Sonntag, 08.12.2019

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111 Elferräte in Neustadt: Fastnachtsgesellschaft feiert Jubiläen in Serie

Seit 40 Jahren laden die Geißböcke zu ihrem Weinfestla - 24.11.2019 14:12 Uhr

Bei der Gratulation der Gastgesellschaften erinnerte Vorsitzender Manfred Ruff (r.) daran, wie die Buchnesia einst den Neustädter Fasenachtern den "ersten Geißbock auf vier Beinen" geschenkt hatte. Sein Kopf ziert heute noch die Elferratstribüne (Hintergrund).


Diese war mit reichlich Lob für unvergessliche Stunden mit „Jubel, Trubel, Heiterkeit“ sowie hoher Wertschätzung für die darüber hinaus gehende Brauchtumspflege und vielfältiges Wirken für das Gemeinwohl verbunden. Vorsitzende Sylvia Seeberger und Vize Michael Eckendörfer freuten sich ebenso über die vielen Gäste beim Festkommers wie die Sitzungspräsidenten Holger Wesp und Thomas Ziegler, denen zahlreiche Abordnungen die Glückwünsche der befreundeten Gesellschaften überbrachten.

Erster Bürgermeister Klaus Meier bewunderte „das tolle Engagement über eine so lange Zeit“ und sprach sein „ganz großes Kompliment für viel Mühe“ aus, die dahinter stecke, auf wunderbare Weise für Freude und gute Laune zu sorgen. Er zeigte sich mit dem Blick auf eine großartige Jugendarbeit überzeugt, dass „noch lange nicht Schluss“ und von diesen Geißböcken noch einiges zu erwarten ist.

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Fastnachtsgesellschaft Geißbock feiert ihr närrisches Jubiläum mit einem Festakt

Im großen Freundeskreis feierte die Fastnachtsgesellschaft Geißbock ihr närrisches Jubiläum mit einem Festakt. Dabei erfuhr sie viel Anerkennung für ihr engagiertes Wirken nicht nur als Botschafter des Frohsinns, sondern auch auf kultureller und sozialer Ebene. Der Fastnachtsverband Franken schätzt sie als wertvollen Bestandteil der Narrengilde und würdigt "ihren großen Beitrag für das Gemeinwesen und das gesellschaftliche Leben in Eurer Region".


Wer es nicht vertrage, in der Tradition der Fastnacht den Spiegel vorgehalten zu bekommen und auf die Schippe genommen zu werden, sei fehl am Platz, meinte der Bürgermeister unter Beifall, um sich nur wenig später auf der Schippe von Landrat Helmut Weiß zu sehen. Der schoss mit dem fehlenden Gastgeschenk der Stadt den närrischen Pfeil ab und zog das obligatorische Kuvert aus dem Jackett. Damit „be-Schein-igte“ er der Gesellschaft, ihren kulturellen Beitrag, mit dem sie das Faschingsleben in Stadt und Landkreis präge und für unvergessliche Stunden sorge. Besondere Anerkennung zollte er der bemerkenswerten Jugendarbeit.

Diese hoben auch der Präsident des Fastnachtsverbandes Franken, Marco Anderik, und die Bezirkspräsidentin Mittelfranken, Uschi Klein, als beispielhaft für die Region hervor. Der Präsident betonte das große Maß an Ausdauer und Engagement, das erforderlich sei, um über einen so großen Zeitraum für Jubel, Trubel und Heiterkeit aktiv zu sein. Besonders betonte Anderik das mit den Sitzungen für Menschen mit Behinderungen verbundene soziale Engagement: „Diese Verein lebt Inklusion“.

Eine ganz große Vereinsfamilie

Uschi Klein erinnerte an die erste Jugendsitzung in Mittelfranken, die 1982 Christian Pöschl von der FG Geißbock moderiert habe, als Beleg für die erfolgreiche Jugendarbeit, die mit Vertretern in dessen Jugendausausschuss auch in den Verband hineinwirkte. Sie sah 66 Jahre erfolgreiche Vereinsarbeit davon geprägt, immer wieder Ideen zu entwickeln und etwas Neues zu bieten, und gratulierte einer „ganz großen Vereinsfamilie“.

In deren Geschichte blätterte Heinz Haffki, eines der Urgesteine der Neustädter Geißböcke, einst deren Präsident und gut 40 Mal in deren Bütt‘. Er erinnerte an die Gründung durch eine heitere Gruppe des TSV Neustadt, an den Aktivposten der Narretei im „Geißbockstall“ und Grandseigneur der fränkischen Fastnacht, Willy Trump, an Marktplatzsitzungen, Umzüge und Prinzenpaare. Auch die ersten Kontakte zu anderen Gesellschaften und Patenschaften durften in den Schlaglichtern der Chronik nicht fehlen, wie große Namen der Franken-Fasnacht auf der Neustädter Bühne und die eigenen Garanten zündenden Humors in der Bütt‘.

Selbst 1966 vom Faschingsbazillus infiziert, konnte Ehrenpräsident Haffki aus dem „Nähkästchen plaudern“, Namen und Ereignisse mit der Feststellung streifen, dass „in der liebenswerten Landadelsgesellschaft wahre Triumpfe“ gefeiert werden konnten. Zu den Höhepunkten zählte er auch den Ausbau des Nürnberger Tores als „Narrenturm“ als „Schmuckstück von einmaligem Wert“ und die seit 1977 veranstalteten Sitzungen für Menschen mit Behinderungen mit der Einführung des „Goldenen Rollstuhlordens“ für besondere Verdienste um die Inklusion.

Jubiläumssong: Es ist noch lange nicht Schluss

Zum Jubiläum schrieb Uwe Machetanz eine Hymne auf „seine“ Geißböcke und besang mit dem Chor der Vorstandschaft den vor 66 Jahren losgelassenen „ausgeflippten Geißbock“, der eine wunderbare Zeit hinter und vor sich hat, stets für eine Superschau und jede Menge Spaß sorgt. Und dass damit „noch lange nicht Schluss ist“ sollten auch gleich die nächsten 66 Jahre angegangen werden.

Was sie in 44 Jahren auf die Bühne brachten, ließen die „Hupfer“ in einer heiter-bunten Kostümparade Revue passieren, originell von Präsident Holger Wesp in der Rolle eines Showmasters aus guten alten Zeiten moderiert. Dass es neben 66 Jahren Geißbock-Gesellschaft und 44 Jahren „Hupfer“ noch weitere Jubiläen zu feiern gab, machte Wesp mit einem Blick auf die Vereinsdaten deutlich. So gibt es auch Prinzenpaare, die Kindergarde und die „Sitzungen für Menschen mit Handicap“ seit 44 Jahren, seit 22 den Weiberfasching, alles vom Super-Narren-Schnapszahl-Jubiläum der 111 Elferräte gekrönt. In den 66 Jahren führten sechs Präsidenten Regie, begleitet von 30 Pagen mit zehn Vorständen im Hintergrund. 54 Büttenredner kamen aus den eigenen Reihen.

Seit 40 Jahren laden die Geißböcke zu ihrem „Weinfestla“ ein, alles in allem reichlich Grund, das Jubiläumsjahr kräftig zu feiern. Der Anfang war mit dem Festkommers und der anschließend ausgedehnten Narrendämmerung gemacht. Am 19. Januar wird mit der Krönung des Kinderprinzenpaares durchgestartet in die Session mit der Prunksitzung am 1. Februar, der Seniorensitzung tags darauf und der Ultimativen Faschingsparty am 8. Februar. Weiter geht es dann am 20. Februar mit Weiberfaschingsball. Am 22. Februar mit der Jubel-Trubel-Sitzung sowie am 25. Februar mit dem großen Kinderfasching. Mit der Geldbeutelwäsche endet am 26. Februar die Regentschaft der Narren. Dann erhält Bürgermeister Klaus Meier wieder die Rathausschlüssel und kann „den Umschlag“ nachreichen, wie die Geißböcke ihren Senator aus der „Schusslinie“ des Landrats nahmen.

Harald J. Munzinger

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