Auf Kandidaten für die Wahlen festgelegt

50 Jahre SPD im Landkreis Neustadt-Bad Windsheim: Sozialdemokraten wollen in Bayern mitregieren

13.6.2022, 12:03 Uhr
Der Kreisverband Neustadt/Aisch-Bad Windsheim feierte ein halbes Jahrhundert Bestehen.

© Gerhard Krämer, NN Der Kreisverband Neustadt/Aisch-Bad Windsheim feierte ein halbes Jahrhundert Bestehen.

Am Wochenende feierte der SPD-Kreisverband Neustadt/Aisch-Bad Windsheim sein 50-jähriges Bestehen mit einem Festakt in der NeuStadtHalle am Schloss. Unter den Gratulanten befanden sich die Landesvorsitzende und der Stellvertretende Landesvorsitzende der Bayern-SPD, Ronja Endres und Matthias Dornhuber, sowie die Landtagsabgeordneten Horst Arnold (SPD) und Hans Herold (CSU).

Gerhard Gröner, Urgestein der Genossen im Landkreis, konnte sich über die höchste Auszeichnung der Bayern-SPD freuen.

Gerhard Gröner, Urgestein der Genossen im Landkreis, konnte sich über die höchste Auszeichnung der Bayern-SPD freuen. © Myriam Gröner

"Eine Frau ist wie ein Teebeutel - du kannst erst beurteilen, wie stark sie ist, wenn du sie ins Wasser wirfst", zitierte Kreisvorsitzende Heike Gareis Eleanor Roosevelt (Menschenrechtsaktivistin, Diplomatin und Ehefrau des US-Präsidenten Franklin D. Roosevelt) zum Auftakt ihrer Begrüßungsrede. Ein bisschen fühle auch sie sich ins kalte Wasser geworfen, meinte sie zur Übernahme des Vorsitzes im SPD-Kreisverband vor nunmehr drei Jahren.

Inzwischen habe sie sich aber gut in der Rolle zurechtgefunden und die Wiederwahl habe gezeigt, dass sie Schwimmen gelernt habe. Sie sei daher "auch sehr stolz darauf, Teil der großen Familie SPD zu sein, der politischen Bewegung, die seit nunmehr über 150 Jahren, ohne Namensänderung, sich für das Wohl der Menschen in unserem Land einsetzt".

Höchste Auszeichnung für Gröner

Die Zusammenlegung der Altlandkreise Neustadt, Scheinfeld und Uffenheim, hatte es auch notwendig gemacht, aus den drei SPD-Kreisverbänden eine Einheit zu formen. Gerhard Gröner, ein Mann der ersten Stunde des neuen SPD-Kreisverbandes Neustadt/Aisch-Bad Windsheim, trug daher in einem Kurzreferat die Entstehungsgeschichte und weitere Entwicklung des SPD-Kreisverbandes vor.

Für das kurzweilige Referat erntete Gröner nicht nur großen Applaus, sondern wurde auch noch mit einer Überraschung bedacht. Zu seinen Ehren trug Heike Gareis das Lied "My Way" vor und verkündete Gröner, dass er heute mit der höchsten Auszeichnung der Bayern-SPD geehrt wird.

Stolz auf die Mitglieder

In der Laudatio zeichnete die SPD-Landesvorsitzende Endres das Lebenswerk Gröners nach und würdigte insbesondere dessen ehrenamtliche Tätigkeit seit über 50 Jahren für seine SPD. Die Übergabe der Georg von Vollmer Medaille und die Urkunde vollzog der stellvertretende Vorsitzende Matthias Dornhuber. Unter stehenden Ovationen verließ Gröner die Bühne, der von dieser Auszeichnung sehend gerührt war.

Harry Scheuenstuhl (links), hier mit dem heutigen SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert, soll als SPD-Direktkandidat für die Landtagswahl ins Rennen gehen.

Harry Scheuenstuhl (links), hier mit dem heutigen SPD-Generalsekretär Kevin Kühnert, soll als SPD-Direktkandidat für die Landtagswahl ins Rennen gehen. © Günter Blank, NN

In Ihrem Grußwort machte Parteichefin Ronja Endres darauf aufmerksam, dass die SPD von solchen Menschen wie Gröner lebe und die SPD auf ihre Mitglieder stolz sei. Es sei daher auch wichtig, gerade im Hinblick auch die kommenden Landtagswahlen, eine Wende herbeizuführen. Gerade die SPD mit ihrer Politik für die Menschen in Bayern sei nun notwendig. In den Landtag eingebrachte Anträge auf weitere Entlastung der Bevölkerung wurden seitens der Regierungsparteien abgelehnt. Der Überschuss des Haushaltes 2021 hätte dies ohne weiteres hergegeben. Immerhin sei dieser Überschuss von den Menschen in Bayern selbst erwirtschaftet worden.

Sozialdemokraten wollen mitregieren

Es werde darüber gelächelt, wenn die SPD der festen Überzeugung sei, ab der nächsten Landtagswahl mitregieren zu können. Doch so, das sagte Endres, habe man auch reagiert als der jetzige SPD-Bundeskanzler Olaf Scholz sagte, er wolle Kanzler werden. Endres machte auch auf die Notarztversorgung im Landkreis aufmerksam und führte aus, dass die jetzige Landesregierung es unterlassen habe, die Zeichen rechtzeitig aufzunehmen und gegenzusteuern. Die Rationalisierung im Gesundheitswesen, insbesondere der Versorgung der ländlichen Bevölkerung, dürfe nicht zu Lasten einiger Regionen, wie jetzt in Uffenheim führen.

Dies wollte der stellvertretende Landrat Reinhard Streng, der die Glückwünsche des Landkreises und des Landrates Helmut Weiß überbrachte, so nicht ganz stehen lassen. Der Politiker der Freien Wähler forderte, dass jeder seine Hausaufgaben mache, so auch der Bund und die Staatsregierung. Nur so könnten die Kommunen ihre Aufgaben, die immer weiter ausgedehnt werden, erfüllen.

Regierungskoalition klaut SPD-Ideen

Der Landtagsabgeordnete der SPD, Horst Arnold, der die sehr gute Arbeit des SPD-Kreisverbandes lobte, hielt mit einer kleinen Kritik an den bayerischen Regierungsparteien ebenfalls nicht hinter dem Berg. Es sei aus seiner Sicht schon erstaunlich, dass immer wieder Anträge seitens der SPD-Landtagsfraktion zum Wohle aller Menschen in Bayern, seitens der regierenden Parteien, also von CSU und Freien Wählern, im Landtag abgewiesen würden, um danach unter einem Deckmäntelchen der Regierungsparteien wieder in den Landtag eingebracht werden.

Aber dies zeige laut Arnold nur, dass die SPD die richtigen Anträge einbringe, wenn diese sogar seitens der Regierungsparteien fast wortwörtlich übernommen werden. Wie auch Landesvize Dornhuber gehe er davon aus, "dass eine starke SPD in Bayern dem Land und seiner Bevölkerung guttut".

Viel Lob für Engagement vor Ort

Dornhuber lobte die gute politische Arbeit der SPD sowohl im Bund als auch in Bayern, insbesondere des SPD-Kreisverbandes vor Ort in seinem Heimatlandkreis. Nur durch das Engagement vor Ort könne eine sozialdemokratische Politik bis hinauf in die Bundesregierung mitgestaltet werden. Die Akteure vor Ort hätten ihr Ohren an den Mitmenschen und können Sorgen und Nöte weitertragen, um politische Lösungen zu finden.

Neben den Grußwortredner befanden sich weitere zahlreiche Ehrengäste, die langjährig in der SPD ehrenamtlich tätig sind oder ein kommunalpolitisches Mandat innehaben oder innehatte. Unter anderem Erich Lechner, Helmut Uihlein und Wolf Dieter Schottdorf, Männer der ersten Stunde des neuen SPD-Kreisverbandes, sowie die SPD-Bürgermeister Klaus Meier, Claus Seifert und Werner Wirth, wie auch die SPD-Fraktionsmitglieder Ronald Reichenberg, Bernhard Schurz, Bernd Schnizlein und die erst kürzlich mit der Max-Seidel-Medaille geehrte Hildegard Simon, um nur einige namentlich zu erwähnen.

Schurz als Spitzenkandidat für Bezirkstag

Besonders begrüßte Gareis den vormaligen Stimmkreisabgeordneten Harry Scheuenstuhl, der großes Lob sowohl von Heike Gareis als auch von Horst Arnold erfuhr, als ein Sozialdemokrat, der sich immer für die Belange der Bevölkerung einsetzte und unterstützte, wo er nur konnte. Daher haben sich für Scheuenstuhl auch wieder die beiden SPD-Kreisverbände Fürth-Land und Neustadt/Aisch-Bad Windsheim als Direktkandidaten für die kommende Landtagswahl. ausgesprochen. Ebenso wie für Bernhard Schurz aus Uffenheim als Kandidat für die Bezirkstagswahl.

Für die Region soll Bernhard Schurz aus Wallmersbach bei Uffenheim die SPD in den Bezirkswahlkampf führen.

Für die Region soll Bernhard Schurz aus Wallmersbach bei Uffenheim die SPD in den Bezirkswahlkampf führen. © Claudia Lehner, NN

Umrahmt wurden die Feierlichkeiten von der Jazzband Nightwalk, die mit den ausgewählten Musikstücken viel Beifall fanden. Die Mitfeiernden waren sich einige, dass es eine Veranstaltung war, die nicht mit Prunk glänzen wollte. Es ginge darum, stolz auf das Erlangte zurückzublicken, und wie Gareis mitteilte, stolz und voller Tatendrang in die Zukunft zu blicken.

Mitstreiter, keine Gegner

Wichtig war Heike Gareis, auch gemeinsam mit den politischen Mitstreitern, die sie ausdrücklich nicht als Gegner bezeichnen wollte, für das Wohl aller Mitbürgerinnen und Mitbürger in unserer Heimat das Beste erreichen zu wollen. Die Kreisvorsitzende dankte abschließend allen Helferinnen und Helfern, die dieses Jubiläum ermöglichten und tatkräftig bei der Durchführung zur Seite standen, wie beispielsweise den Jusos im Landkreis, welche sich sehr engagierten. Ein anschließender kleiner Imbiss bot für die Gäste noch Gelegenheit zum interessanten Gedankenaustausch.

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