Montag, 16.12.2019

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Abriss verhindert: NS-Panzerturm in Franken wird zum Mahnmal

Nun wird das beklemmende Überbleibsel umzäunt - 13.11.2019 11:27 Uhr

Am Panzerturm bei Markt Nordheim hat sichtbar der Zahn der Zeit genagt. © Foto: Johannes Hirschlach


Der Turm ist inzwischen dicht umringt von Bäumen und Sträuchern, er steht in einem Waldgebiet bei Markt Nordheim (Landkreis Neustadt/Aisch - Bad Windsheim). Nun wird ein Zaun um ihn gebaut.

Vor eineinhalb Jahren haben das Bayerische Landesamt für Denkmalpflege, Politiker und Bürger den Abriss des 20 Meter hohen Bauwerks verhindert, das die Nationalsozialisten 1936 als Beobachtungsposten für einen davor liegenden Bombenabwurfplatz errichtet hatten. Das freie Feld am Waldrand vor dem Turm diente als Übungsgelände für Kriegsflugzeuge, die Bomben auf dort eingezeichnete Ziele abwarfen.

Inzwischen ist das marode Bauwerk denkmalgeschützt, doch eine Sanierung ist nicht geplant. Dennoch tut sich nun etwas auf dem Gelände: Die staatliche Eigentümerin, die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (BImA), die den Turm ursprünglich abreißen wollte, sperrt den Bereich um das martialisch wirkende Nazi-Relikt nun ab.

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"Aus Sicherungsgründen bauen wir einen Zaun darum", bestätigt Godfried Schwartz Informationen der Fränkischen Landeszeitung. Der Betriebsleiter der zuständigen BImA-Außenstelle Reußenberg will damit Unfälle, etwa durch herabstürzende Betonbrocken, verhindern. Der Panzerturm zieht nicht nur neugierige Blicke auf sich, sondern verleitet auch zu gefährlichen Aktionen. Kletterer hätten den Panzerturm erklommen, berichtet Schwartz. Er geht davon aus, dass die ungebetenen Gäste dabei auch einen brütenden Uhu verscheucht haben.

Bis Weihnachten soll der Zaun stehen, weitere Investitionen in den Turm sind laut Schwartz nicht geplant. Ob das Landesamt für Denkmalpflege das so hinnehmen wird, ist fraglich. "Natürlich ist der Eigentümer eines Denkmals nach Artikel 4 verpflichtet, sein Objekt zu pflegen", erklärt Pressesprecherin Silke Laubscher auf Anfrage der FLZ.

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