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Dienstag, 02.03.2021

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Tödlicher Höhlenunfall in der Oberpfalz: Kripo ermittelt

Vier Männer waren in Höhlensystem eingestiegen, einer starb dabei - 07.02.2021 08:55 Uhr

Vier Taucher eines örtlichen Vereines hatten sich am Samstag zu einem Tauchgang in dem kilometerlangen Höhlensystem verabredet. Als die Forscher zum Inneren der Höhle vordringen wollten, sei einer von ihnen verunglückt, so die Polizei.

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Einsatzkräfte bergen toten Forscher aus Oberpfälzer Höhle

Rund 200 Einsatzkräfte waren am Mühlbachquellsystem bei Dietfurt im Einsatz, nachdem ein 58-Jähriger in einer der Höhlen verunglückt war. Gemeinsam mit drei Forscherkollegen war er auf Erkundungstour gewesen. Er konnte nur noch tot geborgen werden, die anderen drei Personen blieben unversehrt.


Während sich  einer der Forscher auf den Weg nach oben machte, harrten die beiden anderen bei  ihrem verunglückten Kollegen in 700 Metern Tiefe aus und leisteten Erste Hilfe. Nach Angaben der Polizei waren die Männer dabei gut eine Stunde vom Einstieg entfernt. Der 57-jährige Forscher verstarb während dessen.

Bis in die späten Abendstunden waren rund 200 Einsatzkräfte von Polizei, Feuerwehr, Rettungsdienst, Berg- und Wasserwacht sowie THW im Einsatz. Unterstützung kam auch von der Bergwacht Lauf/Hersbruck, auch die Einsatzkräfte der THWler  aus Neumarkt und Parsberg waren vor Ort und lieferten Strom und Licht für "wohl einen der größten Rettungseinsätze im Landkreis Neumarkt", heißt es vom THW.

Der Leichnam wurde geborgen, die anderen drei Taucher blieben ersten Erkenntnissen zufolge unversehrt. Näheres zum Hergang blieb zunächst unklar. "Man geht derzeit von einem Unfallgeschehen aus", sagte die Polizeisprecherin. Näheres müssten die Ermittlungen der Kripo Regensburg ergeben. "Da kann man jetzt viele Mutmaßungen anstellen, aber da muss man jetzt erstmal abwarten, was die Fakten sind."

Der Unfall ereignete sich im Dietfurter Ortsteil Mühlbach im System der Mühlbachquellhöhle. Es gilt als eines der längsten Höhlensysteme Deutschlands und ist zum Teil mit Wasser gefüllt.

Im Jahr 2014 hatte ein Rettungseinsatz in der Riesending-Schachthöhle bei Berchtesgaden die zuvor in der Öffentlichkeit wenig bekannte Szene der Höhlenforscher ins Licht der Öffentlichkeit gerückt. An Pfingsten wurde einer der zumeist ehrenamtlich Tätigen von einem Steinschlag in der tiefsten Höhle Deutschlands am Kopf getroffen. Er erlitt ein Schädel-Hirn-Trauma und wurde in einer elf Tage dauernden und fast eine Million Euro teuren Rettungsaktion von mehr als 700 Helfern aus 1000 Metern Tiefe wieder ans Tageslicht gebracht.


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Aktualisiert am Sonntag, 07.02.2021, 08:54 Uhr

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