Tierrechtler attackieren Neumarkter Jura-Zoo

Hauke Höpcke
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25.7.2017, 17:56 Uhr
Gibbon Joschi ist das "Urviech" im Jura-Zoo.

© Fritz Etzold Gibbon Joschi ist das "Urviech" im Jura-Zoo.

Mehrere Stunden war Amts-Tierarzt Martin Schmid  in der Mooswiese, ging der langen Liste angeblicher Verstöße in der Anzeige nach. "Bis auf ein paar Kleinigkeiten ist alles in Ordnung", sagt Eigentümer Dieter Pelech. So seien etwa die Gehege nicht so beschildert, wie es für Zoos und Tiergärten vorgeschrieben sei.

Die Anzeige der Aktionsgruppe "Tierrechte Bayern" erweckte einen anderen Eindruck. Bei einem Besuch habe man "zahlreiche Missstände und Verstöße gegen die vom Bundesministerium für Landwirtschaft und Ernährung herausgegebenen Mindestanforderungen an die Haltung von Säugetieren dokumentiert", heißt es dort.

"Wir konnten die in der Anzeige beschriebenen Sachverhalte teilweise nicht nachvollziehen", sagt Tierarzt Schmid. Das Veterinäramt betont, dass es den Jura-Zoo seit Jahren überprüft und festgestellte Mängel auch immer behoben wurden.

Allerdings sind die Gebäude nicht mehr die jüngsten, die Außenwirkung auf die etwa 15 000 Besucher pro Jahr nicht optimal. Nach einer Expertise von Helmut Mägdefrau, dem stellvertretenden Leiter des Nürnberger Tiergartens, erfülle der Jura-Zoo die tierschutzrechtlichen Vorgaben. Man versuche auf den Betreiber einzuwirken, dass er im Hinblick auf den allgemeinen Zustand mehr tue.

Die kleine Aktionsgruppe verbreitet derweil auf ihrer Facebook-Seite ein viel kommentiertes Video mit dem Titel "Jura-Zoo: Der wohl schlimmste Zoo der Oberpfalz". Dieter Pelech überlegt, dagegen juristisch vorzugehen.

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