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Montag, 10.08.2020

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Stauf wächst in Richtung B 299

Doch der dreispurige Straßen-Ausbau spielt bei der Planung keine Rolle - 13.07.2020 20:34 Uhr

Am Ortsrand von Stauf wachsen rechts des Weges Maispflanzen und links bald Häuser aus der Ackerkrume. An der Fortsetzung des Rutenwegs entsteht ein 24 000 Quadratmeter großes Wohngebiet mit 22 Bauparzellen für Einzelhäuser.

© Wolfgang Fellner


Das Feld, wo bald Einfamilienhäuser wachsen sollen, schließt an das Baugebiet Stauf Ost. In den Jahren nach 1992 entstanden entlang der Moosweiherstraße eine Reihe schmucker Einfamilienhäuser, auch einige Doppelhäuser sind dort eingestreut. "Nun haben wir die gute Gelegenheit, an das bestehende Gebiet anschließen zu können", sagte OB Thomas Thumann.

Der Entwurf enthält sieht 22 Bauparzellen für Einzelhäuser mit Größen von 520 bis 680 Quadratmeter vor. Vorgesehen sind einstöckige Einfamilien- oder Doppelhäuser.

Im Osten soll eine Wiese mit Obstbäumen die Häuser abschirmen vom etwa 300 Meter entfernten Münchener Ring. Dessen Verkehr hört man bereits deutlich in dem bestehenden Wohngebiet. Darauf haben mehrere Bürger hingewiesen in dem Anhörungsverfahren, das wegen Corona online stattfand.

Ausbau der B299 ist außen vor

Dieser Zustand werde sich noch wesentlich verschlimmern, wenn die B 299 an dieser Stelle dreispurig ausgebaut wird, befürchten sie.Im Ort hat sich längst eine Bürgerinitiative gegen den Ausbau gebildet.

 

 

Das Stadtplanungsamt weist dies in seiner Stellungnahme zurück: Eine dreispurige B 299 spielt für die Planung des Wohngebiets keine Rolle. Schließlich sei für den Ausbau noch kein Planfeststellungsverfahren eingeleitet worden. Schlimmstenfalls müssten die Fenster der Schlafräume geschlossen bleiben. "In diesem Fall muss jedoch auf eine ausreichende Lüftung geachtet werden."

Der Bausenat billigte den Entwurf einstimmig. Er wird nun öffentlich ausgelegt.

Naturschutz ist außen vor

Vorher hatte es noch eine Diskussion um einen Ausgleich für die überbauten und versiegelten Flächen gegeben. Eine Prüfung nach dem Naturschutzrecht ist nämlich nicht notwendig, weil die Fläche erstens recht klein ist und zweitens an den Ort anschließt. Doch Dieter Ries (Flitz) forderte einen freiwilligen Ausgleich, der über das gesetzlich Notwendige herausgeht. "Wenn wir das so machen sollen, müssen wir ehrlicherweise sagen, dass wir gar keine Bautätigkeit mehr wollen", sagte OB Thoams Thumann. Schließlich sei jeder Neubau eine Verschlechterung des ursprünglichen Zustands.

So sah es auch die Mehrheit des Bausenats. Mit Ries stimmten noch die beiden Grünen Olaf Böttcher und Eva Borke-Thoma, Ursula Plankermann (SPD) und Werner Thumann (CSU). Auch ein zweiter Antrag von Ries fiel durch, in dem er forderte, die Versickerung von Regenwasser in Zisternen mit Notüberlauf vorzuschreiben.

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