Sengenthaler Gemeinderat besichtigte Firma Bögl

28.10.2016, 09:27 Uhr
Die Sengenthaler Gemeinderäte bekamen bei der Werksbesichtigung der Firma Max Bögl eindrucksvolle Einsichten in die Fertigung und viele Informationen geboten.

Die Sengenthaler Gemeinderäte bekamen bei der Werksbesichtigung der Firma Max Bögl eindrucksvolle Einsichten in die Fertigung und viele Informationen geboten. © Foto: mi

Bürgermeister Werner Brandenburger bedankte sich bei der Firma Bögl, dass es nach mehreren Jahren wieder möglich war, über den aktuellen Stand der Entwicklung Informationen zu erhalten. Immerhin sei die Firma Bögl der größte Gewerbesteuerzahler in der Gemeinde.

Viel habe sich in den letzten Jahren verändert im Werk Sengenthal, ließ Johann Bögl die anwesenden Räte wissen. Deshalb freue es ihn, darüber zu informieren, denn die Firma sei mit der Gemeinde Sengenthal bei den verschiedensten Baumaßnahmen in ständigem Kontakt. Mit mehr als 6 000 hoch qualifizierten Mitarbeitern an über 35 Standorten und einem Jahresumsatz von über 1,6 Milliarden Euro zähle Max Bögl heute zu den größten Bau-, Technologie- und Dienstleistungsunternehmen der deutschen Bauindustrie. Etwa 3000 Mitarbeiter (Verwaltung und Produktion) sind im Werk Sengenthal beschäftigt.

Mit einem Shuttlebus fuhr man im Werk die Baustellen ab. So informierte Stefan Bögl darüber, dass aktuell eine neue Betonmischanlage entsteht. Gegenüber auf der Baggerseeseite entsteht die neue Asphaltmischanlage, die in diesem Jahr schon Gegenstand einer Informationsveranstaltung in Sengenthal war. Im Januar 2017 wird diese Anlage in Probebetrieb gehen, ab März wird sie voll im Einsatz sein.

Ein wichtiges Standbein für die Firma sei die Windkraft. Jeden Tag verlässt ein Windrad das Werk in Sengenthal, erklärte Johann Bögl. Von der Entwicklung über Planung, Bau und Inbetriebnahme werde alles mit dem Hybridturm System Max Bögl abgewickelt. Mittlerweile zähle man hier zu den Führenden in der Branche, so Johann Bögl. Neben der Produktion von Spannbeton- und Stahlsegmenten sowie dem Turminneneinbau erweitert Max Bögl mit der erstmaligen Fertigung von Maschinenträgern für die großen Offshore-Anlagen im Nordsee-Windpark.

Tchiboware wird umgeladen

Ein weiteres Standbein sei die Herstellung von Tübbings aktuell für den Fildertunnel in Stuttgart, für einen Tunnel in Raststatt und in der Schweiz.

Immer wieder sehe man den Tchibozug nach Sengenthal fahren, fragte ein Gemeinderat nach. Dies konnte Johann Bögl recht schnell erklären. Alle Tchiboartikel, die in Südbayern vertrieben werden, werden per Zug bei der Firma Bögl angeliefert. Danach werden die Container per Lkw nach Pilsach in das Tchiboauslieferungslager gefahren — zum weiteren Versand in die Tchiboläden.

Die letzte Station der Werksbesichtigung war das komplett eigenentwickelte Transport-System Bögl (TSB). Derzeit wird dieses System entlang des Baggersees ausgiebig getestet, rund 10 000 Kilometer wurden auf der 550 Meter langen Teststrecke bereits absolviert. Um weitere 200 Meter soll die Teststrecke verlängert werden, um andere Neigungen und Steilheiten zu testen. Die Gemeinderäte konnten sich bei einer Testfahrt von den Vorzügen dieses Systems überzeugen.

Im Anschluss fuhr man zurück zum Bögl-Kompetenzzentrum am Bahnhof Greißelbach. Dort erklärte Max Bögl anhand einer Powerpoint-Präsentation die strategische Ausrichtung der Firma Bögl im Zuge der Neuausrichtung „max21“ in den nächsten Jahren. Ein „Max-Bögl-Campus“ solle dann entstehen, um die beengten Verhältnisse — viele Mitarbeiter arbeiten derzeit in Containerbüros — zu beseitigen. Dazu werde neben modernsten Büros, Parkhäusern und Kindergarten auch eine eigene Entwicklungsabteilung entstehen. Mit diesen Maßnahmen will man den Standort Sengenthal weiter festigen, so Max Bögl.

Keine Kommentare