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Donnerstag, 17.10.2019

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Steuererklärungen im Neumarkter Finanzamt im Stau

Arbeitnehmer müssen länger auf die Erstattung warten. Denn das Neumarkter Finanzamt hat mit personellen Engpässen zu kämpfen. - 12.10.2019 12:00 Uhr

Die Steuererklärung zu machen ist für viele Bürger eine Aufgabe, die sie immer wieder ein bisschen aufschieben. Weil es beim Finanzamt zu wenig Leute gibt, kann es auch im Amt dauern, bis die Erklärung bearbeitet ist – wer auf eine Erstattung hofft, braucht also Geduld. © Foto: colourbox,de


Ein Verhältnis, das die aktuelle Personalmisere am Finanzamt Neumarkt widerspiegelt. Hier mangelt es vor allem an QE 2-Mitarbeitern, die in der Finanzverwaltung in der Regel an der Veranlagung der Steuererklärungen von Arbeitnehmern arbeiten. Hinzu kommen noch die üblichen Dienstausfälle wegen Krankheit oder Mutterschaft. "Und heuer auch der Umstand", ergänzt Prengel, "dass einige erfahrene Kräfte in den Ruhestand gegangen sind."

So seien knapp 7000 Steuererklärungen für 2018 an seiner Behörde aufgelaufen; ein Mitarbeiter schaffe 20 bis 30 pro Tag. Aber nur dann, wenn er nicht ständig durch das klingelnde Telefon aus der Konzentration gerissen werde. Der Amtschef betont dennoch: "Die Erreichbarkeit durch die Bürger ist uns sehr wichtig. Denn viele Probleme lassen sich durch ein kurzes Telefonat klären."

Da am Finanzamt derzeit aber sehr viele Nachfragen nach dem Stand der Bearbeitung einlaufen, sah sich Paul Prengel gezwungen, die telefonische Erreichbarkeit der Veranlagungsstellen und der Lohnsteuer-AG-Stelle auf den Vormittag zu beschränken. "Bisher ging das zu jeder Zeit, solange der Bearbeiter da war."

Hochkonzentriert am Nachmittag

Prengel bittet um Verständnis: "Jetzt können die Kolleginnen und Kollegen am Nachmittag konzentriert und sorgfältig an den Steuererklärungen arbeiten. Dadurch vermeiden wir auch Eingabe-Pannen, die zu weiteren Verzögerungen führen."

Durch Umgruppierung der Arbeitsfelder habe er schon frühzeitig entgegenzusteuern versucht. Nun entlaste auch der gehobene Dienst die Kollegen des Mittleren.

All diese Maßnahmen und die obligatorischen "Zuversetzungen" im Herbst – an Finanzämter, die dringend mehr Personal bräuchten – machen Paul Prengel Mut, dass sich die Lage bald entspannt und die übliche Bearbeitungsdauer von sechs bis acht Wochen wieder eingehalten werden kann. "Denn gerade diejenigen Steuerpflichtigen, die eine Erstattung erwarten, möchten natürlich schnellstmöglich an ihr Geld kommen."

InfoMindestens bis Jahresende sind die Veranlagungsstellen und die Lohnsteuer-AG-Stelle des Finanzamts Neumarkt nur noch Montag bis Freitag von 8 bis 12 Uhr telefonisch erreichbar. Die Besuchszeiten des Servicezentrums bleiben unverändert.

NICOLAS DAMM

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