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Allianzgemeinden "NeuStadt und Land" stellen Konzept vor

Zukunftsplan zielt auf gemeinsame Umsetzung ab - Leitfaden erstellt - 16.12.2017 16:06 Uhr

Daumen hoch für die Allianz und ihr neues Logo: Die Bürgermeister Chistian von Dobschütz, Gerhard Eichner, Klaus Meier und Robert Christensen (vorne v. l.) Frank Müller, Wolfgang Silker (ALE), Joachim Reindler (ALE) und Wolfgang Schmidt (v. l), sowie die Grafikerinnen Susanne Kulas und Ruth Volland.

© Harald Munzinger


Diese Allianz sei schon etwas Besonderes, stellten der Leiter des Amtes für Ländliche Entwicklung (ALE), Wolfgang Silker, und Joachim Reindler bei der Vorstellung des "integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes", kurz ILEK, fest. Ein Kompliment, über das sich Gastgeber Klaus Meier im Neustädter Rathaus mit seinen Bürgermeisterkollegen Christian von Dobschütz (Diespeck), Robert Christensen (Dietersheim), Gerhard Eichner (Gutenstetten), Frank Müller (Ipsheim) und Wolfgang Schmidt (Baudenbach) freuen konnte, deren enge Zusammenarbeit über die Region hinaus "große Aufmerksamkeit" genießt.

Für diese haben Susanne Kulas und Ruth Volland von der Neustädter Werbeagentur "110g besser" ein Logo entwickelt, das sie nicht besser vermitteln könnte und unter zahlreichen Entwürfen ausgewählt wurde. Der symbolisch offene Kreis der Stadt in ihrem Orange und das unten offene, grüne Dreieck mit der Farbe des Landes sind miteinander verbunden und vom blauen Band der Aisch (und Ehe) sowie Halbkreis sanfter Hügel umgeben, die auch als Dach der Allianz gesehen werden können, Kreis und Dreieck finden sich auch im Schriftzug Kommunale Allianz wieder. "Perfekt" sieht sich diese darin symbolisiert.

Perfekt startete diese in die gemeinsame Zukunft, und das noch ehe der Handlungsleitfaden abgefasst war, wie ein "außergewöhnlich gutes Verhältnis der Kommunen" seitens des Amtes für ländliche Entwicklung mit seinen Erfahrungen kommentiert wurde: "Das ist nicht immer so". Ebenso wenig wie beim Tatendrang der Partner in der Überzeugung, dass aus der Daseinsvorsorge in allen Bereichen als Gemeinschaftsaufgabe letztlich alle profitieren werden.

"ALE" und Regierung "im Boot"

Eine weitere Besonderheit dieser Allianz machte Diespecks Bürgermeister Christian von Dobschütz aus, die sowohl das "Amt für Ländliche Entwicklung", als auch die Regierung von Mittelfranken an einen Tisch gebracht hatte, somit Projekte über die Dorferneuerung ebenso wie über die Städtebauförderung angehen kann. Beide wirken bei der hundertprozentigen Finanzierung eines "Allianzmanagers" zusammen, der in Kürze eingestellt werden soll. Bei der Präsentation des "integrierten ländlichen Entwicklungskonzeptes", das seiner Ansicht als "ein Meilenstein die Zusammenarbeit in der gut funktionierenden Allianz auf neue Füße stellt und die Region voranbringt", machte von Dobschütz an der Verwaltungskooperation deutlich. Sie biete die Chance bei immer komplexeren Anforderungen an die Kommunen Synergieeffekte zu nutzen.

Der Diespecker Bürgermeister nannte die Vorteile gemeinsamer Einkäufe oder gemeinsamer Nutzung von Gerätschaften bis hin zum Zusammenwirken im Standesamtswesen als zum Teil schon angegangene pragmatische Ansätze und sah die Allianz schon sehr gut aufgestellt, in der "sehr viel Bürgerbeteiligung steckt". Auf welchen Feldern "zum Segen für uns alle" noch mehr zusammengearbeitet werden kann, soll ein Fachbüro ermitteln. Sein Dietersheimer Kollege Robert Christensen kündigte die umfassende Überarbeitung des "Seniorenwegweisers" an, der als "ILEK-Vorläufer" schon vor vier Jahren "eine erfolgreiche Sache" gewesen sei. Erweiterungen könnten die Angebotsvielfalt, einen Überblick über das Wohnen im Alter sowie auch Informationen für jüngere Leute einbeziehen.

Gäste sollen länger bleiben

Mit einer verbesserten Imagewerbung "gemeinsam noch besser wahrgenommen zu werden", zielte Ipsheims Bürgermeister Frank Müller im Handlungsfeld Tourismus und Naherholung darauf ab, die Angebote der einzelnen Kommunen stärker herauszustellen. Damit solle vermittelt werden, dass man in der Region sehr gut leben könne, verbunden mit dem Anreiz eines längeren Verweilens der Gäste. Dem Strukturwandel in der Landwirtschaft und immer größeren Gerätschaften mit dem entsprechenden Ausbau des Kernwegenetzes gerecht zu werden, nannte Baudenbachs Bürgermeister Wolfgang Schmidt eine der weiteren Aufgaben im "Entwicklungskonzept" auch im Hinblick auf die "größte Waldsanierung Mittelfrankens".

Modellcharakter haben zwei Sanierungsprojekte in der Gemeinde Gutenstetten im Handlungsfeld Ortskernrevitalisierung und Innenortsentwicklung. Bürgermeister Gerhard Eichner ging dabei auf die Notwendigkeit ein, unter Einbeziehung der Eigentümer Brachen und Leerstände mit einem großen Potenzial zu nutzen. Damit könne die Wohn-und Lebensqualität in den Gemeinden gesteigert werden, wobei Eichner auch an das altersgerechte Wohnen gedacht wissen wollte. Durch die Dorferneuerung aber auch durch die Städtebauförderung könnten die Gemeinden "massive Funktions- und Gestaltungsdefizite leichter umsetzen, sowohl im öffentlichen, wie im privaten Bereich", so Eichner.

Das "Leuchtturmprojekt" der Kommunalen Allianz: Das "Anrufsammeltaxi" hat überregional Interesse geweckt.

© Harald Munzinger


"Leuchtturmprojekt" Ruftaxi

2016 in Neustadt gestartet und mit dem Fahrplanwechsel 2016/17 auf die erweiterte Kommunale Allianz ausgedehnt, hat sich das "Ruftaxi" (offiziell etwas irreführend Anrufsammeltaxi AST) zu deren "Leuchtturmprojekt" entwickelt, stellte Bürgermeister Klaus Meier in Übereinstimmung mit dem Kollegium fest. Es schlage "hohe Wellen" im gesamten Landkreis, von dem man ein Viertel der Bevölkerung abdecke, berichtete er von mehreren Anfragen zu diesem Erfolgsmodell. Zum Fahrplanwechsel 2017/18 kommt Münchsteinach hinzu. Das Busunternehmen Zepf habe viele Bedarfshaltestellen eingerichtet und mit einem moderaten Fahrpreis werde seitens der Kommunen mit ihrem finanziellen Beitrag auch die soziale Komponente berücksichtigt, so Meier, der allerdings "beim Bekanntheitsgrad noch Luft nach oben" sieht.

Seitens des "Amtes für ländliche Entwicklung" wird die Dynamik in der "Kommunalen Allianz NeuStadt und Land" bewundert, die mit "Allianzradweg", gemeinsamem Veranstaltungskalender oder Seniorenwegweiser und dem "Ruftaxi" schon aktiv geworden sei, ehe das Gesamtkonzept entwickelt war. Das wähnte Amtschef Silker "breit aufgestellt und doch überschaubar", sowie als praktische und spannende Grundlage für die nächsten 10 bis15 Jahre. Die Kommunen ermunterte er, die Allianz stetig weiterzubringen und dabei die verschiedenen Fördertöpfe zu nutzen. So hilfreich diese seien, einte das Bürgermeistersextett insbesondere die Freude über zugeschüttete Gräben und heute stabile Brücken für eine wirkungsvolle Zusammenarbeit im Interesse der Bevölkerung.

Harald J. Munzinger

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