Schule

So läuft das Corona-Abi an Neumarkts Gymnasien

11.5.2021, 22:32 Uhr

Die schriftlichen Abiturprüfungen laufen am Mittwoch, 12. Mai, im Fach Deutsch, am Montag, 17. Mai, in Mathematik und am Donnerstag, 20. Mai, im dritten Abiturfach, das von den Schülern gewählt werden kann. Die mündlichen Prüfungen finden erst nach Pfingsten statt.

Sowohl Armin Schidlo, stellvertretender Schulleiter des Ostendorfer-Gymnasiums (OG), als auch Bernhard Schiffer, Direktor des Willibald-Gluck-Gymnasiums (WGG), betonen, dass die Vorbereitungen der Schüler, die auch bei hohen Corona-Inzidenzen ständig im Präsenzunterricht sein durften, gut gelaufen seien. „Wir haben im aktuellen Abiturjahrgang 63 Schülerinnen und Schüler, für die wir auch unter den schwierigen Rahmenbedingungen die Prüfungen gut organisieren können“, betont Schulleiter Manfred Hößl vom Gymnasium Parsberg.

Manche Schüler verzichten auf den Test

Alle Schüler erhielten am WGG jeweils am Tag vor den jeweiligen Prüfungen ein Schnelltestangebot. „Wir testen nicht am Abiturtag, um Aufregungen im Falle eines positiven Ergebnisses zu vermeiden“, sagt Schiffer. Es besteht keine Testpflicht. Auch Schüler, die sich nicht testen lassen wollen, dürfen am Abitur teilnehmen. „Erstaunlich viele Schüler wollen sich nicht testen lassen, mehr als wir vermutet haben“, sagt Schidlo.

Schiffer erklärt, warum: „Wer am Tag vor der Prüfung womöglich positiv getestet wird, der muss ja noch einen PCR-Test hinterher machen, dessen Auswertung aber bis zu zwei Tage dauert. Der Schüler würde also die Abiturprüfung verpassen, selbst wenn sich der Schnelltest hinterher als falsch-positiv herausstellt. Deshalb verzichten manche Schüler lieber ganz auf den Test.“ Um einigermaßen sicher zu gehen, wird am WGG im Falle eines positiven Schnelltests gleich noch ein zweiter Schnelltest hinterher gemacht.

Schüler in Quarantäne werden abseits geprüft

Um Ansteckungsrisiken zu minimieren, schreibt das Bayerische Kultusministerium deshalb die Aufteilung der Prüflinge in Gruppen vor: in Getestete, Nicht-Getestete, Schüler, die einer Risikogruppe angehören oder mit einer Person, die einer Risikogruppe angehört, zusammenleben, und Schüler in Quarantäne.

Bei der letzten Gruppe müsse nochmals unterschieden werden, erklärt Schiffer: Schüler, die Kontaktperson 1 eines infizierten Mitschülers sind, dürfen ihre Quarantäne unterbrechen und das Abitur zum normalen Termin mitschreiben. Schüler, die Kontaktperson 1 eines infizierten Familienmitglieds sind, müssen zuhause bleiben und das Abitur nachschreiben. Infizierte beziehungsweise nachweislich positiv getestete Schüler können an den Abiturprüfungen nicht teilnehmen, ergänzt Hößl. Diesen werden aber Ersatztermine angeboten. „Zum Glück haben wir bisher keine Abiturienten in Quarantäne, wir hoffen, dass das so bleibt“, sagen Schiffer und Schidlo unisono.

In Parsberg weicht man an die Mittelschule aus

Folglich müssen die Abiturienten der Gymnasien in kleinen Gruppen in mehreren Klassenzimmern aufgeteilt werden. In Parsberg wird die größte der genannten Gruppen die Prüfungen in der Mehrzweckhalle der Mittelschule absolvieren. „Das bedeutet einen immensen Personalaufwand für die Aufsichten“, sagt Schiffer. „Der Personalaufwand für die Aufsichten ist auf jeden Fall deutlich höher als in einem normalen Jahr“, sagt auch Hößl. An den drei Abiturtagen gibt es deshalb am OG für die übrigen Klassen der Jahrgangsstufen 5 bis 11 gar keinen Unterricht, am WGG und in Parsberg nur einen reduzierten, materialgestützten Distanzunterricht.

„Hoffentlich bekommen wir dann nicht auch noch einen Feueralarm! Halleluja!“, merkt Schidlo angesichts der komplizierten Regelungen ironisch an. „Das Kultusministerium hat sich schon Gedanken gemacht, aber nicht wirklich bedacht, was das für die Schulen konkret bedeutet“, stöhnt er.

Immerhin haben alle Lehrkräfte am WGG inzwischen ein erstes Impfangebot erhalten, worüber Schiffer froh ist: „So haben unsere Lehrer zum Abitur wenigstens einen gewissen Schutz.“