Spürnasen im Staatsdienst

Suchhunde der Oberpfälzer Polizei trainieren mit eineiigen Zwillingen

Hauke Höpcke
Hauke Höpcke

Neumarkt

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18.8.2022, 16:31 Uhr
Mantrailer Sesto und sein Herrchen blieben auf der richtigen Spur - bis sie Lukas gefunden hatten.

© Polizeipräsidium Oberpfalz Mantrailer Sesto und sein Herrchen blieben auf der richtigen Spur - bis sie Lukas gefunden hatten.

Ein besonderes Training absolvierten polizeiliche Personensuchhunde der Oberpfälzer Polizei. Sie suchten nach eineiigen Zwillingen - und ihre Nasen konnten die "Versuchskaninchen" Simon und Lukas problemlos voneinander unterscheiden.

Personensuchhunde, sogenannte „Mantrailer“, sind mittlerweile ein fest etabliertes und wichtiges Einsatzmittel bei der Polizei. Sie kommen immer dann zum Einsatz, wenn Menschen verschwinden, wie zum Beispiel Straftäter oder Vermisste.

Ihr extrem feiner Geruchssinn kann menschliche Spuren auch nach längerer Zeit und über mehrere Kilometer hinweg verfolgen. Damit dies klappt, ist eine intensive Ausbildung und regelmäßiges Training für Hund und Herrchen notwendig.

Simon und Lukas stellten sich als "Versuchskaninchen " zur Verfügung.

Simon und Lukas stellten sich als "Versuchskaninchen " zur Verfügung. © Polizeipräsidium Oberpfalz

Deshalb übte die Diensthundegruppe Regensburg gemeinsam mit einem Hundeführer der Diensthundegruppe Weiden im Bereich Nittendorf mit ihren Mantrailer-Hunden. Diesmal stand eine besondere Herausforderung auf dem Plan: das Verfolgen und Unterscheiden von eineiigen Zwillingen.

Zwillinge sind eine besondere Herausforderung für die Hundenasen

Bei früheren wissenschaftlichen Tests wurde der abgängige Zwilling A häufig mit der Geruchsprobe von Zwilling B gesucht. Hier machte man sich die genetische Verwandtschaft zunutze. Ebenso die Tatsache, dass die Zwillinge im selben Haus wohnten, das gleiche aßen und dieselbe Körperpflege nutzten.

Neuere wissenschaftliche Erkenntnisse mit gut ausgebildeten Hunden ergaben, dass diese Hunde sehr wohl auch eine klare Unterscheidung zwischen Zwillingen treffen konnten und die Suche dadurch auch effektiver durchgeführt werden kann.

Zwillinge teilten sich auf - die Hunde folgten der richtigen Spur

Als Testpersonen für die Übung in Nittendorf hatten sich die eineiigen Zwillinge Simon und Lukas (14) zur Verfügung gestellt. Bei den Versuchen gingen sie beispielsweise ein Stück gemeinsam und teilten sich dann in verschiedene Richtungen auf. Das erfreuliche Ergebnis lautete, dass keiner der Hunde dabei nach dem falschen Zwilling suchte.

Als kleiner Dank für den Einsatz während der Ferien wurden Simon und Lukas von den Diensthundeführern zu einem Eis eingeladen. Sie haben sich bereits für die kommende Woche wieder freiwillig gemeldet, da dann der Test mit Personensuchhunden aus München, Oberbayern und Schwaben wiederholt werden soll.

Suchhunde suchen Freiwillige

Die Diensthundegruppe Regensburg sucht immer wieder Freiwillige, die sich als Versteckpersonen zur Verfügung stellen. Es ist für die Aus- und Fortbildung sehr wichtig, dass mit vielen, den Hunden fremden Personen trainiert wird.

Benötigt werden Versteckpersonen vom Baby bis zu älteren Senioren, vom flotten Läufer über den Radfahrer bis zum Rollstuhlfahrer, auch Leute, die eigentlich Angst vor Hunden haben, Diabetiker und Menschen unterschiedlichster Herkunft und Abstammung.

Bei Interesse können Sie sich gerne an die Zentralen Einsatzdienste Regensburg wenden, Tel. (0941) 506-2401.


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