Versorgung aller Notfälle ist gesichert

Vereint gegen vierte Welle: Klinikum Neumarkt bündelt Kräfte

DATUM: 03.08.2016..RESSORT: Lokales Politik..FOTO: Horst Linke ..MOTIV: NN-Mitarbeiter - NN-Frühstück..Nicolas Damm..Mitarbeiterportraits..
Nicolas Damm

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23.11.2021, 06:00 Uhr
Ein Facharzt und fünf Intensivpfleger drehen einen Covid-19-Patienten auf der Intensivstation der Leipziger Uniklinik in die Bauchlage.

Ein Facharzt und fünf Intensivpfleger drehen einen Covid-19-Patienten auf der Intensivstation der Leipziger Uniklinik in die Bauchlage. © Jan Woitas, dpa

Das Neumarkter Klinikum hat erst Anfang November die Zahl seiner Intensivbetten von 20 auf 22 ausgebaut. Ein Indiz dafür, dass in Neumarkt noch genügend Intensivpflegerinnen und -pfleger zur Verfügung stehen?

Ganz so einfach sei das nichts, entgegnet Oliver Schwindl. "Die Verfügbarkeit von Pflegepersonal stellt aktuell auch in Neumarkt die größte Herausforderung dar", sagt der Sprecher des Klinikums. Neben der Intensivstation seien auch die wieder ausgebauten Behandlungsbereiche für Covid-19-Patienten und das Notfallzentrum nur durch zusätzliche Pflegekräfte zu realisieren.

Um die notwendigen Zusatzaufgaben stemmen zu können, müssen andere Stationen vorübergehend geschlossen werden. "Gerade auf der Intensivstation ist die Herausforderung für das Team besonders hoch, hier müssen die zusätzlichen Pflegekräfte systematisch in die neuen Aufgaben eingearbeitet werde", sagt Schwindl. "Es ist unser Ziel, die Qualität der intensivmedizinischen Versorgung jederzeit vollständig zu gewährleisten."

"Keine Reservierungen"

Im Vergleich zum umliegenden Krankenhäusern im ländlichen Raum verfügt das Klinikum über viele Intensivbetten. Hier ist man darauf bedacht, immer ein paar Betten für die Versorgung von Notfällen oder die Nachbetreuung nach erforderlichen Operationen freizuhalten. Das hat in den vergangenen Tagen auch gut geklappt; wenn, dann war die Station nur für kurze Zeit voll belegt.

"Eine Reservierung für Intensivbetten erfolgt niemals", sagt der Klinikumssprecher. "Die Kapazitätsgrenzen werden in jedem Fall optimal genutzt." Sollten zusätzliche Notfälle anfallen und hierfür vor Ort kein Intensivbett zur Verfügung stehen, würden diese nach der Erstversorgung und Stabilisierung an eine Klinik mit Kapazitäten weiterverlegt. Die dafür erforderlichen Strukturen seien bundesweit etabliert: "Hier unterstützen sich die Kliniken gegenseitig."

Bislang hat man an der Nürnberger Straße also alles im Griff, trotz hoher Inzidenz im Landkreis. Davon profitiert auch der Rettungsdienst des Roten Kreuzes. Denn wo Intensivstationen überlaufen und Covid-Patienten deshalb in andere Kliniken verlegt werden müssen. binden "Infektionsfahrten" Rettungswagen und Mitarbeiter zusätzlich. "Das ist in stark belasteten Regionen schon in der Fall, Gott sei Dank bei uns derzeit aber kein Thema", sagt BRK-Kreisgeschäftsführer Klaus Zimmermann.

Beim BRK ist man den Umgang mit Infektionen seit jeher gewohnt. Die etablierten Schutzvorkehrungen würden dann der jeweiligen Inzidenz und dem jeweiligen Risiko bei einem Einsatz angepasst, so Zimmermann. Zudem seien in der aktuellen Welle die notwendigen Materialen vorhanden. Dass das Klinikum inzwischen alle geplanten, aber aufschiebbaren Behandlungen und Operationen hinten angestellt hat, gibt dem Rettungsdienst zusätzlich Luft. "Die regulären Fahrten werden dadurch weniger."

Covid-Station im sechsten Stock

Darüber hinaus hat das Klinikum im sechsten Stockwerk eine eigene Station zur Versorgung von bis zu 60 Covid-Patienten eingerichtet. Diese ist nach den aktuellen Zahlen des Gesundheitsamtes momentan etwa zu Hälfte belegt. Und auch dieser Bereich wird mit Personal aus geschlossenen "normalen" Pflegestationen versorgt.

Doch wenn die vierte Welle im Landkreis in gleicher Geschwindigkeit weiter rollt, stößt auch eine gut aufgestellte Klinik irgendwann an seine Grenzen. Aktuell sei die Versorgung aller dringenden Notfälle, die im Krankenhaus behandelt werden müssen, gewährleistet, versichert Schwindl.

Die Leitung des Klinikums habe frühzeitig alle erforderlichen Maßnahmen getroffen, um eine Maximalzahl an Patient/innen mit Covid-19 zu versorgen. In der Hoffnung, dass diese Kapazität auch in den kommenden Wintermonaten ausreichen wird. „Hoffnung ist ganz wichtig“, betont BRK-Mann Klaus Zimmermann und meint das durchaus optimistisch. Aber, ergänzt Oliver Schwindl: „Es liegt in den Händen der Bevölkerung und der Politik, die aktuelle Welle zu brechen.“

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