Neues Spielgerät für die Kindertagesstätte

Diespecker Kinder bauen Piratenschiff und entern es mit Papagei und eigener Fahne

28.9.2022, 11:46 Uhr
Können stolz auf ihr tolles Boot sein: Die „Piraten“ der Diespecker Kindertagesstätte.

© Harald Munzinger Können stolz auf ihr tolles Boot sein: Die „Piraten“ der Diespecker Kindertagesstätte.

"Wir bauen ein Piratenboot." Diesen Plan setzte schon Kinderbuch-Klassiker Rabe Socke erfolgreich in die Tat um. Was der Nachwuchs der Kindertagesstätte Diespeck nun mit Unterstützung gemeistert hat, ist aber noch einmal eine ganz andere Hausnummer: ein echtes Piratenboot zum Bespielen.

Im Herbst 2019 war in der Kinderkonferenz das Projekt gestartet worden, das nun feierlich eingeweiht wird: In der Kindertagesstätte wurde der Wunsch der Kinder - ein Piratenschiff - in erster Linie durch sie selbst realisiert.

Mit eigener Fahne und Papagei

„Wir haben nur assistiert“, schildern die Leiterin der Kita, Barbara Hartmann, sowie Erzieherin und Hortpädagogin Regina Pfleger einen drehbuchreifen Prozess von einer Idee bis zum Ende einer „Reise durch die Pädagogik“, an dem die Kinder stolz ihr Schiff präsentieren können. An dessen Bug weht die von ihnen entworfene Piratenfahne und vom Mast blickt ein bunter Papagei auf die muntere Besatzung.

Was im Sand-Matsch-Bereich des Gartens der Tagesstätte in der Diespecker Eymoutierstraße fehle, war in der Kinderkonferenz erörtert worden. die Antwort: ein Piratenschiff. Von da an lief eine Vision vom Stapel, die sich in zahlreichen Etappen mit viel Fantasie und Kreativität zum „praktischen Erleben“ all dessen entwickeln sollte, „was für die Schule und das Leben fit macht“. So beschreiben Barbara Hartmann und Regina Pfleger das Projekt, das am Freitag, 30. September, nun ganz offiziell „in den Hafen einlaufen wird“.

Piratenlieder und Tänze

Den dazu eingeladenen Gästen - mit Bürgermeister Dr. Christian von Dobschütz an der Spitze - werden die Kinder mit Piratenliedern und -tanz für die materielle wie tatkräftige Unterstützung bei der Umsetzung von Wunsch in Wirklichkeit danken. Der durch die Corona-Pandemie verlängerte Weg ist auf Bilderwänden und in Aktenordnern dokumentiert.

Was es mit den Piraten auf sich hat und ihre Geschichte wurde in Büchern erörtert und von den Kindern das gewünschte Boot skizziert. Dann ging von deren Entscheidung über die nötigen Materialien sowie deren Beschaffung über die Frage der Finanzierung mit dem Rat aus der Kinderrunde, dazu im Rathaus anzuklopfen, bis zum endgültigen Entwurf, wie groß und in welcher Form das Schiff angelegt werden soll.

Mit Glocke, Anker und Steuerrad

Beim Entwurf der Piratenfahne war klar, dass das Symbol der Kindertagesstätte dominieren sollte. Zudem durfte ein Papagei nicht fehlen, war an Anker, Fernrohr, Steuerrad und Glocke zu denken, so Barbara Hartmann und Regina Pfleger zum Entwicklungsprozess, in dem die Erwachsenen lediglich bei der Finanzierung gefragt waren.

Barbara Hartmann (rechts) und Regina Pfleger haben die spannende Entwicklung eines gelungenen Projektes in Kinderregie auf einer Bilderwand dokumentiert.

Barbara Hartmann (rechts) und Regina Pfleger haben die spannende Entwicklung eines gelungenen Projektes in Kinderregie auf einer Bilderwand dokumentiert. © Harald Munzinger

Die LAG Aischgrund legte mit 80-prozentiger Förderung das Fundament für das 6000 Euro teure Projekt. Für den Rest kam der Förderverein auf und die Gemeinde brachte sich mit dem äußerst engagierten Hausmeister Hans Holler ein. Eltern und Großeltern packten bei einer Mitmach-Aktion kräftig mit an.

Nach Neigung und Stärken eingebracht

Besonders stolz aber können die Kinder auf ihr Piratenboot sein, auch jene, die inzwischen in der Schule sind. Sie beklebten mühevoll Betonringe, um sie später wieder als Piratenschätze abzuschlagen, sammelten Holz im Wald, nähten eifrig mit Stoff und Leder für die Fahne oder legten beim Schleifen und Malen kräftig mit Hand an. Jedes Kind habe sich mit seinen Neigungen und Stärken eingebracht, so Hartmann und Pfleger, die sich in der Rolle der „Entwicklungsbegleiter“ sahen und für den Rahmen des Projektes schafften.

In dem seien nach dem Motto „Glaube an dich, wir helfen dir“ Selbstvertrauen und Basiskompetenzen gefördert, Fähigkeiten und Ressourcen sowie die Kreativität der Kinder entwickelt worden. Auch flossen – so ganz nebenbei - Mathematik (wieviel von allem braucht man?), Organisation (Regeln für den Betrieb eines Bootes) oder die Geographie (mit dem Kompasseinsatz) ein, blicken die Leiterin von Kindertagesstätte und Hort, Barbara Hartmann sowie die ebenso engagierte Erzieherin Regina Pfleger - selbst über das Resultat staunend - auf das Projekt „Piratenboot“ zurück. Nun wird also geentert und gefeiert, natürlich mit einer zünftigen Piratenparty, bei der ebenfalls die Kinder die Haupakteure sein werden.

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