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Süffige Geschichtsstunde: Das Helfenberger Hell vom Winkler Bräu

Winkler Bräu erinnert mit dem Helfenberger Hell an das Barockschloss bei Lengenfeld - 23.03.2021 11:11 Uhr

Gabriele Winkler und das Ehepaar Böhm stellten gemeinsam mit Brauerei-Mitarbeitern das neu eingebraute Helfenberger Hell nach Monaten der Vorbereitung vor.

22.03.2021 © Foto: Werner Sturm


Östlich von Lengenfeld, auf dem 613 Meter hohen Helfenberg, stand einst ein großes Barockschloss. Von dem sind nur noch die Fundamente und Reste der mächtigen Außenmauern erhalten, die über Jahrhunderte hinweg in einen Dornröschenschlaf versunken sind. Jetzt holt Winkler Bräu das Schloss mit einer neuen Bierspezialität ins Gedächtnis der Menschen zurück. Das neue Produkt trägt den Namen "Helfenberger Hell".

Eine erste schriftliche Erwähnung der Burg erfolgte in einer undatierten Urkunde aus den Jahren 1198 bis 1217. Im Landshuter Erbfolgekrieg niedergebrannt, fiel sie im Dreißigjährigen Krieg in den Besitz des Bayern-Herzogs Maximilian, der Burg und Herrschaft 1632 seinem Feldherrn Johann t´ Serclaes Graf von Tilly schenkte.

Vater Asam war am Werk

1699 bis 1707 baute Graf Ferdinand Lorenz Xaver Tilly die Burg in ein prächtiges Barockschloss um. An der Ausmalung der Innenräume war der Münchner Maler Hans Georg Asam, Vater der Gebrüder Asam, beteiligt. Der repräsentative Schlossbau stand nur einhundert Jahre.

Nach dem Erlöschen der Familie von Tilly fiel das Schloss an den bayerischen Kurfürsten. 1796 plünderten es französische Soldaten, seitdem stand es verlassen. 1807 wurde es für 200 Gulden auf Abbruch verkauft. Zug um Zug wurden Teile abgebrochen. Die Steine dienten als Material für Bauten in der Umgebung.



Seit nahezu 600 Jahren gibt es den Winkler Bräu in Lengenfeld. Dort hat Braumeister Tobias Hueber mit seinem Team jetzt das "Helfenberger Hell" geschaffen.

Wie es dazu kam erzählte Brauerei-Chef Georg Böhm bei der Präsentation des guten Schluckes, zu der er (unter Einhaltung der geltenden Hygiene-Regelungen) neben seinem Braumeister und Verkaufsleiter Elmar Fichtl auch Gattin Karin Böhm, Gabriele Winkler, Bürgermeister Christian Schmid sowie Thomas Stigler, Alois Kerschensteiner und Norbert Gappa vom Förderverein Schloss Helfenberg begrüßte.

In der Corona-Pause am Geschmack gefeilt

"Während der Pandemie haben wir viel Zeit gehabt, uns mit der Historie des Winkler Bräu und mit der Geschichte des Brauer-Handwerks zu befassen", erklärte Böhm.

 

Dabei seien die intensive Verbindung des Brauhauses mit dem Schloss Helfenberg, auf dem einst auch ein Braurecht gelegen habe, deutlich geworden und die Verpflichtung an die Historie der Brauerei noch stärker gewachsen.

"Wir haben alle Abläufe in der Brauerei hinterfragt, handwerkliches Wissen, den aktuellen Stand der Technik sowie traditionelle Erfahrungen in unsere Prozesse einfließen lassen und über Monate hinweg an unserem Bier gefeilt, um es noch besser, süffiger, weicher zu brauen, in Wertschätzung für unsere regionale Braugerste sowie dem feinsten Aroma-Hopfen", sagte Böhm. "Wir sind der Meinung, es ist gelungen, und dürfen mit Freude und Dankbarkeit unserem Bier den Namen Helfenberger Hell geben."

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Bürgermeister Schmid nannte den Helfenberg einen Kraftort. Das "Helfenberger Hell" möge dazu beitragen, dass junge Leute auf die Geschichte von Schloss Helfenberg stoßen und sich mit dieser auseinandersetzen. Die Stadt werde den Förderverein bei seinem Tun unterstützen.

Wie dieses Tun ausschaut, erklärte der Vorsitzende des 2009 gegründeten Vereins, Thomas Stigler, der zunächst die Verdienste des verstorbenen Hanns-Konrad Winkler um das Schloss würdigte. Bei einem Beinahe-Unfall am Schlossberg, der sich durch herabfallende Mauersteine ereignete, wurde demnach die mangelnde Sicherheit offenkundig.

Notsicherung der Schlossmauer ist notwendig

Deswegen sei eine statische Notsicherung des Mauerwerks erforderlich, die mit rund 535 000 Euro veranschlagt sei. Gefördert werde diese unter anderem durch die Stadt Velburg und das Landesamt für Denkmalpflege.

WERNER STURM

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