Jahreshauptversammlung

730 Jahre für die Feuerwehr Neustadt: Vorsitzender ehrt treue Mitglieder

13.9.2021, 15:03 Uhr
Ein halbes Jahrhundert im ehrenamtlichen Dienst bei der Feuerwehr. Vorsitzender Robert Kemeter sprach dafür Roland Flauger (r.) besonderen Dank aus.

Ein halbes Jahrhundert im ehrenamtlichen Dienst bei der Feuerwehr. Vorsitzender Robert Kemeter sprach dafür Roland Flauger (r.) besonderen Dank aus. © Feuerwehr Neustadt

Zum Auftakt der Versammlung wurde an verstorbene Feuerwehrleute, namentlich Kamerad Werner Wagener und an Ehrenkommandant Gerhard Dollinger gedacht. In seinem Bericht erläuterte Vorsitzender Kemeter die Entwicklung der Mitgliederzahlen und ihrer Altersstruktur. Im Jahr 2020 erhöhte sich die Zahl der Vereinsmitglieder von 215 auf 226. Das jüngste Mitglied ist erst zwei Jahre alt, das älteste beachtliche 96. Der Altersdurchschnitt im Verein beläuft sich auf 39 Jahre.

Der Vorsitzende dankte insbesondere den Betreuern der Kinderfeuerwehr – für die es mittlerweile sogar eine Warteliste gibt! – und ihren Helfern und Unterstützern für deren „außerordentlich lobenswertes Engagement“. Die Mitglieder erfuhren vom Vereinschef, welche Beschaffungen durchgeführt wurden: Kemeter nannte unter anderem einen neuen Beamer für den Unterrichtsraum, weitere Digitalkameras und eine Übungspuppe mit beheizbarer Weste. Außerdem erwähnte er, dass bereits eine stattliche Rücklage für die Anschaffung von Ausstattungen des zukünftigen Feuerwehrgerätehauses gebildet wurde. Kemeter bedauertem, dass coronabedingt „die 2020 stattgefundenen Termine mehr als überschaubar waren“. Auch Bürgermeister Meier beklagte die zahlreichen Ausfälle von Übungen und Veranstaltungen und sprach den Feuerwehrleuten großen Dank aus, ganz aktuell auch Bezug nehmend auf das Hochwasser im Juli 2021. Meier freute sich über die „ungeheuer motivierten Aktiven“ und zeigte sich sehr stolz über die Nachwuchsarbeit „seiner“ Feuerwehr.

Im Bericht von Jugendwart Andreas Meyer ging es eingangs um die personellen Veränderungen der Jugendfeuerwehr. Im weiteren Verlauf behandelte der Jugendwart die (wenigen) Übungen des Jahres 2020, erwähnte das Rekordergebnis der Christbaumsammelaktion und rief die überragende Aktion der Jugendlichen in Erinnerung, die ihrem Kameraden Pascal Zaubzer ein neues Fahrrad spendierten – weil Pascal und seine Familie beim Brand ihres Wohnhauses am 1. Januar alles verloren hatten.

Umzug in neues Feuerwehrhaus Ende 2023

Interessiert folgte die Versammlungen den Ausführung des Stadtoberhauptes zum derzeitigen Zeitplan für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses: Noch dieses Jahr soll die Verlegung eines Kanals geschehen, ehe im März 2022 der alte Bahndamm abgetragen wird und im Sommer die Gründungsarbeiten folgen werden. Den eigentlichen Baubeginn avisierte der Erste Bürgermeister für September/Oktober 2022 und machte Hoffnung, dass bereits Ende 2023 der Umzug erfolgen könnte.

Als Stellvertreter des Landrates sprach Reinhard Streng zur Mitgliederversammlung. Er skizzierte die Feuerwehr Neustadt mit „zuverlässig, verantwortungsbewusst und couragiert“ und dankte ihr insbesondere für die Kooperation mit dem Landkreis in Sachen Wechselladerkonzept und der Sandsackfüllanlage. Als symbolische Dank überreichte Reinhard Streng dem Vorsitzenden Robert Kemeter zum Ende seines Grußwortes einen Spendenscheck.

Kreisbrandrat Alfred Tilz nannte in seinem Grußwort das Stichwort „kritische Infrastruktur“ und betonte, dass sich die Gemeinden, zusammen mit Land und Bund, auf Katastrophen vorbereiten müssen. Den Landkreis sah er dabei gut aufgestellt und nannte beispielhaft die laufende Beschaffung von – auch in Neustadt stationierten – Wechselladerfahrzeugen samt verschiedenen Abrollbehältern und die kreiseigene Sandsackfüllanlage. Für die Bereitschaft der Feuerwehr Neustadt, diese Ausstattung zu betreiben, dankte der Kreisbrandrat ausdrücklich.

Stadt kann sich glücklich schätzen

Ehrenvorsitzender Johann Schmidt stellte die „schlagkräftige Mannschaft“ in den Mittelpunkt seines Grußwortes. Die Stadt Neustadt könne sich glücklich schätzen. An seine Kameraden, allen voran die Aktiven, appellierte Johann Schmidt unbedingt dabei zu bleiben. Kassenwart Günther Wehr berichtete von der soliden Finanzausstattung des Vereins, wenngleich im Geschäftsjahr 2020 die Ausgaben etwas über den Einnahmen gelegen hätten. Als Kassenprüfer bescheinigte Stefan Herzog eine einwandfreie Buchführung. Die Entlastung von Vorstand und Kassenwart beantragte Kassenprüfer Eugen Winter mit nachdenklichen Worten bei der Versammlung. Bei vier Enthaltungen erteilte die Mitgliederversammlung mehrheitlich diese erforderliche Entlastung.

Die „Wahl der Kassenprüfer“ stand satzungsbedingt auf der Agenda, nachdem die Amtszeit der Kassenprüfer bereits im Vorjahr, in dem keine Präsenzveranstaltung stattfinden konnte, abgelaufen war. Nach entsprechenden mündlichen Vorschlägen wählte die Mitgliederversammlung Stefan Herzog und Eugen Winter per Handzeichen für die nächsten drei Jahre erneut in das Amt der Kassenprüfer.

Großen Raum nahmen die Ehrungen für langjährige Vereinstreue ein, nicht zuletzt, weil diese im Vorjahr nicht durchgeführt werden konnten. Bemerkenswert ist, für welche Zeitspannen Ehrungen ausgesprochen werden konnten: Auf außerordentliche 60 Jahre Vereinszugehörigkeit kann Gerd von Graevemeyer zurückblicken und Roland Flauger und Werner Sandmann auf imposante 50 Jahre.

Urkunden für 40 Jahre waren unter anderem für Jutta Ballwießer und Dieter Gottschlich ausgestellt worden. Schon seit 30 Jahren halten Friedrich Lösch, Uwe Machetanz und Helmut Schuster dem Verein die Treue. Für 20 Jahren wurden Dominik Bauereiß, Laura Hille, Johannes Krug, Barbara, Julian und Niklas Lösch – zusammen mit Friedrich Lösch die „Lösch-Gruppe“, wie Vorsitzender Robert Kemeter schmunzelnd anmerkte – Andreas Meyer, Antonia Winter und Michael Winter geehrt.

18 Vereinsmitglieder sind seit 10 Jahren dabei: Matthias Ewelt, Johannes und Jonas Gareis, Jennifer Grau, Markus Gundacker, Christian Hensel, Markus Kohler, Frank und Ute Larsen, Jörg Meyer, Sandra Nöller, Kerstin Rauner, Dieter Schneider, Peter und Veronika Schöniger, Lars Trissler, Cecilia Weinmann und Henry Worm. Summa summarum 730 Jahre Vereinszugehörigkeit, 730 Jahre für die Feuerwehr Neustadt! Der dafür von Robert Kemeter empfohlene Applaus der Versammlung ließ sich nicht lange bitten.

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