrbaum kam bei den Besuchern gut an. Sie schätzten besonders den Wechsel von Ruhe und Besinnung im Programm. Während der Konzerte und Darbietungen in der einen Kirche, lud die andere zur gleichen Zeit die Menschen zur Ruhe und zum Nachdenken ein. Bei Musik, Gedanken und Bildern konnten sie dem Geheimnis der Gegenwart Gottes nachspüren.

Den stimmungsvollen Abschluss der ökumenischen "Nacht der offe-nen Kirchen" in Pyrbaum setzten die Turmbläser auf der Brücke zwischen den beiden Kirchen und der Segen zum Abend.

HELMUT STURM

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