Dienstag, 18.02.2020

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Seligenportener Architekten erhalten den Auftrag

Marktrat Pyrbaum vergibt Dorfgemeinschaftshaus und Feuerwehr-Gerätehaus an Sturm + Schmidt. - 22.01.2020 14:00 Uhr

Das ist das Modell der Sieger: Das Seligenportener Büro sturm + schmidt soll das neue Dorfgemeinschaftshaus und die Sanierung und Erweiterung des Feuerwehrgerätehaus Seligenporten planen. © Foto: Helmut Sturm


In zwei Jurysitzungen wurde der Entwurf der Architekten Sturm + Schmidt aus Seligenporten ausgewählt. Städtebauliche, funktionelle und finanzielle Aspekte spielten dabei eine Rolle.

Albert Sandmair kritisierte die Kos-ten. "Wir sind verantwortlich für die Finanzen – das Projekt fällt um ein Mehrfaches größer aus als geplant." Gabriele Zehnder wies darauf hin, dass das Feuerwehrgerätehaus noch dazu kam. Dirk Lippmann fragte nach, ob nach der aktuellen Beschlussfassung noch Änderungen möglich seien.

Gegen Verzögerungen

Belzl beruhigte dahingehend, die Architekten würden jetzt die finale Lösung ausarbeiten; Änderungen seien möglich, so lange der Grundsatz des Siegerentwurfes erhalten bleibt. Mehrere Räte wiesen darauf hin, dass in langen Sitzungen alles diskutiert und beschlossen wurde und dass es jetzt gelte, ein Zeichen zu setzen. Weitere Verzögerungen ließen nur die Kosten unnötig ansteigen.

Mit einer Gegenstimme wurde beschlossen, die Objektplanung für den Neubau des Dorfgemeinschaftshauses und die Sanierung/Erweiterung des Feuerwehrgerätehauses an die Architekten Sturm + Schmidt zu vergeben. In der Beauftragung nicht enthalten ist die Luftgewehr-Schießanlage bis zur Klärung der Bauherrenträgerschaft und Kostenaufteilung mit dem Schützenverein Seligenporten.

Einsparliste aufgestellt

Nicht weniger leidenschaftlich dis-kutierten die Räte den Sachstand zur Erweiterung und Sanierung der Schule und der Mehrzweckhalle in Pyrbaum. Am 7. November 2019 stellte das Architekturbüro Berschneider aus Pilsach den Planungsstand vor. Die Bruttokosten ohne Förderung beliefen sich auf 13 Millionen Euro für die Schule und 4,8 Millionen Euro für die Mehrzweckhalle.

Am 3. und 12. Dezember gab es Abstimmungsgespräche mit den Fraktionsvorsitzenden, um Einspar-potentiale festzustellen. Dabei kam folgende Liste zustande: Erhalt aller sechs Klassenzimmer im Altbau. Neuer Klassentrakt eine Etage niedriger, vier Klassenzimmer weniger und ein Teilentfall des "Marktplatzes" - Ein-sparungen dafür: 0,7 Millionen Euro.

Weitere 1,3 Millionen Euro könnten wegfallen beim weitgehenden Erhalt der Verbindung Altbau-Mehr-zweckhalle mit den somit geringen Flächenverlusten für die Verwaltung und den Ganztagesbereich.

Erhebliche Einsparungsmöglichkeiten (geschätzt siebenstellig) biete eine abgespeckte Mehrzweckhalle. Das hieße dann weniger Duschen und Umkleiden, keine Lüftungsanlage, ein kleinerer Anbau auf der Westseite.

Der Entwurf ohne Streichungen wurde von Prof. Jörg Gründer als "Mercedes-Lösung" bezeichnet. "Ein Passat reicht auch". Karin Larsen-Lion glaubte gar, ein Déja-vu zu den Beratungen übers Seniorenheim zu erleben: "Gute Ideen werden wieder kleingeredet. Wir sollten den Architekten vertrauen. Das wäre auch beim Seniorenheim besser gewesen."

"Sind wir des Wahnsinns?"

Sandmair verglich die Kosten von 20 Millionen Euro für 200 Pyrbau-mer Kinder mit den Kosten des Willibald-Gluck-Gymnasiums in Neumarkt von 35 Millionen Euro für über 1000 Kinder. "Kosten von 1,4 Millionen für Außenanlagen – sind wir des Wahnsinns?" Er prophezeite eine Verschuldung, "dass wir uns nichts anderes mehr leisten können".

Stefan Zeltner war es wichtig zu klären, was wirklich konkret eingespart werde, wenn auch die Förderung mit einbezogen wird.

Bernd Glas brachte die Professiona-lität der Architekten Berschneider ins Spiel. "Die haben sich Gedanken gemacht – wollen das Beste für unsere Kinder." Solange es finanziell möglich sei, sollte man nicht knausern. "Jedesmal diskutieren wir wieder um des Kaisers Bart", sagte Glas.

Plötzlich stand das Gespenst der Schließung der Schule Seligenpor-ten zugunsten der Erweiterung/Sanierung der Schule in Pyrbaum im Raum. Emotionen schossen hoch, bis Belzl zur Ruhe mahnte und darauf hinwies, dass es keinerlei Beschluss zur Schließung der Schule in Seligenporten gebe.

Die gesamtgesellschaftliche Bedeu-tung der Schule brachte Monika Schmidt in die Diskussion mit ein. "Kinder sind unsere Zukunft. Die Schule bauen wir für ganz Pyrbaum und besonders für die Eltern."

Der Marktrat will nun im Februar in einer Sondersitzung über die Einsparmöglichkeiten beraten. Dann wird die Entscheidung über den Umfang der Baumaßnahmen getroffen.

Der am 8. Januar gestellte Antrag von Markträtin Monika Werft, die Planungen für die Sanierung der Schule Pyrbaum und der Mehrzweckhalle zu vertagen, wurde mit großer Mehrheit abgelehnt. Lediglich zwei Räte stimmten dafür. Werft machte geltend, dass dieses Millionenprojekt des jetzigen Marktrates nicht dem Gremium nach der Wahl aufgehalst werden sollte.

Trauzimmer in den Bräustuben

Einstimmig beschloss der Rat, den Weg 833, also die Verbindung Weiherstraße – Rosenweg – Betonstraße Seligenporten, in das AOM-Kernwegenetzverfahren aufzunehmen.

Ebenso einstimmig fiel die formelle Widmung des Trauzimmers im Obergeschoss der Bräustuben aus. Ab sofort können Paare dort die Ehe eingehen oder eine Lebenspartnerschaft schließen. Daniel Fiegl wurde mit Wirkung zum 1. Februar 2020 als Standesbeamter für Pyrbaum bestellt.

HELMUT STURM

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