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Dienstag, 25.06.2019

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Zu viele Neumarkter sind mit Bleifuß unterwegs

Der Zweckverband kontrollierte bisher 15 500 Fahrzeuge, 18 Prozent lagen über dem erlaubten Limit - 09.03.2019 17:57 Uhr

Vor dem Altenheim bitten die Verkehrsüberwacher, doch den Rücksichtsgang einzulegen. Das hilft nicht immer, aber jetzt wird geblitzt. © Foto: De Geare


Die Einschläge kommen näher, hatte Neumarkts OB Thomas Thumann in der Bausenatssitzung vor wenigen Wochen eine Anfrage zur kommunalen Verkehrsüberwachung durch eine Stadträtin kommentiert. Die war am Romstöck-Ring geringfügig zu schnell unterwegs und hatte dafür ein Ticket erhalten. Nicht die Strafe, sondern die Frist von nur wenigen Tagen zum Begleichen der Summe stieß ihr sauer auf.

"Wir haben da die selben Fristen wie die Polizei", sagt dazu Maximilian Köckritz. Es sei aber auch Teil des pädagogischen Konzeptes, das hinter der Überwachung stehe, dass alles zeitnah geht: Heute geblitzt, innerhalb einer Woche das Ticket, nach einer weiteren Woche, sollte nicht reagiert werden, ein Bußgeldbescheid. "Das muss alles zeitlich schnell gehen", sagt der Geschäftsführer.

Schnell geht es auch auf den Straßen in Neumarkt zu, haben er und seine Verkehrsüberwacher festgestellt. Von Anfang Januar bis zum 27. Februar waren sie an 21 Tagen im Einsatz, 15 500 Fahrzeuge wurden kontrolliert, rund 2850 mal hat es geblitzt. Köckritz: "Das sind 18 Prozent - das ist für eine Stadt von der Größe Neumarkts ein hoher Wert." Im Durchschnitt seien fünf bis zehn Prozent der Fahrer zu schnell dran, wobei das Mittel eher bei fünf Prozent liege. In Amberg oder Schwandorf sei man auch mit über zehn Prozent gestartet, dort habe sich der Wert durch die regelmäßigen Kontrollen nun aber bei unter zehn Prozent eingependelt.

Der Spitzenreiter in Neumarkt war mit Tempo 100 auf einer auf 50 km/h begrenzten Straße unterwegs - in der Mittagszeit. Die Stadt hat beim Zweckverband derzeit 50 Stunden Überwachung pro Monat gebucht, es wurden von Verwaltung, Zweckverband und Polizei 50 Messpunkte fest gelegt. Wo die sind, darüber wird Schweigen bewahrt, aber, verrät Köckritz, gut die Hälfte davon befindet sich in Bereichen, in denen nur 30 km/h gefahren werden dürfen: Es sind also auch, wie von den Bürger in der Vergangenheit immer wieder teils vehement gefordert, auch reine Wohngebiete dabei.

Große Plakate im Stadtgebiet warnen zudem vor den Kontrollen und setzen auf die Vernunft der Verkehrsteilnehmer, dass diese schon durch den Hinweis darauf angemessen fahren. Vor Altenheimen hängen Plakate, in der Nähe von Schulen, dazu am Romstöck-Ring. Auch am Ende der Nürnberger Straße, dazu in der Badstraße auf Höhe des Klosters. Und geblitzt worden ist bisher, war aus dem Kreis der Erwischten zu hören, in der Dr.-Kurz-Straße oder in Stauf bei den Altglas-Containern, wo früher schon die Verkehrspolizei aus Regensburg immer wieder im Einsatz war. Auch im Deininger Weg war der Blitzer schon aktiv, vor Schulbeginn auf Höhe der Berufsschule.

Ein halbes Jahr, sagt Maximilian Köckritz, wird es schon dauern, bis auch der letzte Bleifuß in der Stadt bemerkt hat, dass kontrolliert wird. Dann, hofft er, wird die Beanstandungsquote bei Kontrollen auch in Neumarkt unter zehn Prozent sinken. Bis der Lerneffekt einsetze, dauere es halt. Aktuelles Beispiel: Ein Bekannter war in einer Straße geblitzt worden. Als er am nächsten Tag erneut die Stelle passierte, gleich nochmal. Jetzt weiß er Bescheid, sagte er zerknirscht. 

WOLFGANG FELLNER

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