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Samstag, 24.08.2019

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Studierender aus Köstlbach hilft Schülern in Haiti

Daniel Lehmann und drei Kommilitonen waren an Projekt des Vereins "Technik ohne Grenzen" beteiligt - 29.07.2019 06:30 Uhr

Daniel Lehmann aus Köstlbach (kniend, 4.v.li.) und seine Kommilitonen Oscar Strobl, Laura Gutwill und Julian Bauer halfen mit, dass die Lehrer und Schüler der Schule „St. Yves“ in Haiti sich besser selbst versorgen können. Zum Abschied versammelten sich alle und dankten den Erlanger Studierenden.


Lehmann und seine Kommilitonen Julian Bauer, Laura Gutwill und Oscar Strobl sind alle Mitglied beim studentischen Verein "Technik ohne Grenzen", der in Deutschland etwa 800 Mitglieder hat, in Erlangen gibt es eine Regionalgruppe. Technik ohne Grenzen e. V. hat sich die Verbesserung der Lebensbedingungen in Entwicklungsländern zum Ziel gesetzt, etwa in Ghana, Tansania oder Nepal.

Die Regionalgruppe in Erlangen beschäftigt sich hauptsächlich mit den Themen "Umweltfreundliche Entsorgung von medizinischen Abfällen", "Wasserversorgung", "Hilfe bei der Instandhaltung in Krankenhäusern" und "Unterrichten von Computer-Grundlagen". In diesen Bereichen haben die Mitglieder bereits viele Projekte hauptsächlich in Afrika, aber auch in Südamerika oder Asien umgesetzt. Bei allen Projekten liegt der Hauptfokus stets auf Wissenstransfer und Schulungen. Dadurch wird versucht, die Projekte so nachhaltig wie möglich zu gestalten.

Zusammen mit örtlichen Kräften bauten die Erlanger Studierenden vom Verein „Technik ohne Grenzen“ eine Biogasanlage im Norden von Haiti, die dafür sorgt, dass die Schule „St. Yves“ Methangas zum Kochen und Dünger für den Schulgarten hat. © Foto: Verein „Technik ohne Grenzen“


Lehmann, Bauer, Gutwill und Strobl waren im April und Mai dieses Jahres in Haiti, dem ärmsten Land in der westlichen Hemisphäre. Haiti hat rund 10,7 Millionen Einwohner. Der Altersdurchschnitt liegt bei 23 Jahren, die Arbeitslosenquote beträgt rund 60 Prozent. 40 Prozent der Einwohner sind Analphabeten. Es fehlt den Menschen an allem, vor allem an sauberem Wasser und einer geregelten Müllentsorgung. Die Kindersterblichkeit ist wegen der mangelhaften medizinischen Versorgung extrem hoch.

Intensiv vorbereitet

Die vier Studierenden reisten in das Gebiet Limonade im Norden von Haiti und dort zur Schule "St. Yves", um zu helfen. Die Schule wird von bis zu 400 Schülern besucht und von der Nichtregierungsorganisation NPH betrieben. Zusammen mit Kräften vor Ort bauten Strobl und Bauer eine Biogasanlage auf, während sich Lehmann und Gutwill um die IT-Versorgung der Schule kümmerten. Schon zuhause hatten sie sich intensiv vorbereitet, einen Projektplan erarbeitet und Spendengelder sowie gebrauchte Laptops eingesammelt. Letztere bespielten sie mit Lern- und Office-Programmen.

Auf Französisch geschult

In der Biogasanlage werden das Abwasser aus den Schultoiletten, Bioabfälle und der Dung von Kühen fermentiert, so dass als Endprodukt Methangas zum Kochen in der Schulküche und Dünger für den Schulgarten entstehen. "Die Schule kann sich so besser selbst versorgen, das ist nachhaltig", sagt Julian Bauer.

Der Computer-Raum der Schule wurde ausgestattet mit 13 Laptops, einem Beamer, drei USB-Sticks mit Lehrmaterialien sowie Mehrfachsteckdosen mit Blitzschutzsicherung. Anschließend wurden die Lehrer und Schüler daran von Lehmann und Gutwill geschult, was nicht einfach war, da die Lehrer nur Französisch und manche Schüler nicht mal das gut verstanden.

Zusätzlich wurde den Schülern nahegebracht, die Toilettenspülung nur noch bei größeren Geschäften zu betätigen, damit die Biogasanlage nicht zu stark verwässert wird. Insgesamt sei der Unterricht sehr gut angenommen worden, bilanzieren die Erlanger Studierenden, die ebenfalls von dem Projekt profitierten. "Wir haben ganz viel gelernt", beteuern Bauer und Lehmann beim Gespräch mit den Neumarkter Nachrichten. Etwa dass man auch mit wenig Werkzeug und ganz einfachen Mitteln sehr gute Arbeit leisten kann. Dass man seine Grenzen härter strapazieren kann, als man denkt. Oder dass es ein Muss ist, die Personen vor Ort in das Projekt einzubinden.

Nachfolgeprojekte sind in Planung. Es ist also nicht ausgeschlossen, dass die vier Studierenden noch einmal nach Haiti oder in eines der anderen Länder fliegen, in denen der Verein "Technik ohne Grenzen" den Menschen hilft.

Wer der Regionalgruppe Erlangen von Technik ohne Grenzen e.V. helfen will, kann Spenden überweisen: IBAN: DE45 4306 0967 8203 6815 00 bei der Gemeinschaftsbank Bochum. 

CHRISTINE ANNESER

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