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Alle Bilder: So war der "KarpfenMarktPlatz" in Neustadt

"Aischgründer" lockten viele Feinschmecker an - 07.09.2019 21:19 Uhr

Den "Aischgründer Karpfen“ repräsentieren zu dürfen, wünschte sich Svenja Viertel viele Jahre. Seit wenigen Tagen trägt sie die Krone der Karpfenkönigin und eröffnete charmant mit dem "KarpfenMarktPlatz“ in Neustadt zugleich die Saison. © Harald Munzinger


Die staunten zunächst einmal mehr, wie es die Kreisstadt versteht, zu ihren Events auch stets das ideale Wetter zu "zaubern“. So blitzte bei idealen frühherbstlichen Temperaturen für den Fischschmaus gelegentlich die Sonne durch die Wolkendecke, aus der sie erster Bürgermeister Klaus Meier mit dem abgelegten Jackett lockte. Den „KarpfenMarktPlatz“ gleich zwischen zwei Neustädter Hoheiten eröffnen zu können – der einst ersten Karpfenkönigin Katrin Uano und der seit wenigen Tagen amtierenden Regentin im Aischgründer Karpfenland, Svenja Viertel – erfüllte ihn sichtlich mit Stolz. Schließlich ist Svenja in Neustadt, der Heimatstadt der Mutter, geboren und verbrachte hier auch erste Kinderjahre.

Sie habe schon in früher Jugend den Wunsch gehabt, einmal die Krone der "Aischgründer Karpfenkönigin“ zu tragen, verriet die charmante Verwaltungsfachangestellte aus Schwarzenbach, die mit der Fischzucht aufgewachsen ist. Dass sie einmal die viel Kraft kostende Teichwirtschaft in der alten Heimat repräsentieren würde, mochte sie sich dabei kaum vorgestellt haben. In der durfte sie sich über das Kompliment nicht nur von Bürgermeister Meier freuen, dass sie ausgezeichnet das fränkische Lebensgefühl vermittle und mit ihr die absolut richtige Wahl getroffen worden sei.

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Aischgründer Karpfenkönigin Svenja Viertel eröffnet die Saison

Als "Hauptstadt des Karpfens" adelte der Bundestagsabgeordnete Uwe Kekeritz Neustadt an der Aisch. Wer sonst könnte den Karpfen so perfekt repräsentieren! Anlass für den neuen Titel war der "KarpfenMarktPlatz", der viele Gäste in das Zentrum der Kreisstadt lockte. Die konnte die neue Aischgründer Karpfenkönigin Svenja Viertel an ihrem Geburtsort willkommen heißen und mit ihr stimmungsvoll die Karpfensaison eröffnen.


Der konnte unter zahlreichen Gästen auch Besucher aus den USA und Argentinien willkommen heißen und an der Spitze der Ehrengäste MdB Uwe Kekeritz, MdL Hans Herold und Bezirksrätin Elke Eder. Kekeritz adelte Neustadt als "Hauptstadt des Karpfens“ und forderte mögliche weitere Anwärter auf diesen Titel heraus, erst einmal zu beweisen, dass sie besser seien, was schon mit der Gestaltung des „KarpfenMarktPlatzes“ als "ganz besonderes Ereignis“ schwerfallen sollte. Der Grünen-Politiker würdigte die harte, durch Kormorane und Fischotter erschwerte Arbeit der Teichwirte und überraschte manche Zuhörer mit dem Spagat von den plastikverseuchten Weltmeeren zu den Aischgründer Teichen. Da sich die Karpfen besonders gerne im Schlamm tummelten und sich in diesem Plastik zersetze, sorgte er sich um die Auswirkungen auf die Fische. "Esst mehr Karpfen und konsumiert weniger Plastik“, lautete denn auch seine Botschaft.

Staat fördert Teichwirtschaft

Der Landtagsabgeordnete Hans Herold, der auch Landrat Helmut Weiß vertrat, würdigte das Wirken der einstigen Karpfenkönigin Katrin Uano für die großartige Vertretung der Region und schwärmte einmal mehr über die „schöne fränkische Heimat“. Es müsse alles getan werden, um die Kultur-Teichlandschaft zu erhalten, wozu der Staat mit der Unterstützung der Teichwirte beitrage. Besondere Anerkennung zollte Herold der ehrenamtlichen Arbeit, die im „Karpfenland Aischgrund“ geleistet werde.

Wie gut es den Menschen in diesem Landstrich mit gutem Bier, ausgezeichnetem Wein und dem „mit Abstand besten Karpfen“ gehe, betonte Bezirksrätin Elke Eder. Sie verwies auf die ausgezeichnete Biberberatung und teilte die Sorgen der Teichwirte, dass auch im Aischgrund mit dem Fischotter zu rechnen sei. Dass sich der „Aischgründer Karpfen“ über viele Jahrzehnte zu einem Alleinstellungsmerkmal entwickelt und damit auch zur positiven Entwicklung der Region beigetragen habe, betonte Bürgermeister KlausMeier.

Als Beleg dafür nannte er die Besucherzahlen im einzigartigen Karpfenmuseum, in dem man mögliche Wissenslücken um "unser Lieblingstier“ schließen könne. Dazu empfahl er auch den ganz speziellen Reiseführer von Dr. Harald Weigand und Christine Richert "Wo der Karpfen steppt“ und reichlich Informationsmaterial am Stand der Stadt und Museum. Genießen konnte man ihn auf dem "KarpfenMarktPlatz“ in unterschiedlichen Zubereitungsarten von traditionell gebackenen oder geräucherten Karpfen über Filets und Mousse bis Burgern oder auf thailändische Art. Karpfenküchle zum guten Schoppen Frankenwein rundeten das Angebot in der stimmungsvollen Atmosphäre des Markplatzes ab.

Kreatives Kinderprogramm

Auf dem richtete die Künstlerin Elke Rogler-Klukas mit ihrem "kreativen und sehr liebevoll gestalteten Kinderprogramm“ wieder ihr attraktives Open-Air-Atelier ein und lud der Schachverein Neustadt zum königlichen Spiel auch auf einem großen Straßen-Schachbrett ein. Das Technische Hilfswerk sorgte mit einer "Sandsack-Challenge“ mit der auf spielerische Weise vermittelten Vorsorge gegen Hochwasserschäden für eine weitere Attraktion des "ThemenMarktPlatzes“ mit dem ebenfalls beliebten Bauernmarkt.

Mit den Märkten unterstütze die Stadt die regionalen Wirtschaftskreisläufe, führte der Bürgermeister aus. Mit Beginn der Karpfensaison habe man „ganz bewusst wieder ein regionales Premiumprodukt in den Blickpunkt der Öffentlichkeit gerückt, mit dem Neustadt als "Genussort Bayerns eine sehr gute Rolle auf der kulinarischen Landkarte spielt“. Fachleute gingen von einer guten Ernte der Karpfen in bester Qualität aus. Meier zeigte sich jedoch besorgt über die aktuelle Situation der Teichwirte, deren Arbeit durch die Trockenheit und Feinde wie den Kormoranen, Fischottern und Bibern erschwert werde. Etliche hätten deswegen schon aufgegeben und die Weiher etwa für den Maisanbau trockengelegt.

Sorge um Teichwirtschaft

Er hoffe sehr, "dass sich diese Entwicklung nicht fortsetzt, denn der Erhalt der Karpfenweiher und Teichlandschaft ist als über 1000 Jahre alte Kulturlandschaft mit einem Lebensraum für umfangreiche Fauna und Flora für unsere Region ungeheuer wichtig“, so der Bürgermeister. Er ging dabei auf die Erwerbsquelle für Landwirtschaft und Gastronomie ebenso ein, wie auf den touristischen Faktor und die Bedeutung für den Landschaftsschutz mit den natürlichen Regenrückhaltebecken bei immer häufiger auftretenden Starkregenereignissen.

Das Stadtoberhaupt betonte insbesondere die Bedeutung der „Aischgründer Karpfen“ für die Ernährung. Denn der "sehr wohlschmeckende, fettarme und gesunde Speisefisch wird in der Region nachhaltig produziert und kommt auf kurzen Wegen frisch zum Verbraucher“. Wie die meisten anderen Fische müsse er nicht als Tiefkühlware durch ganz Europa gekarrt werden, „nachdem sie oft in Aquakultur-Massentierhaltungen ein armseliges Leben mit Antibiotika und vielen sonstigen unappetlichen Sachen fristen mussten“, so Klaus Meier im leidenschaftlichen Plädoyer für den „Aischgründer“ zu dessen Saisonbeginn. 

Harald J. Munzinger

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